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Alternativen zu WhatsApp, Messenger-Apps im Vergleich

Whatsapp Alternativen im TestWhatsApp ist mit rund 450 Millionen Nutzern weltweit der beliebteste Messenger und hat sich als gute SMS Alternative entwickelt. Nachdem im Februar 2014 Facebook die Übernahme des Dienstes angekündigt hat, suchen viele Nutzer aus Angst um die Sicherheit ihrer persönlichen Daten zurecht nach einer Alternative.

Der Funktionsumfang anderer Dienste ist allerdings unterschiedlich, auch die Kosten sind nicht alle gleich. Einige liegen außerdem nur für bestimmte Betriebssyteme vor. Wichtig ist nicht zuletzt auch das Thema Sicherheit. Der telespiegel stellt an dieser Stelle einige interessante Messenger vor.

WhatsApp Alternativen Vergleich
Die aufgeführten Messenger-Apps sind beim Funktionsumfang fast alle mit What’s App vergleichbar. Wichtig wird der Blick auf das Betriebssystem, denn für Windows Phone oder weniger verbreitete Oberflächen wird die Verfügbarkeit schnell zum Problem. Noch bedeutender ist das Thema Sicherheit. Hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Apps. Wer auf diesen Punkt großen Wert legt, findet aktuell mit Threema einen zwar kostenpflichtigen, aber leistungsstarken und sehr sicheren Messenger-Dienst. Bei den kostenlosen Angeboten sind MyEnigma und Chiffry mit Abstrichen ein guter Kompromiss.

 

Betriebssysteme

Funktionsumfang

Kosten

Datenschutz

Bewertung

Chiffry

Kreuzchen 20x20 

gut 

gut 

gut 

2 Sterne

Hike Messenger

gut 

gut 

gut 

neutral 

 

Line Messenger

gut 

gut 

gut 

Kreuzchen 20x20 

 

My Enigma

neutral 

gut 

neutral 

gut 

1 Stern

Telegram

neutral 

gut 

gut 

neutral 

 

Threema

gut 

gut 

Kreuzchen 20x20 

gut 

3 Sterne

Snapchat

neutral 

neutral 

gut 

Kreuzchen 20x20 

 

WhatsApp

gut 

gut 

Kreuzchen 20x20 

Kreuzchen 20x20 

 

TextSecure

Kreuzchen 20x20 

gut 

gut 

neutral 

 

SIMSme

neutral 

neutral 

gut 

neutral 

 

Die Bewertung im telespiegel.de Test: neutral = neutral, gut = positiv, Kreuzchen 20x20= negativ

 

WhatsApp - der bekannteste Messenger
WhatsApp ist der bekannteste und in vielen Funktionen auch umfangreichste Messenger. Die App ermöglicht alles, was SMS und MMS können, nur dass keine Verbindungsentgelte anfallen. Jedoch ist ein guter Datentarif sinnvoll. Vom Chat über Gruppendiskussionen bis hin zu verschickten Bildern ist alles mit der App möglich. Kritisch war lange Zeit das Thema Datenschutz. Das hat sich moderat verbessert, da die Programmierer seit Dezember 2014 eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung integriert haben. Dennoch ist das Thema weiter umstritten und insbesondere die Privatsphäreeinstellungen sind nicht ausreichend. Für das erste Jahr ist die App kostenlos, in Folgejahren kostet sie derzeit 0,89 Euro.

Chiffry - sicher verschlüsselte Kommunikation

 

Mit der App Chiffry holt sich der Nutzer Sicherheit „Made in Germany“ aufs Smartphone. Die App ist noch in der Entwicklung und liegt im Februar 2014 nur als Beta-Version für Android vor. Eine Umsetzung für iOS ist für die nächsten Wochen angekündigt.
Mit Chiffry ist es möglich, Nachrichten und Dateien zu übermitteln, Standorte zu übermitteln und abhörsicher zu telefonieren. Der Vorteil der App ist die sichere Verschlüsselung. Mit Chiffry werden Telefonate, Nachrichten und gesendete Bilder stark verschlüsselt übertragen. Dafür sorgen eine Datenverschlüsselung mit 256-Bit AES im GCM-Modus, ein hochsicherer Schlüsseltausch (512-Bit ECDH) und sichere Signaturen (512-Bit ECDSA) sowie Zertifikate. Sicherer dürfte derzeit kaum eine App die Nachrichten übertragen. Chiffry ist derzeit kostenlos.

Hike Messenger - umfangreicher Konkurrent für What’s App
Der Hike Messenger ist vor allem in Indien sehr beliebt, findet aber auch in Europa immer mehr Anhänger. Er bietet alle Funktionen, die auch WhatsApp hat. Nachrichten lassen sich an Einzel- oder Gruppenkontakte übermitteln und beherrscht Voice-Messaging. Besonders vorteilhaft: Der Kommunikationspartner muss die App nicht installiert haben.
Beim Thema Sicherheit ist Hike ein Zwitter. Leider liest die App die Kontakte aus dem Smartphone aus und überträgt diese zum Anbieter. Dafür ist die Kommunikation zumindest innerhalb eines WLANs verschlüsselt. Genutzt wird dabei eine 128-Bit-Technologie. Als zusätzliche Sicherheit sendet der Hike Messenger die Gerätenummer (IMEI) nicht mit.
Die App ist für Android, Windows Phone und iOS verfügbar. Der Hike Messenger ist kostenlos.

Line - What’s-App-Alternative für viele Oberflächen
Line ist ein japanischer Konkurrent von WhatsApp und hat weltweit eine große Zahl von Nutzern. Der Funktionsumfang ist sehr gut. Chatten, Nachrichten Senden, Standorte übermitteln, Bilder und Video senden und sogar Sprachnachrichten und Videotelefonie, all das ist mit Line möglich. Sogar Statusmeldungen und Likes sind integriert. Nachteil ist die im Vergleich etwas schwerfällige Benutzerführung.
Ein klares Minus ist die fehlende Verschlüsselung des Line Messenge. Auch die Gerätekennung wird (verschlüsselt) gesendet. Selbst die WLAN-Kennung ist in Tests mitgesendet worden.
Ein Plus gibt es dagegen für die verfügbaren Plattformen. Neben Android, iOS, Windows Phone gibt es die Line-App auch für Firefox OS und Blackberry sowie als Programm für den PC. Die App ist kostenlos.

MyEnigma - schweizer Sicherheitskonzept als Alternative zu What’s App
MyEnigma ist ebenfalls eine kostenlose App. Allerdings sind kostenpflichtige Angebote als Ergänzung in Planung. Verfügbar ist der Messenger für Android, iOS und Blackberry. Der Funktionsumfang ist groß und ähnelt dem von WhatsApp: Chats mit Einzel- oder Gruppenkontakten, Versand von Media-Dateien und viele anderes Features sind integriert.
Beim Thema Datenschutz ist MyEnigma zunächst ein erfreulicher Messenger. Denn die App stammt aus einer Schweiz und läuft zum einen über schweizer Server, für die besonders strenge Datenschutzanforderungen bestehen. Zum anderen nutzt die App eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und einen doppelten Verschlüsselungsmechanismus. Zusätzlich muss sich jeder Nutzer mit Telefonnummer und E-Mail anmelden. Das ermöglicht das Wiederherstellen von Daten auf dem Smartphone. Negativ ist jedoch das automatische Durchsuchen der Kontakte.

Telegram - Alternative mit starker Verschlüsselung auf Wunsch
Auch Telegram kann im Prinzip alles, was WhatsApp kann. Lediglich Sprachnachrichten werden noch nicht unterstützt. Die kostenlose App ist für Android (Telegram) und für iOS (Telegram Messenger) verfügbar und zeichnet sich durch eine intuitive Benutzerführung aus.
Beim Thema Datensicherheit ist Telegram ein zweischneidiges Schwert. Einerseits gehört die Verschlüsselungstechnik nach 256-AES-Standard zu dem Besten, was derzeit möglich ist. Der Anbieter hat sogar eine Summe von 200.000 Dollar für die Person ausgelobt, die das System knacken kann. Durch diese Verschlüsselung sind sichere Chats möglich und sogar eine zeitgesteuerte Selbstlöschung von Nachrichten. Auch ein Passwortschutz für bestimmte Meldungen beim Gegenüber kann eingerichtet werden. Andererseits ist diese Verschlüsselung nicht als Standard eingerichtet, sondern muss vom Nutzer manuell ausgewählt werden. Außerdem durchsucht die App bei der Installation die Kontakte und speichert diese auf dem Anbieterserver.

Snapchat - Bilder Messanger
Der Messenger Snapchat ist ein amerikanischer Kommunikationsdienst, bei dem hauptsächlich Fotos und Bilder mit Freunden zu teilen sind. Diese werden nicht gespeichert, sondern löschen sich nach wenigen Sekunden selbstständig beim Empfänger und auf dem Server des Dienstanbieters. Die Funktionalität ist simpel aufgemacht.
Anfang 2014 wurden 4,6 Millionen Nutzerdaten vom Snapchat veröffentlicht, was nicht unbedingt von Datensicherheit zeugte.
Für die Anmeldung ist eine Handynummer erforderlich, die Snapchat App ist für das iPhone und Android-Smartphones kostenlos erhältlich.

Threema - kostenpflichtige, aber sehr gute Alternative zu What’s App
Anders als die anderen vorgestellten Messenger-Dienste ist Threema kostenpflichtig. Derzeit fallen bei der Installation einmalig 1,60 Euro (Android) bzw. 1,79 Euro (iOS) an. Threema ist für Android und iOS verfügbar und erfreut sich nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook stark wachsender Beliebtheit.
Threema beherrscht keine Sprachnachrichten, aber Chats, Kurzmeldungen, Standortübermittlung und der Versand von Dateien funktionieren ähnlich wie bei WhatsApp. Die Bedienung ist dagegen gewöhnungsbedürftig.
Was Threema im Vergleich zu einer echten WhatsApp Alternative und zu dem telespiegel Tipp werden lässt, ist die Datensicherheit. Diese beinhaltet den Datenaustausch zwischen Nutzern und den Datenfluss über den Anbieterserver. Genutzt wird bei Threema eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung durch eine ECC-Verschlüsselung mit 256 Bit. Das ist aktuell ein sehr guter Sicherheitsstandard, der sogar verhindert, dass der Anbieter die Daten lesen kann. Bei den Kontakten besteht die Möglichkeit, diese via QR-Code einzuscannen, was die Sicherheit zusätzlich erhöht. Adressbucheinträge werden außerdem in Form eines Pseudonyms und nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Nutzers angelegt.

TextSecure Private Messenger - Verschlüsselung mit kleinen Ärgernissen
Edward Snowden hat TextSecure empfohlen. Grund ist die einfache, aber sehr effektive Verschlüsselung. Denn die Nachrichten werden zum einen lokal auf dem Smartphone verschlüsselt, zum anderen auch bei der Übertragung. Das schafft eine große Sicherheit bei der Nachrichtenübermittlung. Der Weg dahin ist allerdings steinig. Zum Beispiel ist die Installation mühsam. Außerdem ist nicht ganz klar, ob der Open-Source-Messenger-Dienst Adressbücher ausliest. Angeblich kann außerdem die Übertragung von persönlichen Daten an den Hersteller abgelehnt werden, dazu fehlt allerdings bisher eine Option. Ebenfalls ein Nachteil: Die App steht nur für Android zur Verfügung und hat sich bislang kaum verbreitet.

SIMSme – Messenger-App der Deutschen Post
Die kostenlose App SIMSme ist eine WhatsApp-Alternative der Deutschen Post. Sie enthält interessante Ansätze wie eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, das Löschen von den (deutschen) Servern nach Abruf der Nachricht sowie eine zubuchbare Selbstzerstörungsfunktion für übermittelte Nachrichten. Kritik kommt derzeit von Programmierern. Diese bemängeln, dass der Quellcode nicht offen liegt und daher keine Überprüfung von eventuellen Hintertüren möglich sei. Auch werbe das Unternehmen mit einer SSL-Verschlüsselung. Der aktuellste Standard ist aber TSL. Ob hier nur eine Bezeichnungslücke besteht, ist derzeit noch unklar. Ebenso unklar ist, ob der automatische Abgleich der Kontaktdaten tatsächlich sicher und unbedingt erforderlich ist. Bis zur Klärung einiger Fragen bleibt der gute Ansatz von SIMSme eine Blackbox.

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Angaben ohne Gewähr, letzte Änderung 29.12.2014



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