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telespiegel News – September 2002

06.09.02: Neuer Dienst der Dt. Telekom – E-Mail am Festnetztelefon schreiben

Wer Kunde der Deutschen Telekom ist, und bisher eine SMS-Nachrichten bereits über das Festnetz versenden konnte, erhält nun die Möglichkeit, ebenfalls seine E-Mails über die SMS-Zentrale der Telekom zu verschicken. Über die Tastatur des Telefons wird die E-Mailadresse des Empfängers, danach ein Leerzeichen und dann die Nachricht eingegeben. Diese wird dann über die netzinterne Nummer 8000 versendet. Eine E-Mail kostet den Kunden ebenso viel wie der Versand einer SMS, nämlich 7,7 Cent. In die Mobilfunknetze wird eine E-Mail für 19,9 Cent übertragen. Der Festnetz-SMS-Service ist Grundgebühr frei. Bis Jahresende erhält jeder Neukunde 50 SMS gratis, die zum Versand in das Festnetz, sowie in die Mobilfunknetze genutzt werden können.

09.09.02: Flirtangebote per SMS sind nichts weiter als Betrug

In letzter Zeit treffen häufiger bei einigen Handybesitzern SMS-Nachrichten mit dem Hinweis auf eine mögliche Verehrerin oder Verehrer ein mit der Bitte, doch dringend zurück zu rufen. Doch in Wahrheit wird nur zum Anruf einer teuren 0190-Nummer aufgefordert. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein ist diesen Nummern einmal nachgegangen und hat dabei festgestellt, dass die angebotene Serviceleistung in Wahrheit gar nicht existiert. Statt der versprochenen Rufnummer des unbekannten Lockvogels, hört der Anrufer nur einen Bandansagedienst. Dieser wird gleich mit 1,86 € pro Minute berechnet. Aus diesem Grund hat die Verbraucherzentrale deshalb Strafanzeige wegen Betruges in einem besonders schweren Fall erstattet.

11.09.02: Nun doch Call by Call im Ortsnetz ab Dezember

Telefonkunden in Deutschland können ab Dezember mit günstigeren Tarifen im Ortsnetz rechnen. Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat einigte sich am Dienstagabend auf die Einführung von Call-by-Call-Gesprächen im Ortsnetz, d.h. alle Gespräche ohne Vorwahl. Nach über vier Jahren nach dem Fall des Monopols der Telekom kündigt sich damit auch im Ortsnetz mehr Wettbewerb an. Wie bereits bei Fern- und Auslandsgesprächen seit 1998 möglich, werden Telefonkunden nun ab dem 1. Dezember dieses Jahres Anrufe im Ortsnetz über andere Telefongesellschaften führen können, ohne den Hauptanschluss kündigen zu müssen. Bislang verfügt die Telekom in dem Bereich mit einem Marktanteil von rund 95 Prozent über ein Quasimonopol. Durch neue Wettbewerber soll das Telefonieren im Ortsnetz billiger werden. Im Juli hatten einige Länder, darunter Nordrhein-Westfalen, kritisiert, dass die freie Netzbetreiberwahl im Ortsnetz zu Missbrauch einlade. Es ermögliche kleinen Anbietern, ohne eigene Netzinfrastruktur Ortsgespräche zu Dumping-Preisen anzubieten. Die nun gefundene Kompromisslösung sieht vor, dass der Umwegverkehr unterbunden wird. Das heißt, neue Anbieter von Call-by-Call müssen in der jeweiligen Stadt oder ihrer unmittelbaren Umgebung Zusammenschaltungspunkte schaffen, von welchen sie die Gespräche von der Telekom oder einem Citybetreiber übernehmen. Das wiederum erfordert Investitionen, wodurch ein ruinöser Preiswettbewerb bei ohnehin niedrigen Margen verhindert werden soll. Nach dem im Vermittlungsausschuss entstandenen Kompromiss müssen Bundestag und Bundesrat die Gesetzesänderung nun nur noch formell beschließen.

14.09.02: Kommentar zur Geschichte und zum Fall von Mobilcom

Alles fing so toll an. Als Mobilcom Gründer Schmidt als guter Manager von Sixt wegging, gründete er die Mobilcom. Zunächst wurden Mobilfunkverträge für damals noch D1 und D2 Mannesmann vermittelt. Die Minutenpreise der Netzbetreiber waren noch recht teurer und Mobilcom dachte sich etwas aus: Die wichtigsten Preise etwas günstiger und Gespräche unter 10 Sekunden zum Nulltarif. Geld wurde mit versteckten Kosten wie Deaktivierungsgebühr, schlechter Taktung und hohen Preisen im Kleingedruckten verdient. Die Werbung mit günstigen Handypreisen war zu diesem Zeitpunkt gut, und dementsprechend war das Kundenwachstum enorm. In dieser Zeit bewies Schmidt eine Spürnase für das richtige Geschäft zum richtigen Zeitpunkt. Als das Monopol für das Festnetz fiel, ging er mit einer imposanten Werbung für die Vorwahl 01019 an den Markt. Damals kostete eine Minute Ferngespräch zur besten Tageszeit bei der Telekom noch über 1 DM pro Minute, Mobilcom bot einen Preis von 19 Pfennig. Auch dieses führte zu einem rasanten Kundenwachstum, bis nach 2 Jahren andere Anbieter den mittlerweile auf 12 Pfennig reduzierten Festnetzpreis unterboten. Da konnte selbst Mobilcom nicht mehr mithalten und das Geschäft stagnierte.

Doch Schmidt hatte eine andere Idee: Er sah, dass D1 und D2 mit Ihren Mobilfunklizenzen enormes Geld verdienten. Aus diesem Grunde wollte er bei den neuen UMTS Lizenzen nun auch aus der ersten Reihe mitmischen. Doch zwischenzeitlich kriselte es schon im Hause Mobilcom. Zwar war durch den Gang an die Börse genügend frisches Geld in der Kasse, doch das enorme Kundenwachstum war zum Erliegen gekommen. Ohne bessere Preise als der Wettbewerb war auch Herr Schmidt nur ein Mitläufer. Doch die Banken und France Telecom finanzierten die überteuerte UMTS-Lizenz mit, und heute steht Mobilcom vor dem Abgrund. Jetzt muss auch der gute Manager Schmidt einsehen, dass kein unbegrenztes, rasantes Wachstum durchgehend möglich ist. Denn die Erfahrung zeigt immer wieder, Qualität macht ein gutes Geschäft aus. Wer nur über den Preis und Wachstum verkauft, wird irgendwann Schiffbruch erleiden. Schade!

19.09.02: Neuer Test der Free SMS Anbieter im Internet

Es ist noch keine 14 Tage her, dass wir einen umfangreichen Test der Free SMS Anbieter ohne Anmeldung durchgeführt haben. Wieder mussten wir zwei Anbieter aus unserer Aufstellung entfernen, da das jeweilige Angebot eingestellt wurde. Dafür ist jedoch ein zuverlässiger neuer Anbieter hinzugekommen. Zwar gibt es noch weitere Dienste ohne Anmeldung, doch diese fallen in unserem Test regelmäßig durch, so dass wir sie nicht veröffentlichen. Immer interessanter werden Free SMS Dienste mit Anmeldung. Dort gibt es besonders bei einigen Banken sehr zuverlässige Angebote. Sobald wir eine gewisse Anzahl an Testnachrichten verschickt haben, werden wir diese Aufstellung noch weiter vervollständigen.

24.09.02: Neue Masche der Abzocke mit 0190 Nummern
Der Fantasie der Anbieter sind keine Grenzen gesetzt wie man Leute dazu bringen kann, eine teure 0190 Hotline anzurufen. In letzter Zeit kam bei vielen Handynutzern eine SMS-Nachricht mit Liebesschwüren und der Bitte um Rückruf zu einer 0190 Rufnummer an. Die ganz neue Idee erhielt ich gestern, folgender Text ging per SMS bei mir ein: Konnten Ihre Lieferung derzeit nicht zustellen. Bitten um Angabe der Anschrift an unsere Serviceline 0190 … … (1,82 EUR/Min.). Als Absender war selbige Hotline angegeben. Es ist die gleiche Masche, es wird versucht den Handybesitzer neugierig zu machen, damit dieser dann dort anruft. Natürlich habe ich dort nicht angerufen, da ich grundsätzlich nichts ohne Absenderangabe bestelle. Grundsätzlich sollte man niemals auf unaufgefordert erhaltene SMS-Nachrichten mit 0190 Angeboten antworten, sonst kann es schnell teuer werden.

27.09.02: Nokia stellt erstes UMTS Handy vor
Nokia stellte heute mit dem Nokia 6650 das weltweit erste 3GPP-kompatible (Third Generation Partnership Project – UMTS) Mobiltelefon vor, das sowohl EGSM 900 und GSM 1800 Netze als auch das WCDMA-Protokoll (Wideband Code Division Multiple Access) unterstützt. Mit seiner Dual-Mode-Funktion ist das Nokia 6650, das weltweit erste GSM/ WCDMA-Mobiltelefon, mit dem man in Europa und Asien einschließlich Japan mobil telefonieren kann. Aufgrund der WCDMA-Schnittstelle des Nokia 6650 können mehrere Anwendungen parallel ablaufen. So kann man beispielsweise mit der integrierten Digitalkamera ein Foto machen und es direkt an den Gesprächspartner versenden, mit dem man gerade telefoniert. Mit einem großen hochauflösenden Farbdisplay, einer integrierten Digitalkamera für Bild- und Videoaufnahmen, Sprachfunktionen, verschiedenen Datenverbindungsmöglichkeiten sowie einer fortschrittlichen Benutzeroberfläche vereint das Nokia 6650 innovative Funktionen und höchste Qualität. Die technische Entwicklungsleistung besteht beim Nokia 6650 darin, dass die GSM- und WCDMA-Technik (UMTS) in einem gemeinsamen Chip vereint wurde, wodurch lange Sprechzeiten (bis zu 2 Stunden und 20 Minuten bei WCDMA und bis zu 2 Stunden und 40 Minuten bei GSM) sowie eine Stand-by-Zeit von bis zu 14 Tagen ermöglicht werden. Das Nokia 6650 ist das erste Nokia Mobiltelefon, mit dem kombinierte Bild-, Ton und Videoaufnahmen mit einer Länge von bis zu 20 Sekunden, bei 4096 Farben, aufgenommen werden können. Fotos und Videoclips können auf dem Nokia 6650 angeschaut und gespeichert, oder an andere kompatible Mobiltelefone oder E-Mail-Adressen per MMS (Multimedia Messaging Service) versendet werden. Mit der im Verkaufspaket enthaltenen Nokia PC Suite Software für das Nokia 6650 können sich die Nutzer die Multimedia-Inhalte ihres Mobiltelefons auf dem PC ansehen und bearbeiten. Darüber hinaus können mit Hilfe der Nokia PC Suite sogar eigene kleine Filme zusammengestellt werden. Verschiedene Videoclips können unter einer Abspielliste gesammelt, in die bevorzugte Reihenfolge gebracht und dann nacheinander wie ein Film abgespielt werden. Außerdem können persönliche Daten, wie beispielsweise Kalender- und Kontakteinträge, zwischen Mobiltelefon und PC synchronisiert werden. Das Nokia 6650 unterstützt WAP 1.2.1 über GPRS sowie MIDP JavaTM 1.0 für das Herunterladen von zusätzlichen Applikationen. Zusätzlich gibt es polyphone (mehrstimmige) Klingeltöne, eine elektronische Brieftasche zur Durchführung mobiler Transaktionen und ermöglicht den Datenaustausch via USB, Bluetooth und Infrarot. Die WCDMA-Bandbreite des Nokia 6650 sorgt in Verbindung mit einem Laptop für eine schnelle und komfortable Datenverbindung. Das Nokia 6650 wiegt 141 Gramm und verfügt über einen dynamischen Speicher von 7 MB.

28.09.02: Rufnummernportierung – Mitnahme der Handyrufnummer bei Anbieterwechsel
Sie möchten von einem Mobilfunkbetreiber zum anderen wechseln, ohne dass Sie Ihre bei Freunden und Geschäftspartnern bekannte Nummer abgeben müssen? Dann ist die Rufnummernportierung die Lösung. Läuft das Vertragsverhältnis mit dem jetzigen Mobilfunk-Anbieter aus, kann man seine gewohnte Nummer samt Vorwahl bei Vertragsabschluss mit einem anderen Anbieter übernehmen. Das ist zwar erst ab dem 01.11. möglich, gilt aber auch für Verträge die schon jetzt abgeschlossen werden. Auch die Telefonnummer des netzinternen Anrufbeantworters bleibt dieselbe. Lediglich die vom jeweiligen Anbieter vorgegebene Kurzwahl der Mailbox ändert sich. Es können ebenso Daten- und Faxnummern portiert werden. Über die dafür auf den Verbraucher zukommenden Kosten sind sich die Netzbetreiber bisher noch nicht einig. Quam wird diesen Service nicht anbieten. Für den Verbraucher ist es dann nicht mehr möglich, aufgrund der Vorwahl zu erkennen, ob sein gewünschtes Gespräch zu einem günstigen netzinternen oder einen oft wesentlich teureren netzexternen Tarif abgerechnet wird. Infoservices, über die die Netzzugehörigkeit des Gesprächspartners abgefragt werden können, sollen laut der Anbieter Abhilfe schaffen. Technisch ist es kein Problem, die Mobile Number Portalibility (MNP) auch den Prepaidkunden zugängig zu machen. Doch bisher ist noch ungeklärt, ob oder in welcher Form diese in den Genuss des Service kommen werden.

30.09.02: E-Plus stellt Internetzugang vom Festnetz aus ein
Viele Internetuser haben es gar nicht gewusst, das E-Plus auch einen Internetzugang vom Festnetz aus angeboten hat. Dieser wird nun zum 1. November eingestellt, was nicht weiter tragisch ist, da die Minutenpreise maximal Mittelmaß waren. Doch eines ist gar nicht schön, E-Plus hat eine Kooperation mit AOL vereinbart, die nun die Internetkunden übernehmen soll. Dieses können wir aber absolut nicht empfehlen, weitere Details dazu auf unserer AOL-Internetseite. Die bestehen E-Plus Onlinedienste per Handy bleiben hiervon aber unberührt.

30.09.02: Dt. Telekom plant höhere Preise für Telefonanschluss
Die Dt. Telekom will den Gesamtpreis für die Installation eines herkömmlichen Telefonanschlusses nahezu verdoppeln. Zur der schon derzeit bestehenden Pauschale von 51,57 € soll demnächst eine Fahrtkostenpauschale von 47,- € hinzukommen. Handwerkerarbeiten wie das Verlegen von Telefonkabeln würden dann künftig mit etwa 15,- € pro Viertelstunde zusätzlich berechnet. Diesen Antrag hat die Dt. Telekom bei der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation gestellt. Bislang galten diese Kosten schon bei ISDN Anschlüssen, bei Analog Anschlüsse wurden bisher nur die Pauschale berechnet. Es ist zu vermuten, dass die Telekom damit zusätzliche Euro einnehmen möchte, die durch die Liberalisierung der Ortsnetze (Call-by-Call im Ortsbereich) nach der Einführung zum 1. Dezember dieses Jahres verloren gehen.

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