Urteil – Veröffentlichung öffentlich zugänglicher Fotos von Personen

Urteil Fotos als Embedded Link

Der Betreiber einer Personen-Suchmaschine (Webseite, auf der Informationen über Personen abgefragt werden können) hatte Fotos des späteren Klägers in seine Internetseite eingebunden. Er hatte die Bilder jedoch nicht von dem Kläger erhalten und sie waren auch nicht auf seinem eigenen Server hinterlegt. Er hatte sie lediglich mit einem sogenannten Embedded Link in seine Webseite eingebunden. Dagegen wehrte sich der Kläger, der auf den Fotos abgebildet war. Seine Fotos seien zwar auf einer anderen Webseite öffentlich zugänglich, dass diese Bilder aber ohne sein Einverständnis auf der Webseite der Personen-Suchmaschine eingebunden wurden, hielt er für rechtswidrig. Er sah sich in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt. Der Betreiber der Personensuchmaschine war jedoch anderer Meinung. Die Bilder seien auf einer anderen Internetseite schließlich frei verfügbar und eingebettete Inhalte auf Internetseiten seien inzwischen üblich.

Dass der Kläger seine Fotos zuvor auf Webseiten wie Facebook frei zugänglich veröffentlicht habe, lasse nicht den Schluss zu, dass auch der Betreiber der Personensuchmaschine Rechte an diesen Fotos erlangt habe. Denn hier ginge es nicht um die Vergabe der Nutzungsrechte, sondern um einen Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht. Ob die Bilder in die Webseite des Beklagten durch einen Link eingebettet seien oder direkt von dem Server des Beklagten geladen werde, sei dabei irrelevant. Der Betrachter sehe den Unterschied nicht, für ihn sehe es so aus, als seien die Bilder Teil der betrachteten Webseite. Insofern sei der Betreiber der Personensuchmaschine für die Rechtsverletzung verantwortlich.

Landgericht Köln, Aktz.: 28 O 662/08 vom 17.06.2009

Weitere Informationen

Gerichtsurteile – Internet

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
„Vinted“-Falle endet vor Gericht – Versicherung muss nicht zahlen

„Vinted“-Falle endet vor Gericht

Versicherung muss nicht zahlen

Eine Verkäuferin hat durch eine raffinierte Betrugsmasche auf „Vinted“ mehr als 1 900 Euro verloren. Sie forderte Ersatz von ihrer Versicherung. Ein Gericht hat jetzt allerdings entschieden, dass die Versicherung nicht für den entstandenen Schaden aufkommen muss. […]

Internetnutzung sinkt deutlich - Warum Menschen bewusster online sind

Internetnutzung sinkt erstmals deutlich

Warum viele Menschen bewusster online sind

Weniger Smartphone, weniger Social Media, weniger Zeit im Netz: Eine aktuelle Studie zeigt einen überraschenden Trend. Immer mehr Menschen reduzieren ihre Internetnutzung bewusst – und suchen nach mehr Konzentration, Ruhe und digitaler Balance im Alltag. […]

Neue Strom-Regeln ab Juni – Nachbarn dürfen ihre Energie teilen

Neue Strom-Regeln ab Juni

Nachbarn dürfen ihre Energie teilen

Eine Gesetzesänderung macht Energy Sharing in Deutschland möglich. Haushalte, Vereine und Unternehmen dürfen selbst erzeugten Strom künftig lokal teilen. Doch trotz großer Chancen gibt es noch offene Fragen bei der Umsetzung. […]

Messenger-Betrug 2026: KI macht WhatsApp- und SMS-Betrug gefährlicher

Messenger-Betrug 2026

KI macht WhatsApp- und SMS-Betrug gefährlicher

Eine aktuelle Kaspersky-Studie zeigt: Betrüger verlagern ihre Angriffe immer stärker auf WhatsApp, Telegram und andere Messenger. Künstliche Intelligenz macht die Nachrichten dabei täuschend echt – mit teils erheblichen finanziellen Folgen für die Opfer. […]

Silent Calls

Silent Calls

Warum stumme Anrufe ein Warnsignal sein können

Das Telefon klingelt, doch am anderen Ende meldet sich niemand. Was wie ein harmloser Fehlanruf wirkt, kann Teil einer professionellen Betrugsmasche sein. Kriminelle nutzen sogenannte Silent Calls, um aktive Telefonnummern zu identifizieren und gezielt für spätere Betrugsversuche auszuwählen. […]

Kampf um Router-Freiheit – Verbraucherschützer klagen gegen Vodafone

Kampf um Router-Freiheit

Verbraucherschützer klagen gegen Vodafone

Darf Vodafone Kunden bei Glasfaseranschlüssen bestimmte Modems vorschreiben? Genau diese Frage soll nun ein Gericht klären. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz sieht die gesetzlich verankerte Endgerätefreiheit in Gefahr und zieht vor das Oberlandesgericht Hamm. […]