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Android-App Bazuc, Smartphone-Nutzer verkaufen ihre Inklusiv-SMS an Dritte

Android-App Bazuc Smartphone-Nutzer verkaufen ihre Inklusiv-SMS an Dritte

In vielen Mobilfunktarifen sind unter anderem eine SMS-Flatrate oder ein begrenztes SMS-Inklusivvolumen enthalten. Diese Inklusivleistungen werden von den Kunden nicht immer völlig ausgeschöpft. Ein gerade aufkommendes Geschäftsmodell soll Mobilfunkkunden ermöglichen, ihre monatlichen Tarifkosten gegen zu finanzieren, indem sie ihre überschüssigen SMS an Dritte weiterverkaufen.

Ein solches Geschäftsmodell bietet der Dienst „Bazuc – Earn money„ an, der von der Intichat Com LLC aus Florida betrieben wird. Nutzer installieren die für Android-Geräte erhältlich Bazuc-App. Dort gibt der Nutzer seine Mobilfunknummer ein und legt fest, wie viele SMS er dem Dienst täglich beziehungsweise monatlich zur Verfügung stellen möchte.

Der Dienst fungiert als SMS-Gateway, er versendet SMS im Kundenauftrag, also beispielsweise für Unternehmen. Die von dem Nutzer bereitgestellten SMS werden dafür verwendet. Sie werden von seinem Mobiltelefon aus an die Empfänger verschickt. Der Nutzer bekommt für jede zur Verfügung gestellte SMS einen Geldbetrag, den er sich beispielsweise per PayPal auszahlen lassen kann.

Die in dem eigenen Mobilfunkvertrag enthaltenen Kurzmitteilungen Dritten bereitzustellen, ist in vielerlei Hinsicht problematisch. Der Nutzer weiß nicht, an wen und mit welchem Inhalt die Kurznachrichten versendet werden. Weil die SMS von seinem Mobilfunkanschluss verschickt werden, kann das für ihn rechtliche Konsequenzen haben. Außerdem ist nicht auszuschließen, dass die Nutzer ihrerseits lästige Nachrichten und Anrufe erhalten. Schließlich versendet der Dienst Kurznachrichten mit ihrer Mobilfunknummer. Ein weiteres Problem ist, dass die Mobilfunkanbieter ihren Kunden per AGB untersagen, in den Tarifen enthaltene Kontingente gewerblich zu veräußern. Weil Bazuc-Nutzer aber genau das tun, kann es zu einer Vertragskündigung seitens der Mobilfunkanbieters kommen.

Für jede SMS zahlt Bazuc dem Nutzer 0,001 US-Dollar. Für 1.000 Kurznachrichten würde der Dienst ihm lediglich einen US-Dollar zahlen. Die Risiken stehen aus Nutzersicht nicht im Verhältnis zu dem Vorteil, den der Weiterverkauf von Inklusiv-SMS bringt. Auch Experten wie das Sicherheitsunternehmen Lookout warnt vor Diensten wie Bazuc. Lookout warnt: Der Dienst Bazuc versendet hauptsächlich Werbe-SMS, persönliche Daten der Bazuc-Nutzer werden in Umlauf gebracht, Nutzer können bei etwaigen Ermittlungen zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Bazuc-App wurde von Google aus dem Play Store entfernt. Nach Angaben von Bazuc geschah das, weil sie eine Klausel verletzte, nach der Nutzer dazu aufgefordert werden müssen, das Verschicken einer SMS zu bestätigen. Die App ist aber noch auf der Webseite des Anbieters Bazuc und in anderen App-Stores erhältlich.

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