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Warnung - Online-Shopping in Fernost kann teuer werden

21.01.2016

Online-Shopping in Fernost kann teuer werdenBei ebay, auf dem Marketplace bei Amazon oder bei der gezielten Suche nach Billigangeboten treffen Schnäppchenjäger immer wieder auf Angebote aus Fernost. Häufig sind diese erst bei der Bestellabwicklung als Ware aus China, Hongkong, Taiwan oder ähnlichen Ländern zu erkennen. Bestellungen bei entsprechenden Anbietern sind jedoch sehr riskant. Darauf weist die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin.

Abenteuerliche Abwicklung beim Einkauf in Fernost

 

Die Verbraucherzentrale bemängelt, dass Kunden wenig Chancen haben, ihre Rechte einzufordern. Stattdessen müssten sie mit einer abenteuerlichen Abwicklung ohne verbrieftes Rückgaberechte und verschiedenen Kostenfallen rechnen. Kurz: Wenn die Waren nicht in Ordnung ist, sind Retouren faktisch kaum möglich. Doch auch wenn die Ware scheinbar passt, können erfahrungsgemäße Sicherheit oder Schadstoffe nicht der europäischen Norm entsprechen. Von einer langen Lieferzeit durch den Versand auf dem Seeweg ganz abgesehen.

Drei handfeste Gründe, Bestellungen in Fernost zu vermeiden
Die Verbraucherschützer bemängeln vor allem drei Punkte: Anbieterkennzeichnung, Zollgebühren und Rückgaberecht. Es beginnt damit, dass die Shops teilweise unter einer deutschen .de-Domain operieren, aber kein ordentliches Impressum führen. Daher fallen sogar zum Teil vorsichtige Käufer auf solche Anbieter herein. Das Verschleiern von Kontaktinformationen gehört scheinbar dazu. Wer aber nicht weiß, bei wem er bestellt, hat später schlechte Karten.

Ein zweiter Kritikpunkt sind Zollgebühren. Wenn der deutsche Zoll wegen fehlender CE-Kennung oder Plagiatsverdacht die Ware nicht ohnehin konfisziert, wird es häufig teuer. Denn bei einem Warenwert ab 22 Euro werden 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer fällig. Zusätzlich kann es je nach Warenart wie Technik oder Fahrräder noch erhebliche Zollaufschläge geben, sodass manches Schnäppchen zum überteuerten Billigprodukt wird. Erschwerend verlangen einige Zollstationen, dass der Empfänger persönlich vorstellig wird. Eine besondere Vorsicht gilt laut Verbraucherschützer vor Versprechungen. So werden Lieferungen teilweise als zollfrei oder als falsche Geschenksendung angekündigt. Am Ende kann der Zoll aber auch hier eingreifen, was dann teuer wird.

Sehr problematisch ist der mangelnde Wiederruf oder das fehlende Rückgaberecht. Dieses existiert zwar für deutsche Kunden auf dem Papier, kann in Fernost aber kaum durchgesetzt werden. Allerdings machen es die Anbieter den Kunden schwer. Immer wieder fordern diese zunächst Fotobeweise, verkürzen einseitig das Rückgaberecht, verlangen eine Bearbeitungsgebühr usw. Am teuersten ist jedoch die notwendige unfreie Rücksendung, die mit bis zu rund 43 Euro zu Buche schlagen kann.

Shopping in Chinashops: Vorher den Anbieter prüfen
Wer bewusst in Chinashops bestellt, muss mit erheblichen Mehrkosten rechnen und sollte bereit zum Rechteverzicht sein. Allen anderen Schnäppchenjägern kann nur nachdrücklich empfohlen werden, vor einer Bestellung stets den Anbieter zu prüfen. Fehlt eine Kennzeichnung, ist dies ein Alarmsignal. Nur Käufer, die sich der Risiken bewusst sind, sollten wirklich bei Anbietern aus Fernost bestellen.

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