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Webcams - Suchmaschinen liefern den Spion ins Smart Home

27.01.2016

Webcams - Suchmaschinen liefern den Spion ins Smart HomeSmart Home ist einer der wichtigsten Trends im IT-Markt. Was viele der Nutzer nicht wissen: Smart Home beginnt bereits bei Netzwerkgeräten wie Drucker und Webcams. Und spätestens bei den kleinen Kameras beginnt ein echtes Problem. Denn diese lassen sich bei schlechter Sicherheitskonfiguration von außen anzapfen. Nun erlauben Suchmaschinen wie Shodan oder auch Insecam die Recherche, welche Webcams von außen einsehbar sind. Mit der Folge, dass Nutzer die Linse zum Spionieren missbrauchen können. Anders ausgedrückt: Dritte schauen potenziell in die eigenen vier Wände der Webcambesitzer - teilweise sogar per Live-Stream.

Shodan und Insecam zwischen Sicherheit und Missbrauch

 

Das alles wäre nicht unbedingt neu, wenn Shodan und Insecam nicht explizit die Suche nach ungesicherten Webcams erlauben würden. Die Liste der Ergebnisse ist überraschend lang und immer wieder ist ein Streaming aus der Webcam-Umgebung möglich. Dabei greift ein Dritter über die Suchergebnisse auf die Webcam zu. Je nach Absicherung bietet die Suchmaschine einzelne Bilder oder das Streaming. Manchmal werden nur die technischen Adressen geliefert, den Rest erledigt der Hacker im Handumdrehen. Aus einer technischen Spielerei für Video-Telefonie wie bei Skype oder für YouTube-Aufnahmen wird dann eine ins Haus geholte Totalüberwachung durch Fremde. Das ist der große Lauschangriff ins Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmer!

Vor allem Shodan ist als Suchmaschine dabei zwischen den Stühlen. Einerseits liefert das Portal durch ein simples Abscannen von freien Zugangsports (das sind vereinfacht gesagt ungesicherte Zugangslöcher in das heimische WLAN oder in den heimischen PC, auf denen die Cams häufig ungeschützt senden) mit seinen Ergebnissen genau das, was sich Hacker wünschen. Damit trägt der Betreiber zum Einbruch in die Privatsphäre bei. Andererseits brüstet sich der Betreiber damit, nur die schlechten Sicherheitsstandards im Auge zu haben. Sein Anliegen sei es, den Nutzern und Hersteller riesige Lücken im Sicherheitssystem aufzuzeigen.

Diese Erkenntnisse setzen sich inzwischen Vereinigungen auf das Programm. Angebote wie Built It Securely sind angetreten, um Smart Home und alle Hardwareteile sicherer zu machen. Ein Schritt in die richtige Richtung, denn zu lange stand eher das Machbare und nicht die Sicherheit im Fokus beim "Internet der Dinge".

Webcams - Nutzer müssen sich abschotten
Nutzer wissen häufig gar nicht, welchen Gefahren Sie ausgesetzt sind. Sie vertrauen beim Kauf einer Webcam darauf, dass diese nach außen abgesichert ist. Genau das ist aber selten automatisch der Fall. Zu einer sicheren Installation der Webcam gehört daher zum Beispiel zwingend ein sicheres, nicht zu erratendes Passwort mit Sonderzeichen, Zahlen sowie Groß- und Kleinschreibung. Ebenfalls wichtig sind regelmäßige Updates der Firmware und der Gerätetreiber, die auch nicht immer automatisiert erfolgen. Darüber hinaus sollten Nutzer die Zugangsports mit einer Firewall sichern. Ein Virenschutz für den Rechner bzw. das Netzwerk gehört ebenfalls zum Mindeststandard, denn viele Trojaner suchen explizit nach Mikrofonen und Cams für einen Lauschangriff. Darüber hinaus muss niemand an Verschwörungstheorien glauben, um seine Webcam bei Nichtgebrauch abzudecken. Das ist keinesfalls blanker Unsinn, auch wenn ein einfaches Ausschalten normalerweise ausreichen sollte.

 

 


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