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Videoberatung – Verbraucherzentrale bietet neue Informationswege

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Verbraucher fühlen sich immer wieder von Anbietern einer Leistung oder eines Produkts über den Tisch gezogen. Der Weg zu einem Anwalt ist jedoch teuer, die Fahrt in die nächste Stadt zu einer Verbraucherschutzstelle teilweise aufwendig. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen hat dieses Problem erkannt und bietet seit einigen Wochen eine Videoberatung an. Dabei handelt es sich um eine vollwertige Rechtsberatung, wie sie auch in den Büroräumen der Experten stattfinden würde. Es ist das erste Angebot dieser Art in der Bundesrepublik.

Videoberatung für mehr Verbraucherschutz

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen setzt die Technik in den Beratungsstellen Aurich, Celle, Göttingen und Lüneburg ein. Zur Verfügung stehen die Angebote jedoch für alle Verbraucher. Der Ablauf ist denkbar einfach: Interessierte melden sich per Telefon oder E-Mail bei der Verbraucherzentrale. Sie erhalten dann einen Termin mit einem Link, der zum genannten Zeitpunkt eine Videochat-Verbindung über die Webseite der Verbraucherzentrale einrichtet. Erforderlich ist dabei, dass der Verbraucher eine Webcam und ein Mikrofon zur Verfügung stehen und aktiviert hat. Es ist daher ratsam, vorab die technischen Voraussetzungen für eine Verbindung anhand einer bereitgestellten Checkliste zu prüfen. Während des Videochats mit einem Experten können die Verbraucher zusätzlich Dokumente per E-Mail übertragen, um schriftliche Details oder Verträge nachzureichen.

Diese Form der Beratung steht aktuell für die Themen Internet, Mobilfunk und Telefon sowie Verbraucherrecht (Kaufverträge, Widerruf, Handwerkerleistungen usw.) zur Verfügung. Die Beratung ist bislang kostenlos.

Videoberatung für Verbraucher ist eine Stärkung des ländlichen Raums

Mit der Videoberatung der Verbraucherzentralen soll nach Wunsch der Landesregierung von Niedersachsen der ländliche Raum gestärkt werden. Entsprechend fördert das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz das Projekt.

Die Beratung per Videochat stößt in eine Lücke vor, die durch die anhaltende Landflucht junger Menschen in einigen Regionen entstehen. Dort finden sich immer weniger Beratungsstellen, Ärzte, Bankfilialen und Geschäfte. Die sich ausdünnende Infrastruktur erfordert neue Maßnahmen, mit denen der Verbraucherschutz direkt zu den Menschen kommt. Durch die Beratung per Videochat entfallen aufwendige Fahrten in die großen Städte und eine kostspielige Konsultation von Anwälten.

Speziell für Menschen, die nicht oder nur eingeschränkt mobil sind, ist das Angebot der Verbraucherzentrale ein großer Fortschritt. Die technischen Hürden sind überschaubar, müssen jedoch speziell von älteren Personen erst einmal genommen werden. Dennoch: Diese Form der Videoberatung könnte wegweisend für weitere Bereiche wie ärztliche Informationssprechstunden oder Konsultationen von Banken, Versicherungen und Behörden sein.

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