Tchibo-fonieren im Laufzeitvertrag – Der Kaffeeröster erweitert sein Mobilfunk-Angebot

Tchibo-fonieren im Laufzeitvertrag - Der Kaffeeröster erweitert sein Mobilfunk-Angebot

Vor einem Jahr versetzte Tchibo die Branche in Staunen und ungläubiges Kopfschütteln. Der Kaffeeröster startete ein für sein bisheriges Geschäftsgebiet ungewöhnliches Angebot, er stieg in das Mobilfunkgeschäft ein. (Telespiegel-News vom 04.10.2004) Das damals noch neue Konzept einer Prepaidkarte mit einem einheitlichen Preis für alle nationalen Telefonnetze wurde schnell erfolgreich. Innerhalb eines Jahres wuchs der Kundenstamm auf fast eine halbe Millionen Prepaidkunden an. Andere Anbieter folgten kurz darauf dem Beispiel. Die meisten offerieren im Gegensatz zu Tchibo zwar keine vergünstigten Handys zu dem Prepaid-Tarif, konkurrierten jedoch mit noch günstigeren Minutenpreisen und noch preiswerteren SMS. Nachdem Tchibo die Preise seines Prepaidtarifs vor kurzem absenkte (Telespiegel-News vom 12.09.2005), hat der Anbieter sein Portfolio nun vervollständigt. Das Tchibo-Sortiment erstreckt sich jetzt auch auf den Postpaid-Bereich.

Die Tarifstruktur des Laufzeittarifs von Tchibo bleibt dem bisherigen Erfolgsprinzip treu. Ebenso wie in dem Prepaidangebot gibt es einen einheitlichen Minutenpreis für Telefonate mit nationalen Festnetz– und Mobilfunkanschlüssen (der selbstverständlich nicht für Verbindungen mit Sonderrufnummern gilt). Tchibo-Kunden führen sogar erheblich günstigere Gespräche mit anderen Mobilfunk-Anschlüssen von Tchibo, unabhängig davon, ob der Gesprächspartner ein Prepaid- oder Postpaid-Kunde des Unternehmens ist. Die Telefonate werden in einer 60/1-Taktung abgerechnet, die Berechnung der Verbindungen erfolgt also nach der ersten Gesprächsminute sekundengenau. Der Tarif kann nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch für Verbindungen in das und aus dem Ausland genutzt werden, sofern dort Roaming-Partner von o2 verfügbar sind, denn die Tchibo-Fonie wird über das Mobilfunk-Netz von o2 abgewickelt.

Die einmalige Einrichtungsgebühr für den Mobilfunk-Anschluss entfällt, wenn der Mobilfunk-Vertrag vor dem 30. November abgeschlossen wird. Das selbe gilt für die Grundgebühr der ersten drei Monate. Die monatliche Grundgebühr ist davon abhängig, ob der Neukunde ein subventioniertes Handy von Tchibo bekommen möchte, von denen zur Zeit zwei zur Auswahl stehen. Entscheidet er sich für das in Verbindung mit dem Vertragsabschluss erhältliche Nokia 3120 oder Philips 362, refinanziert er es durch einen Teil der monatlichen Grundgebühr. Die SIM-Karte mit dem Tchibo-Tarif kann aber auch in dem bisher verwendeten Handy benutzt werden, sofern es nicht SIMlock-gebunden ist. Wenn auf ein neues Handy verzichtet wird, fällt für den Tchibo-Tarif eine wesentlich geringe Grundgebühr an. Die monatliche Grundgebühr kann nochmals um einen Euro pro Monat reduziert werden, wenn es dem Kunden ausreicht, seine Mobilfunk-Rechnung per eMail zu erhalten. Verzichtet der Nutzer auf die Rechnung aus Papier, wird ihm jeden Monat ein Euro gutgeschrieben.

Interessant ist auch, dass eine bisherige Mobilfunk-Rufnummer von einem anderen Anbieter in den Tchibo-Tarif portiert werden kann. Durch diese Rufnummernmitnahme (MNP) entstehen zusätzliche Kosten. Für viele Mobilfunk-Kunden, die seit Jahren einen klassischen Mobilfunk-Vertrag eines Netzbetreibers nutzen, lohnt sich inzwischen der Gedanke an einen Wechsel zu Anbietern wie Tchibo oder klarmobil (Telespiegel-News vom 29.09.2005). Dabei sollte allerdings nicht vergessen werden, dass diese Anbieter für die Abwicklung der Verbindungen immer eines der Netze der Netzbetreiber nutzen. Anrufer müssen die Gebühren zahlen, die ihnen auch bei Telefonaten in das entsprechende Netz entstehen würden. Sind also zwei Partner, nennen wir sie Klara und Kurt, Kunden des Netzbetreibers Vodafone, telefonieren sie untereinander netzintern und deshalb günstig. Würde Klara zum Beispiel in den Tchibo-Tarif wechseln, könnte sie von dem günstigen Allround-Preisen von 15 Cent pro Minute profitieren, Kurt würde dann aber den Preis für ein Gespräch von einem Vodafone-Anschluss in das o2-Netz bezahlen, wenn er sie anruft und wäre dadurch im Nachteil. Ein Wechsel sollte deshalb immer wohl überlegt sein.

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