Schnelles Internet – Wie weit hängt Deutschland beim Netzausbau zurück?

Schnelles Internet - Wie weit hängt Deutschland beim Netzausbau zurück?

Die digitale Infrastruktur nimmt Form an. Dabei ist das Internet besonders in Bereichen wie Wirtschaft und Privatleben von Bedeutung. Voraussetzung für die effiziente Nutzbarkeit ist ein flächendeckender Netzausbau. Verglichen mit anderen Ländern hängt Deutschland aber deutlich zurück. Vor allem in ländlichen Regionen gibt es nach wie vor Probleme, die nur stückweise angegangen werden.

Nun aber haben Menschen in Deutschland inzwischen ein offizielles Recht auf schnelles Internet. Was das bedeutet und woran die Verzögerungen liegen, haben wir hier zusammengefasst.

Kein Vergnügen ohne hohe Bandbreite – Deutschland muss nachlegen

An Angeboten hapert es nicht: Remote Work, Streaming, Online-Shopping, Gaming – ein großer Teil des Lebens findet im Internet statt. Das fordert ein Umdenken auf Regierungsebene, wie sich im praktischen Alltag immer wieder zeigt.

In anderen Bereichen ist die hohe Bandbreite aber unverzichtbar, besonders im Hinblick auf die weitere Verbreitung von Homeoffice. Für cloudbasiertes Arbeiten ist eine stabile und schnelle Internetverbindung unerlässlich. Was in der Theorie funktionieren müsste, erweist sich in der Praxis aber schnell als die Achillesferse des Landes.

Status quo in Deutschland: Es geht nicht schnell genug voran

Als eine der vier erfolgreichsten Wirtschaftsnationen Europas, müsste Deutschland auch im Hinblick auf Internetverfügbarkeit zu den führenden Ländern gehören. Wie ein globaler Vergleich beweist, ist davon aber nichts zu sehen. Im weltweiten Vergleich landet Deutschland bei der Internetgeschwindigkeit gerade einmal den 46. Platz, weit abgeschlagen hinter Singapur auf Platz 1.

Auch im Hinblick auf die Bandbreite im Mobilfunknetz sieht es nicht viel besser aus. International gesehen ist im Februar 2023 der 36. Platz für Deutschland erreichbar. Die durchschnittliche Internetgeschwindigkeit liegt hierzulande gerade einmal bei 83,2 Mbit/s. Verglichen hierzu bringt es Singapur auf eine Geschwindigkeit von 237,15 Mbit/s, dicht gefolgt von China mit 226.77 Mbit/s.

Die Top 10 Länder mit dem schnellsten Internet:

Auch wenn es kurzfristig vor einigen Jahren Hoffnung gab, schneidet Deutschland im internationalen Vergleich immer wieder schlecht ab. Der fehlende Ausbau ist eine Sache, aber woran liegt die Verschlechterung hinsichtlich der Geschwindigkeit? Daran ist Deutschland nicht direkt schuld. Die führenden Länder investieren deutlich mehr Zeit und Kapazität in den Ausbau der Internet-Infrastruktur und setzen sich damit auf den vorderen Plätzen ab.

Bereitschaft vorhanden – in der Praxis gibt es noch Probleme

Im Bundesland Rheinland-Pfalz zeigen sich die Schwächen beim Ausbau mehr als deutlich. Vielerorts werden Arbeiten durchgeführt, Glasfaserkabel sollen sicheres und schnelles Internet bereitstellen. Die Umsetzung funktioniert aber nur schlecht, die versprochene Geschwindigkeit kommt nicht an. Geringere Bandbreite, Fehler bei der Telefonverbindung, und Totalausfall des Internets stehen auf der Tagesordnung.

Das sorgt natürlich für Unmut in der Bevölkerung. Das Problem sind laut Verbraucherzentrale vollmundige Versprechen, die seitens der Anbieter nicht eingehalten werden können. Ganz ohne Rechte bleiben die Verbraucher aber nicht. Auch hier weiß die Verbraucherzentrale Rat. Langanhaltende Störungen können zum Anspruch auf eine Entschädigung führen. Sobald die Probleme länger als drei Tage anhalten, stehen dem Kunden täglich fünf Euro zu. Schon ab dem fünften Tag sind 20 % des gesamten Monatsbeitrags als Entschädigung erstattungsfähig.

Ist also nicht der fehlende Wille, sondern die Kompetenz verantwortlich für das deutsche Desaster? Als führendes Unternehmen hat sich die Deutsche Glasfaser dazu entschieden, rund 700 000 Anschriften in Rheinland-Pfalz bis zum Jahr 2030 mit Glasfasertechnologie zu versorgen. Die Freude ist verhalten, denn die andauernden Baustellen belasten das Leben in der Gemeinde. Und auch der Glaube an die tatsächliche Umsetzung ist vielen Endkunden verloren gegangen. Hier heißt es in der Zukunft, deutlich mehr auf Zuverlässigkeit zu setzen und den Mund nicht übermäßig vollzunehmen.

Das Recht auf schnelles Internet – ein Kabinettsbeschluss weist die Richtung

Künftig kommt es bei der Wahl des richtigen Internetanbieters nicht mehr nur auf den DSL-Preisvergleich an. Stattdessen steht auch die Geschwindigkeit klar im Fokus. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, digitale Teilhabe für alle Menschen zu ermöglichen. Und in diesem Zug wurde das Recht auf einen schnellen Internetzugang verabschiedet. In der Praxis bedeutet diese Entscheidung, dass das Internet via Festnetz überall in Deutschland in einer Mindestgeschwindigkeit von 10 Mbit/s bereitstehen muss.

Was sich positiv anhört, hat mit Highspeed aber nur wenig zu tun. Profitieren können hiervon nur Haushalte, die in ländlichen Regionen oder an Stadtgrenzen leben. Hier könnte sogar eine Basis für den Ausbau des Breitband-Internets geschaffen werden. Innerstädtisch haben die meisten Haushalte aber bereits schnelleres Internet zur Verfügung. Sie profitieren vom neuen Gesetz nicht, sofern die Mindestwerte nicht angepasst werden.

Tatsächlich hat sich die Ampel-Regierung in Deutschland zu einem weitreichenden Versprechen hinreißen lassen. Die flächendeckende Ausstattung des Landes mit Glasfasertechnologie und 5G (Mobilfunk), gehört zu den erklärten Zielen. Anfang 2022 konnten gerade einmal 20 % aller deutschen Haushalte Glasfaser-Internet für sich nutzen. Die Pläne sehen voraus, dass spätestens 2025 mindestens 50 % der Haushalte Zugriff aufs schnelle Internet haben.

Hier korrelieren vor allem zwei Bereiche miteinander: die Ansprüche der Bevölkerung vs. die Machbarkeit in der Praxis. 10 Mbit/s reichen allenfalls zur Grundversorgung, nicht aber zum performancestarken Arbeiten im Homeoffice, wenn der Partner parallel einen Film bei Netflix streamt.

Fazit: Es besteht Nachholbedarf auf ganzer Linie

Versprechungen, Planungen, Prognosen – all das nutzt in der Praxis nicht viel und verärgert die Bürger immer weiter. Um wirklich den Anschluss an vorbeiziehende Länder nicht zu verlieren, muss die Regierung handeln. Am schlimmsten trifft es derzeit noch immer ländliche Regionen, die durch die fehlende Netzanbindung auch aus wirtschaftlicher Sicht nicht attraktiv genug scheinen. Bleibt abzuwarten, ob die frommen Wünsche der Regierung sich bis 2025 tatsächlich erfüllen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
eazy

Eazy erweitert sein Angebot

Jetzt gibt es auch Mobilfunk-Tarife

Mit den neuen „eazyGo“-Tarifen erweitert der Anbieter sein Angebot um Mobilfunktarife im Vodafone-Netz. Drei günstige Tarife sowie Kombi-Optionen mit Kabel-Internet bieten flexible Laufzeiten und eine einfache Online-Bestellung. […]

Smartphone als Keimträger: Jeder Sechste reinigt nie sein Display

Smartphone als Keimträger

Jeder Sechste reinigt nie sein Display

Viele Menschen tragen ihr Smartphone überallhin – doch bei der Reinigung herrscht Nachlässigkeit. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Jeder Sechste putzt sein Display nie. Warum das problematisch ist – und wie man es richtig macht. […]