
Die ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) ging aus einem Zusammenschluss von Interessenverbänden hervor und gilt als die Verwaltung der technischen Grundlagen des Internets, ohne dass ihre Vorgaben jedoch in verbindliches Recht übergehen. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Vergabe von Internetadressen. Nun bewilligte die ICANN diverse neue Top-Level-Domains. Dazu gehören neben .shop, .eco, .web, .med, .gay, .film, .music, .hotel, .nyc, .sfo und .berlin auch .xxx. Um Letztere gab es lange Streit. Unter anderem stellten sich einige Regierungen, aber auch die ICANN selbst, jahrelang gegen die Einführung dieser Top-Level-Domain.
Der Grund war die zu erwartende Filterung der Internetprojekte mit dieser Domain durch einige Länder. Die Schaffung der .xxx-Domain ermutige zum Einsatz von Filtern, äußerte der ICANN-Vorstand Georg Sadowsky. Die Stabilität und Sicherheit des Netzes seien dadurch gefährdet, mahnte der stellvertretende US-Wirtschaftsminister Lawrence Strickling. Saudi-Arabien machte bereits deutlich, den Zugang zu Internetinhalten mit der Endung .xxx zu sperren. Die Erotikindustrie sieht diese Möglichkeit ebenfalls und ist deshalb von der Einführung der neuen Top-Level-Domain auch nicht begeistert.
Dennoch erwartet die ICM Registry, eine Firma, die eigens dafür gegründet wurde, diese Domains zu verwalten, gute Geschäfte. Die neuen Internetadressen mit der .xxx-Endung können nur Internetangebote mit pornografischem Inhalt erhalten. Sie seien eine Möglichkeit, ein Internetangebot gezielt als Erwachsenenunterhaltung auszuweisen. Es lägen bereits 300 000 Vorbestellungen vor, erklärte ICM Registry und nannte auch den Preis pro Domain. Zwischen 75,– und 100,– US-Dollar kostet eine Registrierung. Es ist möglich, dass zukünftig alle Anbieter pornografischer Inhalte im Netz eine solche Domain nutzen sollen, fest steht das jedoch bisher nicht.
Hinterlasse jetzt einen Kommentar