Start – Notruf-App Nora für Menschen mit Behinderung

Start - Notruf-App Nora für Menschen mit Behinderung

Mit der heute gestarteten Notruf-App „Nora“ wird in Deutschland ein Meilenstein für barrierefreie Kommunikation im Notfall gesetzt. Die kostenfreie App, die in allen gängigen App-Stores erhältlich ist, ermöglicht es Menschen mit eingeschränkten Sprech- und Hörfähigkeiten, eigenständig einen Notruf abzusetzen. Entwickelt wurde die App in einer Gemeinschaftsleistung aller Bundesländer unter der Federführung Nordrhein-Westfalens. Hessen begleitete das Projekt und unterstützte die Entwicklung mit rund 160.000 Euro bis 2021.

Barrierefreie Hilfe in Notfällen

Die Notruf-App „Nora“ bietet eine schnelle und einfache Möglichkeit, in kritischen Situationen Unterstützung anzufordern. Über die App können Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienste gerufen werden – und das barrierefrei. Besonders für Menschen, die die Notrufnummern 110 und 112 telefonisch nicht nutzen können, stellt die App eine revolutionäre Neuerung dar. Doch nicht nur Menschen mit Behinderungen profitieren: Auch in bedrohlichen Situationen, in denen ein Notruf unbemerkt bleiben soll, kann die App durch ihren „stillen Notruf“ Leben retten. Dank der Standortbestimmung werden die Einsatzkräfte direkt zum Notfall-Ort geleitet, selbst wenn den Betroffenen ihr Standort nicht bekannt ist.

Früher: Notruf-Fax und Gebärdendolmetscherdienst

Bisher waren Menschen mit Sprach- und Hörbehinderungen auf das Notruf-Fax und den Gebärdendolmetscherdienst TESS-Relay angewiesen. Diese Methoden hatten jedoch deutliche Einschränkungen: Ein Notruf-Fax konnte nur von einem stationären Faxgerät aus gesendet werden, und Rückfragen durch die Einsatzleitstelle waren aufwendig. Der Dolmetscherdienst fungierte als Vermittler, war jedoch auf die Verfügbarkeit von Dolmetschern angewiesen. Mit „Nora“ wird nun ein flexibler und moderner Ansatz geschaffen, der jederzeit und überall einsatzbereit ist.

So funktioniert die App

Die intuitive Gestaltung der App ermöglicht es, Notrufe schnell und unkompliziert abzusetzen. Die Nutzer*innen hinterlegen freiwillig persönliche Daten wie Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und Behinderungen direkt auf ihrem Smartphone. Diese Informationen werden nur im Notfall an die zuständigen Leitstellen übermittelt.

Der Notruf selbst erfolgt über ein einfaches System mit maximal fünf Fragen, die durch Symbole, leicht verständliche Texte und eine benutzerfreundliche Führung unterstützt werden. Besonders in kritischen Situationen, in denen Diskretion gefragt ist, kann der stille Notruf genutzt werden, um unbemerkt Hilfe zu rufen.

Bundesweit verfügbar – auch mehrsprachig

Die App steht im gesamten Bundesgebiet zur Verfügung und ist sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch nutzbar. Durch die Standortübermittlung und die direkte Verbindung zur nächsten Leitstelle wird eine schnelle und effiziente Hilfe sichergestellt.

Mit der Einführung von „Nora“ wird ein entscheidender Schritt hin zu mehr Barrierefreiheit und Sicherheit gemacht. Die App zeigt, wie technologische Innovation Menschen helfen kann, in Notsituationen schnelle und verlässliche Unterstützung zu erhalten – unabhängig von physischen oder sprachlichen Einschränkungen.

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