
Die Anzahl der Fans bei Facebook und der Follower bei Twitter sind inzwischen ein wichtiges Merkmal geworden. Es macht den Anschein einer großen Relevanz einer Marke, wenn viele Menschen in sozialen Netzwerken und Microblogging-Diensten daran Interesse zeigen. Für manche definiert sich demnach der Grad der Popularität und der Wert der Marke auch über die Menge der Fans und Follower. Dass eine große Menge Follower auf Twitter aber nicht maßgeblich für ein großes Interesse an dem Account-Inhaber sein muss, bewies der IT-Sicherheitsdienst Barracuda. Ein Team von Barracuda Labs richtete drei Twitter-Accounts ein und kaufte für diese Accounts zwischen 20.000 und 70.000 Follower, also Nutzeraccounts, die den Beiträgen (Tweets) des Account folgen.
Sie fanden im Rahmen der Studie „The Underground Economy of Buying Twitter Followers: Dealers, Abusers and Fake Accounts„ heraus, dass von 20 eBay-Verkäufern und auf 58 Webseiten unter den 100 ersten Google-Suchergebnissen Twitter-Follower verkauft werden. Die meisten der als Follower verwendeten Nutzerkonten sind offensichtlich Fake-Accounts. Der durchschnittliche Preis je 1.000 Follower betrug 18 US-Dollar. Auch Re-Tweets werden relativ günstig verkauft.
Eine große Anzahl Follower bei Twitter muss demnach nicht zwangsläufig ein Beweis für großes Interesse sein. Es ist auch möglich, dass sich das Unternehmen, die Institution oder die Person sich Follower für seinen Twitter-Account gekauft hat, um wichtig zu wirken oder die eigenen Nachrichten zu verbreiten. In das Rampenlicht der Öffentlichkeit geriet diese Möglichkeit aufgrund eines Vorfalls in den USA. Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat hatte innerhalb kürzester Zeit verhältnismäßig viele neue Follower, während die Follower-Anzahl in den Monaten davor nur langsam angestiegen war. Das löste Diskussionen aus.
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