
Der BitTorrent-Tracker The Pirate Bay ist mit rund 20 Millionen Nutzern eine der größten Tauschbörsen des Internets und gehört zu den 100 meistbesuchten Webseiten. Über The Pirate Bay können Nutzer mit anderen Nutzern (Peer-to-Peer, P2P) Dateien austauschen, zum Beispiel Musik, Filme und Computerspiele. Zwar können so auch urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Genehmigung des Rechteinhabers verbreitet werden. Doch weil BitTorrent-Server nur die Inhalte austauschenden Nutzer miteinander verbinden und selber keine Inhalte anbieten, ist ihre Legalität bisher lediglich umstritten.
In den Focus der breiten Öffentlichkeit geriet The Pirate Bay durch die Beschlagnahme ihres Servers in Schweden. Die Betreiber wurden von einem schwedischen Gericht wegen Komplizenschaft bei der Bereitstellung von Raubkopien zu Haft- und Geldstrafen verurteilt. Gegen das Urteil legten sie Berufung ein. Auch in den Niederlanden steht noch ein Gerichtsverfahren an. Große Unternehmen aus dem Bereich Film und Musik strengten Schadensersatzklagen gegen die Betreiber von The Pirate Bay an.
Nun erklärte das schwedische Unternehmen Global Gaming Factory (GGF), dass es die Torrent-Website The Pirate Bay für 60 Millionen Kronen, das sind rund 5,5 Millionen Euro, übernehmen wolle. Die Betreiber von The Pirate Bay bestätigten diese Aussage in ihrem Weblog. Zugleich hat Global Gaming Factory den Softwareproduzenten Peeralism für umgerechnet rund 9,1 Millionen Euro gekauft. Dessen neu entwickelte P2P-Technologie soll künftig in The Pirate Bay integriert werden.
Dann soll es auch ein neues Geschäftsmodell geben. The Pirate Bay soll so betrieben werden, dass auch Entgeltzahlungen an die Lieferanten von Inhalten und Besitzer von Urheberrechten möglich seien, heißt es von GGF. Der GGF-Geschäftsführer sagte dem `Svenska Dagbladet´, die bisherigen Betreiber seien reine Idealisten, die ausschließlich das Wohl der Internetnutzer beim Filesharing im Auge gehabt haben. Ob aber der Kaufvertrag für The Pirate Bay in Kraft tritt, hänge von der Klärung offener Finanzierungsfragen und davon ab, ob die erworbenen Aktivitäten legal und entsprechend eigener Absichten angewandt werden können, hiess es von Global Gaming Factory.
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