
Der Röntgenblick von Superman diente den Entwicklern eines innovativen Chips als Vorbild. Mit der Technologie ist es möglich, unter anderem hinter Wände oder in Pakete und Umschläge zu schauen. Vorausgegangen sind beinahe zwei Jahrzehnte an Forschung.
Was steckt hinter dem Röntgenblick fürs Smartphone?
Entwickelt wurde der Imager-Chip von Forschern der Seoul National University und der University of Texas in Dallas. Dem Röntgenblick liegt eine Technologie zugrunde, die nicht völlig neu ist und beispielsweise bereits in Passagierkontrollgeräten an Flughäfen zum Einsatz kommt. Doch den Forschern gelang es jetzt, den Chip so zu verkleinern, dass er sogar in Smartphones Platz findet. Zusätzlich erreichten die Forscher eine Verbesserung der Bildqualität. Der nur rund 0,25 Quadratmillimeter große Bildsensor fängt Signale auf, die vom Zielobjekt reflektiert werden. Die winzigen Pixel erzeugen dann ein Bild des Zielobjekts. Die Signale, die hierfür vom Bildgeber ausgesendet werden, sind für das menschliche Auge nicht erkennbar. Es handelt sich um 300 GHz-Signale im Millimeterwellenbereich – einer Frequenz, die zwischen Mikrowellen und Infrarotstrahlen liegt.
„Diese Technologie ist so etwas wie der Röntgenblick von Superman. Doch wir verwenden Signale mit 200 bis 300 Gigahertz anstelle von Röntgenstrahlen, die gesundheitsschädlich sind“, erläutern die Forscher.
Was ermöglicht die Technologie?
Mithilfe des innovativen Chips ist es unter anderem möglich, hinter Wänden Holzbalken, Risse in Rohren oder Kabeln zu identifizieren. Zudem kann der Röntgenblick im Smartphone bereits einen Hinweis darauf geben, was sich in einem Umschlag oder Paket befindet. Denn es ist möglich, die Umrisse des Inhalts mit der Technologie sichtbar zu machen. Was der Röntgenblick im Smartphone jedoch nicht leisten kann, ist beim Glücksspiel Lottozahlen oder bei Merkur Spiel Kombinationen vorauszusagen. Dies ist selbst durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz nicht möglich. Denn auch diese Technologie kann nicht in die Zukunft sehen. Bislang kann ein Zielobjekt mithilfe des Chips zudem lediglich im Nahbereich untersucht werden – nämlich in einem maximalen Abstand von einem Zentimeter. Für die Zukunft wollen die Forscher den Imager-Chip jedoch so weiterentwickeln, dass der Röntgenblick auch in einem Abstand von bis zu zwölf Zentimetern funktioniert. Ein weiteres Ziel der Weiterentwicklung der Technologie ist es, selbst noch kleinere Zielobjekte aufnehmen zu können. Diese weiteren Verbesserungen des Röntgenblicks im Smartphone könnten dann auch für Kriminelle interessant sein. Diese könnten künftig die Technologie beispielsweise für Diebstähle missbrauchen. Dennoch ermöglicht die Innovation der Forscher auch neue Möglichkeiten. So wäre auch ein Einsatz in der Medizin denkbar. Bis der Röntgenblick im Smartphone alltagstauglich wird, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen, denn aktuell dauert der Vorgang noch mehrere Stunden. Die Forscher zeigen sich jedoch optimistisch, dass irgendwann ein Einsatz in Echtzeit auf dem Smartphone möglich ist.
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