
Umfangreiche Ermittlungs- und internationale Zusammenarbeit führte zu einem riesigen Schlag gegen ein Online-Betrugsnetzwerk. Im Rahmen der von Interpol koordinierten Polizeioperation mit dem Namen „Operation First Light 2024“ wurden beinahe 4 000 Personen festgenommen und Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 257 Millionen US-Dollar beschlagnahmt.
Was steckt hinter dem Betrügernetzwerk?
Das bei der Operation, die in 61 Ländern stattfand, zerschlagene Netzwerk von Cyberkriminellen steht im Verdacht, für Straftaten wie beispielsweise Liebesbetrug, Identitätsbetrug und Anlagebetrug verantwortlich zu sein. Ferner sollen die Betrüger für Phishing und den Betrieb von gefälschten Websites für Online-Shopping verantwortlich sein. So gelang es den Ermittlern beispielsweise, zahlreiche Betrugsfälle aufzudecken. Allein 3,7 Millionen US-Dollar wurden aus einem Identitätsbetrug sichergestellt. Ebenso konnten mehr als 330 000 US-Dollar bei einem versuchten Betrug mittels geschäftlicher Mails abgefangen werden.
Welchen Erfolg konnte „Operation First Light 2024“ erzielen?
„Die Ergebnisse dieser globalen Polizeioperation sind mehr als nur Zahlen. Sie bedeuten, dass Leben gerettet und Verbrechen verhindert wurden“, betont der Direktor des Interpol-Zentrums für Finanzkriminalität, Isaac Kehinde Oginni.
Im Zuge der Razzien, die bereits zwischen März und Mai dieses Jahres durchgeführt wurden, wurden 3 950 Verdächtige festgenommen und knapp weitere 15 000 Personen identifiziert, die im Verdacht stehen, an möglichen Straftaten beteiligt gewesen zu sein. Neben mehr als 120 US-Dollar Vermögenswert in Form von Immobilien, Sammelobjekten, Fahrzeugen und mehr, stellten die Ermittler ca. 2 Millionen US-Dollar Kryptowährung sicher. Sämtliche Daten der beschlagnahmten 350 Mobiltelefone sowie mehr als 160 Computer werden jetzt im Generalsekretariat von Interpol ausgewertet. Die internationale Zusammenarbeit führte außerdem dazu, dass 88 Jugendliche in der Hauptstadt Namibias aus den Fängen der Mafia befreit werden konnten. Sie waren zu betrügerischen Handlungen gezwungen worden. Jährlich entsteht nach Schätzungen allein der deutschen Wirtschaft durch Cyberkriminalität ein Schaden in Höhe von 206 Milliarden Euro. Daher hat der erfolgreiche Schlag gegen das international agierende Betrugsnetzwerk eine stärkende Wirkung auf die Weltwirtschaft.
Wer war an der Operation beteiligt?
Finanziert wurde „Operation First Light 2024“ in erster Linie durch das chinesische Ministerium für öffentliche Sicherheit. Neben den zentralen Polizeiämtern für Europa, Europol sowie deren Entsprechungen für Asien und Afrika, waren portugiesische und brasilianische Behörden, das Betrugsbekämpfungszentrum der Polizei Singapur, das Anti-Täuschungs-Koordinationszentrum der Ordnungshüter von Hongkong und örtliche Banken in der Operation involviert, die im Jahr 2023 startete.
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