Neuer Bahnfunk ab 2027 – 5G für weniger Verspätungen und Funklöcher

Neuer Bahnfunk ab 2027 – 5G für weniger Verspätungen und Funklöcher

Mit dem Umstieg auf ein neues IT-System im Bahnfunk soll zum einen die Pünktlichkeit von Zügen in Deutschland wesentlich verbessert und zum anderen Fahrgästen das Telefonieren ohne Unterbrechungen ermöglicht werden. Auf einigen Strecken soll das sogenannte „Future Railway Mobile Communication System“ bereits ab 2027 zur Verfügung stehen.

Was steckt hinter dem „Future Railway Mobile Communication System“?

Das IT-System, das auf der aktuellen schnellsten Mobilfunkgeneration 5G basiert, soll Funklöcher schließen und Zugfolgen verkürzen. Für die Umsetzung des neuen Bahnfunks ist die Errichtung von insgesamt 20 000 neuen, speziellen Masten deutschlandweit notwendig. Entlang der S-Bahnlinien 2 und 21 in Hamburg wird bereits auf das neue schnelle Netz gesetzt, das sowohl Fahrgastversorgung als auch FRMCS ermöglicht. Neben dem schwedischen Netzausrüster Ericsson beteiligt sich an der Ausrüstung des Deutschen Bahnbetriebs auch der Wettbewerber Nokia aus Finnland. Ericsson hat an den 15 Meter hohen Masten Sender und Antennen installiert, die FRMCS ermöglichen. Die Erwartungen und Hoffnungen in das neue IT-System, das die Zugsteuerung revolutionieren soll, sind groß. Basierend auf der zurzeit schnellsten Mobilfunktechnik, soll eine Übertragung von sicherheitsrelevanten Informationen zwischen dem Bahnkontrollzentrum und den Zügen möglich sein. Bislang wird in Deutschland noch auf das sogenannte GSM-Railway gesetzt, welches auf der zweiten Mobilfunkgeneration basiert. Bis zum Jahr 2035 soll das System nach und nach durch FRMCS abgelöst werden, da die Abschaltung von GSM für diesen Zeitpunkt geplant ist.

Welche Vorteile bringt der neue Standard?

„Die Fahrgäste erwarten zurecht in einem Land wie Deutschland, während der Fahrt unterbrechungsfrei telefonieren und mit Highspeed surfen zu können“, sagt Verkehrsminister Volker Wissing.

Dies soll durch FRMCS realisiert werden. Denn die geplante Umrüstung auf 5G wird Fahrgästen während der Fahrt sowohl ermöglichen, mit hohen Datenraten zu surfen als auch Telefonate ohne lästige Unterbrechungen führen zu können. Doch nicht nur in diesem Punkt sollen Fahrgäste profitieren. Durch das neue IT-System soll es deutlich weniger Verspätungen bei der Bahn geben. Mit FRMCS lassen sich die Abstände zwischen den Zügen wesentlich verkürzen, ohne dass die Sicherheit hierunter leidet. Aufgrund automatischer Bremsmanöver und einem geringeren Abstand zwischen den Zügen ist eine effizientere Nutzung des Schienennetzes möglich. Auch autonomes Fahren wird möglich, da verschiedene Kameras und Sensoren sämtliche Daten sammeln. Die Echtzeit-Übertragung sorgt darüber hinaus dafür, dass auch mögliche Schäden am Zug sofort an die Leitstelle übertragen werden.

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