
Die BundID, die 2019 eingeführt wurde und als digitale Identität für den Zugang zu Verwaltungsleistungen dient, erlebt einen herben Rückschlag. Mehrere hunderttausend inaktive Konten wurden gelöscht. Damit sinkt die Zahl von rund 5,3 Millionen Nutzerkonten (Ende 2024) auf ca. 4,9 Millionen.
Was ist die BundID eigentlich?
Vor sechs Jahren führte die Bundesregierung die BundID ein. Sie dient als zentrales Identitätskonto für den Zugang zu Verwaltungsdiensten in Deutschland. Dies ermöglicht es Bürgern, alle Online-Anträge über ein einziges Konto abzuwickeln, während gleichzeitig „höchster Schutz für Ihre Daten“ gewährleistet wird. Mit der Einführung der BundID sollte die digitale Verwaltung vereinfacht und Bürgern der Zugang zu Verwaltungsdiensten erleichtert werden. Ein nächster Schritt in der Entwicklung ist das geplante Onlinezugangsgesetz 2.0, kurz OZG 2.0, das die BundID in die sogenannte DeutschlandID überführen soll. Ziel ist die Schaffung eines einheitlichen digitalen Bürgerkontos, das als zentrale digitale Identität aller Verwaltungsprozesse dient. Dieses Vorhaben unterstreicht die langfristige Bedeutung der BundID und zeigt, dass digitale Bürgerkonten in Deutschland zunehmend an Relevanz gewinnen.
Weshalb ist die Zahl der Nutzerkonten jetzt so gesunken?
Der aktuelle Rückgang der Kontenzahl ist kein Hinweis auf eine mangelnde Akzeptanz durch die Bürger. Vielmehr handelt es sich um die gesetzlich vorgeschriebene Löschung inaktiver Konten nach 24 Monaten, um den Datenschutz zu gewährleisten. Die Vorschrift stellt sicher, dass nur aktive Konten bestehen bleiben und dadurch personenbezogene Daten nicht unnötig lange gespeichert werden. Von der aktuellen Löschung der BundID-Konten sind vorwiegend solche betroffen, die für Einmalzahlungen von 200 Euro für Studierende und Schüler im Jahr 2023 und anschließend nicht mehr genutzt wurden.
Weshalb ist die Entwicklung der BundID dennoch positiv zu bewerten?
Trotz des Rückgangs der Gesamtzahl zeigt sich die Akzeptanz des digitalen Bürgerkontos in einem positiven Licht. Die Nutzung verbleibender Konten steigt deutlich an. Seit Mai dieses Jahres verzeichnet die BundID einen monatlichen Zuwachs von rund 154 000 neuen Nutzern. Zudem hat sich die Zahl der Log-ins pro Monat im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Sie liegt nun bei durchschnittlich zwei Millionen. Insgesamt sind rund 1 800 Online-Dienste sowie Verwaltungsportale an die BundID angeschlossen, was die steigende Bedeutung der digitalen Verwaltung hierzulande unterstreicht. Die Entwicklung zeigt, dass digitale Identität und Online-Verwaltung langfristig eine zentrale Rolle spielen werden.
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