Digitale Medizin – Sind Patienten bereit für den Online-Termin beim Zahnarzt?

Digitale Medizin: Sind Patienten bereit für den Online-Termin beim Zahnarzt?

Die Digitalisierung in der Medizin (E-Health) kann ein sensibles Thema sein, insbesondere wenn Patienten unmittelbar von den Veränderungen betroffen sind. Anstelle des traditionellen Zahnarztbesuchs wird zunehmend die Videosprechstunde eingeführt. Doch stellt sich die Frage, ob Patienten schon bereit sind für den Online-Termin beim Arzt.

Oft bleibt der Arztbesuch unerlässlich

Die digitale Sprechstunde beim Zahnarzt ist derzeit nur begrenzt sinnvoll. Die Technologie ist bisher nicht ausgereift genug, um hochwertige Live-Aufnahmen aus dem Mund zu übertragen. Natürlich könnte sich dies in den kommenden Jahren ändern. Bislang können Zahnärzte jedoch lediglich Besprechungs- und Beratungstermine online anbieten. Dies funktioniert besonders gut, wenn der Patient bereits zuvor in der Praxis war. Auf diese Weise hat der Arzt alle erforderlichen Unterlagen und ist mit der Anamnese des Patienten vertraut. Neuen Patienten bleibt derzeit noch der Gang in die Praxis nicht erspart. Auch alle inkludierten Leistungen der Zahnzusatzversicherung von der Mundhygiene bis zur Implantation können nur vor Ort beim Zahnarzt durchgeführt werden. Für Patienten ändert sich somit aktuell bis jetzt nicht allzu viel. Die Online-Sprechstunde ist aber besonders gut geeignet, um sich die Meinung von mehreren Experten einzuholen. Denn Entfernung spielt bei den digitalen Sprechstunden keine Rolle.

Der erste Schritt für Angstpatienten: Die gewohnte Umgebung nicht verlassen

Viele Menschen empfinden Angst vor dem Zahnarztbesuch. Für einige Patienten löst allein der Gedanke an den Termin in der Praxis bereits Panik aus. Die Furcht vor möglichen Schmerzen und den unangenehmen Geräuschen der Bohrer kann weitreichende Konsequenzen haben. Wer seine Kontrolltermine auslässt, riskiert umfangreichere Behandlungen, da unbehandelte Karies und ähnliche Probleme erhebliche Schäden verursachen können. Die Online-Sprechstunde kann hierbei ein erster Schritt sein, um die Angst zu überwinden. Denn Patienten müssen dafür nicht einmal die Praxis aufsuchen. Dadurch entfällt die unmittelbare Möglichkeit einer Behandlung, was die Überwindung spürbar verringert. So kann sich der Zahnarzt zumindest ein erstes Bild machen oder Tipps bei akuten Zahnschmerzen oder Entzündungen geben. In weiterer Folge bleibt aber auch Angstpatienten der Besuch in der Praxis nicht erspart. Bis dahin kann aber bereits eine Vertrauensbasis mit dem Zahnarzt und dessen Team aufgebaut werden. So haben Angstpatienten das Gefühl, sich in gute Hände zu begeben.

Keine Sorge um den Datenschutz: Die Online-Kommunikation ist sicher

Patientendaten sind höchst vertraulich. Das gilt natürlich auch, wenn sich die Kommunikation mit dem Arzt in den digitalen Bereich verlagert. Viele Menschen sind hier jedoch noch skeptisch und nur ein Drittel der Patienten würde die Online-Sprechstunde regelmäßig in Betracht ziehen. Es besteht jedoch kein Grund zur Sorge. Die Videosprechstunde wird ausschließlich über spezielle, zertifizierte Tools abgewickelt, die strenge Datenschutzstandards erfüllen. Zudem erhalten die Patienten einen einmaligen TAN-Code, um dem Gespräch beizutreten. Auf diese Weise ist es unmöglich, dass unbefugte Dritte unbemerkt Zugang zur virtuellen Sprechstunde erlangen. Seitens der Patienten ist keine besondere Vorbereitung erforderlich. Die Teilnahme am Online-Gespräch kann bequem über einen PC oder ein Smartphone erfolgen. Wenn es sich lediglich um eine Beratung handelt, ist eine Webcam nicht zwingend erforderlich. Auf diese Weise können offene Fragen vom Zahnarzt in kürzester Zeit geklärt werden.

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