Mehr als 300.000 Gbit/s – Neuer Geschwindigkeitsrekord im Glasfasernetz

Mehr als 300.000 Gbit/s – neuer Geschwindigkeitsrekord im Glasfasernetz

In internationaler Zusammenarbeit gelang einem Forscherteam rund um Wladek Forysiak und Ian Phillips ein neuer Rekord: die Übertragung von Daten mit 301 000 Gigabit pro Sekunde über eine einzige handelsübliche Standard-Glasfaser. Der Erfolg der Forscher der Aston University ist ein bedeutsamer Schritt in der Weiterentwicklung der Glasfasertechnologie.

Wie gelang den Forschern der Geschwindigkeitsrekord?

„Im Großen und Ganzen wurden die Daten über eine optische Faser gesendet, wie bei einer Internetverbindung zu Hause oder im Büro. Wir haben jedoch neben den handelsüblichen C- und L-Bändern zwei zusätzliche Spektralbänder, das E-Band und das S-Band verwendet“, erklärt Phillips.

Bei der Glasfasertechnologie werden Lichtsignale über die Kunststoff- oder Glasfaserleitungen geschickt. Hierfür werden für gewöhnlich spezifische Lichtwellenlängen von 850, 1 300 und 1 550 Nanometern eingesetzt. Durch die Erschließung neuer Wellenlängenbänder konnte jetzt die 4,5 Millionen Mal schnellere Übertragungsgeschwindigkeit als die durchschnittliche Breitbandverbindung in Haushalten erreicht werden. Denn während normalerweise hauptsächlich das sogenannte C-Band und das L-Band verwendet werden, nutzten die Forscher zwei weitere zusätzliche Spektralbänder. Nämlich das erweiterte Wellenlängenband (E-Band) sowie das Kurzwellenband (S-Band). Hierdurch wurden die zur Verfügung stehenden Kapazitäten erhöht. Um die zusätzlichen Bänder nutzen zu können, musste das Team zuvor neue optische Verstärker und optische Verstärkungsausgleicher entwickeln. Der bisherige Rekord von 178 000 Gbit pro Sekunde, der erst im Dezember vergangenen Jahres aufgestellt wurde, konnte damit deutlich übertroffen werden.

Was bedeutet der Erfolg für die Zukunft des Glasfasernetzes?

Im Jahr 2022 gelang es Forschern des Nationalen Instituts für Informations- und Kommunikationstechnologie aus Japan, Daten mit einer Geschwindigkeit von 1,02 Petabit pro Sekunde zu übertragen. Das entspricht 1 020 000 Gigabit pro Sekunde und ist damit die schnellste Datenübertragung, die jemals gemessen wurde. Allerdings wurde hierfür kein handelsübliches Glasfaserkabel verwendet, sondern ein speziell angefertigtes Kabel. Die Übertragung von großen Datenmengen wird immer wichtiger. Der jetzige Erfolg des internationalen Teams könnte in Zukunft dazu führen, dass es für Endnutzer bedeutende Verbesserungen in der Übertragungsgeschwindigkeit gibt. Denn die bereits jetzt bestehenden Leitungen können für die erzielte Geschwindigkeit genutzt werden. Eine neue Infrastruktur wäre nicht notwendig, weshalb keine zusätzlichen Kosten für die Steigerung der Datenübertragungsrate anfallen würden.

„Es ist auch eine umweltfreundlichere Lösung als der Einsatz von mehr und neueren Glasfasern und Kabeln, da das vorhandene Glasfasernetz besser genutzt wird, was seine Datenübertragungskapazität erhöht und seine Nutzungsdauer und seinen wirtschaftlichen Wert verlängert“, betont Phillips.

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