Sterben Emojis aus? – Gen Z entwickelt ihre ganz eigene Symbolsprache

Sterben Emojis aus? – Gen Z entwickelt ihre ganz eigene Symbolsprache

Tag für Tag werden auf der ganzen Welt mehr als zehn Milliarden Emojis versendet. Aktuell gibt es 3 790 unterschiedliche Emojis, mit denen User ihre digitale Kommunikation mit anderen lebendiger und mit mehr emotionaler Tiefe gestalten können. Die Comic-Darstellungen ersetzen in der digitalen Welt Mimik und Gestik. Doch die Verwendung kann auch zu Missverständnissen führen.

Weshalb haben Emojis längst keine eindeutige Definition mehr?

Emojis sind sehr beliebt, aber sie unterliegen genau wie viele andere Dinge auch einem generationsspezifischen Wandel. Von der Gen Z – also von Personen, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden – werden sie verstärkt als uncool wahrgenommen. Sie verwenden weniger Emojis als die Vorgängergenerationen. Dennoch verzichtet Gen Z nicht vollständig auf die Nutzung. Stattdessen hat die Generation angefangen, der klassischen Verwendung den Kampf anzusagen, und ihre ganz eigene Symbolsprache entwickelt. Diese unterschiedliche Verwendung der Comic-Darstellungen führt dazu, dass es zu Missverständnissen zwischen den kommunizierenden Personen kommen kann. Denn die Wahrnehmung und Verwendung können sich stark unterscheiden. Beispielsweise nehmen einige Nutzer den hochgestreckten Daumen als passiv-aggressiv wahr oder sehen hinter dem lächelnden Smiley Sarkasmus. Das zeigt, dass die kleinen Symbole längst nicht mehr nur dafür genutzt werden, um Emotionen auszudrücken, sondern auch Ironie oder Sarkasmus. Was ein Emoji genau bedeutet, hängt daher maßgeblich vom Kontext, der Person, der Generation, aber auch der Plattform ab, auf der es genutzt wird. Emojis sind zu Identitätsmarkern und kulturellen Symbolen geworden.

Was steckt hinter der eigenen Symbolsprache von Gen Z?

Längst dürfte klar sein, dass nicht mehr nur die ursprüngliche Definition eines Emojis bestimmt, wann und wofür er geschickt wird. Der soziale Kontext spielt eine starke Rolle dabei und kann sehr unterschiedlich sein. Gen Z, die Emojis eher als uncool bewertet, will durch eine eigene Symbolsprache ihre Zugehörigkeit zur Generation und gleichzeitig eine kreative Abgrenzung ausdrücken. Gängige Darstellungen, um unter anderem Trauer auszudrücken, wie das gebrochene Herz oder ein trauriger Smiley, werden einfach durch andere Emojis ersetzt. Um Trauer zu symbolisieren, greift die Generation Z eher auf die verwelkte Blume zurück. Das führt so weit, dass das Seilbahn-Emoji, das einst zu den am wenigsten genutzten Comic-Darstellungen gehörte, in diesem Jahr einen ungeahnten Hype erlebte. Die jungen Nutzer verwenden das Seilbahn-Emoji jetzt, um auszudrücken, dass sie etwas verrückt oder witzig finden. Um auszudrücken, dass sie sich „totlachen“, verwenden sie den nackten Schädel. Aufgrund dieser unterschiedlichen Interpretationen können insbesondere zwischen den Generationen Missverständnisse in der Online-Kommunikation entstehen.

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