Angriffswelle beim Messenger Signal – Politiker und Co. betroffen

Angriffswelle beim Messenger Signal – Politiker und Co. betroffen

Eine neue Welle von Phishing-Angriffen sorgt für Unruhe in der politischen Kommunikation. Ausgerechnet der als besonders sicher geltende Messenger Signal steht dabei im Fokus. Sicherheitsbehörden wie der Verfassungsschutz schlagen Alarm und warnen vor gezielten Angriffen auf hochrangige Nutzer.

Was ist passiert?

Die Angriffe treffen offenbar unter anderem gezielt Politiker, darunter sollen auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner sowie einige SPD-Abgeordnete sein. Besonders brisant bei der aktuellen Angriffswelle ist, dass Signal eigentlich als einer der sichersten Messenger-Dienste überhaupt gilt. Gerade deshalb wird er auch von Politikern und Co. genutzt. Genau dieses Vertrauen scheint jetzt ausgenutzt worden zu sein. Denn nach Einschätzung deutscher Sicherheitsbehörden handelt es sich nicht um zufällige Angriffe, sondern um eine gezielte Kampagne. Ziel ist es, Zugriff auf Nutzerkonten zu erlangen und die Kommunikation auszuspähen. Betroffen sind dabei nicht nur Politiker, sondern auch Militärangehörige, Beamte, Diplomaten und Investigativjournalisten. Konkrete Zahlen gibt es bislang nicht. Doch Hinweise deuten darauf hin, dass die Angriffswelle größere Kreise ziehen könnte als zunächst angenommen.

Welche Rolle spielen staatliche Akteure bei den Angriffen?

Die Hintergründe der Kampagne sind besonders sensibel. Aus Sicherheitskreisen heißt es, dass sogenannte Cyberakteure beteiligt sind, die möglicherweise staatlich gesteuert werden. Ein konkretes Land wird offiziell nicht genannt, doch internationale Einschätzungen gehen weiter. So sprach der niederländische Geheimdienst offen von „staatlichen russischen Hackern“ und das FBI von „Cyberakteuren, die mit den russischen Geheimdiensten in Verbindung stehen“. Bereits Anfang Februar hatten das Bundesamt für Verfassungsschutz, kurz BfV, und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, umfassende Sicherheitshinweise veröffentlicht. Die mehrseitigen Dokumente enthalten konkrete Handlungsempfehlungen, um Angriffe zu erkennen und Schäden zu begrenzen. Nun wurde die Warnung nochmals verschärft. Wörtlich heißt es:

„Allen Betroffenen wird dringend empfohlen, die Anleitung zu befolgen, um eine mögliche Kompromittierung der eigenen Kommunikationskanäle festzustellen und zu bereinigen.“

Wie reagieren die Behörden und Betroffenen auf die Bedrohung?

Die Reaktionen fallen entsprechend ernst aus. Parteien und Fraktionen wurden gezielt kontaktiert, um sie für die Gefahr zu sensibilisieren. Die SPD-Bundestagsfraktion arbeitet nach eigenen Angaben „eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen und unterstützt die Aufklärung vollumfänglich“. Überdies wird eingeräumt, dass „einige wenige Abgeordnete“ der SPD-Fraktion von der Angriffswelle betroffen sind. Auch Signal selbst betont, die Vorfälle ernst zu nehmen. Die Situation zeigt, dass selbst als sicher geltende Messenger keinen vollständigen Schutz vor gezielter Cyberkriminalität bieten. Entscheidend bleibt daher ein wachsames Verhalten der Nutzer und eine konsequente Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen.

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