Telefonanschluss bei Dt. Telekom gekündigt – Arcor gesteht Fehler ein

Telefonanschluss bei Dt. Telekom gekündigt - Arcor gesteht Fehler ein

Vor sogenannten Haustürgeschäften wird immer wieder gewarnt. Dabei werden oft voreilig Verträge unterschrieben, wobei manche Kunden regelrecht überrumpelt werden. Manchmal haben solche Geschäfte auch weitreichende Auswirkungen.

Die betagte Lisa D. (Rentnerin, 84 Jahre) hatte im Juni dieses Jahres unangemeldeten Besuch durch einen Vertreter, welcher im Auftrag der Firma Arcor unterwegs war. Nachdem der Verkaufsprofi sich verabschiedet und Frau D. bewusst wurde, dass sie durch ihre Unterschrift gerade einem Wechsel ihres Telefonanschluss von der Dt. Telekom zur Firma Arcor zugestimmt hatte, wollte sie von ihrem 14tägigen Rücktrittsrecht für Haustürgeschäfte fristgerecht Gebrauch machen.

Zu ihrer Verwunderung wurde jedoch von Arcor mitgeteilt, dass für Lisa D. kein Auftrag zur Bearbeitung vorlag. Trotzdem wurde der Briefkasten der Seniorin kurz darauf mit Briefen und Päckchen der Arcor AG & Co KG gefüllt. Freilich war als Empfänger Lisa T. (mit dem Anfangsbuchstaben des Nachnamen T statt D) genannt.

Am 21. Juni stellte die Dt. Telekom ihre Leistung ein, Lisa D. konnte nicht angerufen werden und natürlich auch keine ausgehenden Gespräche mehr führen. Arcor hatte den Anschluss gekündigt. An einen Neuanschluss durch Arcor war aber nicht zu denken. Die Begründung welche das Unternehmen durch Sprecher Thomas Krick mitteilen ließ, war eindeutig. Ein Antrag auf Leistung durch Arcor wurde durch Lisa T. zwar gestellt, weil diese aber nicht Lisa D. ist, wurde der Antrag nicht weiter bearbeitet. Einen bedauerlichen Fehler nannte Herr Krick diese Angelegenheit, die vermutlich durch einen Eingabefehler zustande gekommen sei.

Vor allem, als Arcor zur Kenntnis nehmen musste, dass die Seniorin in ihrer Wohnung gestürzt war und auf Grund der nicht funktionierenden Telefonleitung keine Hilfe über den extra eingerichteten Hausnotruf rufen konnte. Lisa D. lag fünf Stunden mit gebrochenem Oberarm hilflos in ihrer Wohnung, bis sie durch Zufall von ihrem Enkel gefunden wurde.

Das die alte Dame unter der bisherigen Rufnummer an einem Telefonanschluss der Dt. Telekom wieder telefonieren kann, ist ihrem Rechtsanwalt zu verdanken. Nach dessen Kontaktaufnahme versprach Arcor den Vertrag sofort aufzulösen und alle erfolgten Lastschriften rückgängig zu machen. Zusätzlich entschuldigte sich Arcor bei der Rentnerin mit einem Blumenstrauß.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Nutzung des Glasfasernetzes – Urteil für Stärkung der Verbraucherrechte

Update

BGH bestätigt 24 Monate Laufzeit bei Glasfaser

Die Vertragslaufzeit darf bei Glasfaseranschlüssen nicht erst ab Freigabe des Anschlusses beginnen. Denn der Ausbau dauert teilweise bis zu einem Jahr. Mit diesem Urteil werden die Verbraucherrechte gestärkt, da Verbraucher nicht länger als zwei Jahre an einen Anbieter gebunden sein dürfen. […]

Digitale Marktplätze für Gamer – So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze für Gamer

So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze bieten Gamern neue Möglichkeiten, ihre Spielerfahrungen zu erweitern. Diese Plattformen ermöglichen den Kauf und Verkauf von Spielkonten und virtuellen Gütern. Trotz der Vorteile gibt es auch Risiken, die beachtet werden sollten. […]

CCC-Kongress 2025 – Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

CCC-Kongress 2025

Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

Der diesjährige 39C3 zeigte speziell, wie kritisch Europas digitale Abhängigkeit ist. Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass digitale Selbstbestimmung, Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit neu gedacht werden müssen. Dafür wurden konkrete Auswege aufgezeigt. […]

Social-Media-Ausstieg – viele Jugendliche wenden sich bewusst ab

Social-Media-Ausstieg

Viele Jugendliche wenden sich bewusst ab

Jugendliche nutzen Social Media kritischer und erkennen die Risiken. Daher wenden sich viele bewusst ab. Einzelne Plattformen wie Instagram oder YouTube sind dennoch weiterhin für junge Menschen von hoher Bedeutung. Das zeigt die aktuelle „Jugend-Digitalstudie 2025“ der Postbank. […]