Twitter – Kritik an fremde Tweets in neuer Timeline

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Der Social-Media-Dienst Twitter hat partiell ein Update eingespielt, das in der Twitter-Community sehr umstritten ist. Anders als bisher werden bei vielen Accounts jetzt beliebte Tweets eingeblendet. Das ist eine deutliche Abkehr von der bisherigen Timeline-Gestaltung. Die Nutzer konnten selbst entscheiden, welchen Account sie folgen und sich so ihre Timeline selbst zusammenstellen. Nun entscheidet Twitter über relevante Inhalte.

Die alte Timeline bei Twitter ist mit der bei Facebook vergleichbar. Es wurden dort Tweets (Kurzmeldungen) der Accounts eingeblendet, denen ein Nutzer folgt. Anders als bei Facebook gab es aber keine anderen Meldungen. Jeder Nutzer konnte Tweets durch Retweeten weiterverbreiten und so zu einem viralen Verbreiten beitragen. Viele Nutzer zogen es aber vor, Meldungen „nur„ zu favorisieren, was eine zweite Funktion in der Timeline ist. Dies entspricht einem Like auf Facebook und wird auf Twitter nicht verbreitet.

Seit dem letzten Wochenende ist Twitter von dieser klaren Linie abgewichen. Schon länger ist in der Erklärung der Timeline der Punkt ergänzt worden, dass Twitter auch Werbung, relevante Tweets oder besonders beliebte Meldungen in die Timeline eines Accounts einfließen lassen kann. Für das Unternehmen wären insbesondere Werbe-Tweets eine wichtige Möglichkeit, Umsätze zu generieren. Damit ist aber auch das Tor geöffnet, dass Twitter den Nutzern Tweets vorsetzt, die sie gar nicht wünschen. Die Aufregung ist groß: Die Nutzer kritisieren, dass sie die Kontrolle über die eignen und über die gewünschten Inhalte verlieren. Einige befürchten sogar, dass in einem geschlossenen Kreis gepostete Tweets durch eine große Anzahl von „Favorisieren-Klicks“ auf fremden Timelines erscheinen könnten.

Während die Nutzer über die neue Timeline-Gestaltung diskutieren, greift Twitter derzeit immer häufiger noch aus einem anderen Grund in die Tweetlisten ein. Im Zuge des Feldzuges der IS-Terroristen in Syrien und Irak werden über Twitter aus verschiedenen Accounts Videos beworben, in denen die Enthauptung des amerikanischen Journalisten James Foley zu sehen sein sollen. Twitter hat einen rigorosen Kampf gegen Nutzer angekündigt, die auf entsprechendes Material hinweisen. Während das Sperren und Löschen entsprechender Accounts auf viel Zustimmung stößt, kritisieren einzelne Nutzer Twitters Untätigkeit bei anderen moralisch bedenklichen Inhalten und bei gestohlenen Accounts.

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