Telekom – Ladestation für E-Autos an Verteilerkästen

Telekom Technik

Das Thema Elektromobilität bewegt die ganze Welt. Deutschland hinkt etwas hinterher. Dabei spielt vor allem die Zurückhaltung beim Kauf eine Rolle. Einer der wichtigsten Faktoren dabei: Der Mangel an Ladestationen. Die Telekom hat nun ihre Pläne konkretisiert, auf diesem Feld tätig zu werden. Das Telekommunikationsunternehmen plant demnach den Bau eigener Ladestationen für E-Autos, die aus den Verteilerkästen des Festnetzes gespeist werden sollen.

Plan der Telekom: Stromtankstellen aus Verteilerkästen

Laut Bericht der Automobilwoche will die Telekom ab Mitte des Jahres 12.000 Ladestationen direkt an ihren Verteilerkästen bauen. Rund 500 dieser „Elektro-Tankstellen“ sollen als Schnellladestationen ausgebaut werden. Erst im Herbst 2017 hatte das Unternehmen die Zahl ihrer aktuell gebauten Stationen genannt: 1.000. Bei Realisation ihrer Pläne würde die Telekom das eigene Netz um ein Vielfaches ausbauen.

Möglich ist das Schaffen der dringend benötigten Infrastruktur durch moderne Verteilerkästen. Bei der Umrüstung ihres Festnetzes stellt die Telekom nicht nur auf IP-Telefonie sowie vor Ort auf Vectoring um, sondern rüstet Knotenpunkte mit Glasfaser und einer leistungsstarken Stromquelle aus. Diese Stromquellen reichen an den ausgemachten 12.000 Verteilerkästen aus, um die Elektro-Tankstellen einzurichten. Im Zuge des Netzausbaus könnte diese Zahl noch steigen, denn insgesamt verfügt die Telekom über mehr als 300.000 Verteilerkästen in Deutschland.

Ladestationen für E-Autos: Comfort Charge verdoppelt kurzfristig das Angebot

Bei Fertigstellung würde sich die Zahl der vorhandenen Ladepunkte in Deutschland ohne weiteren Ausbau weiterer Anbieter mindestens verdoppeln. Stand November 2017 gab es in Deutschland rund 10.700 öffentlich zugängliche Ladepunkte an 4.730 Ladesäulen und 500 Schnellladesäulen. Die Telekom würde mit ihrem Comfort Charge genannten Angebot einen erheblichen Beitrag zum Ausbau der Infrastruktur für Elektromobilität leisten. Nach Expertenschätzungen gibt es bis 2020 einen Bedarf von bis zu 70.000 solcher „Tankmöglichkeiten“.

Bis 2020 will die Telekom das Projekt abschließen. Die Kosten belaufen sich auf rund 30 Millionen Euro. Bisher ist allerdings noch unklar, ob pro Verteilerkasten ein Ladepunkt oder mehrere entstehen und wie schnell die Angebote die Batterien der E-Autos wirklich wieder füllen. Eine große Unbekannte ist ebenfalls, ob die Telekom auch überall die benötigte Parkfläche neben ihren Verteilerkästen ausweisen kann. Hier ist das Unternehmen auf Unterstützung von Kommunen und ggf. Besitzern angrenzender Grundstücke angewiesen.

1 Kommentar

  1. Wie Sie richtig berichten, ist Deutschland sehr regressiv, was den Ausbau von Ladestationen angeht. Die Idee der Telekom ist nett als eine Übergangslösung, doch bis 2022 sollen 1 Mio. Elektroautos auf den Straßen Deutschlands unterwegs sein. Man sollte mehr Tankstellen bauen.

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