Online-Casino – Suchtforscher & Krankenkasse kritisieren Legalisierung

Online-Casino – Suchtforscher & Krankenkasse kritisieren Legalisierung

Da es seit Jahren keine einheitliche Regulierung des Glücksspiels in Deutschland gab, entstand eine gefährliche Grauzone. Im Januar dieses Jahres haben sich die Bundesländer nun auf eine einheitliche Regulierung des Glücksspielmarktes geeinigt. Bereits im Juli nächsten Jahres soll der Glückspielneuregulierungsstaatsvertrag (GlüNeuRStV) in Kraft treten. Hierdurch soll ein legales, aber kontrolliertes Zocken im Internet ermöglicht werden. Suchtforscher und die Krankenkasse DAK kritisieren die Legalisierung.

Weshalb sind die Suchtforscher und die Krankenkasse gegen die Zulassung?

Sowohl die Krankenkasse DAK-Gesundheit als auch das Deutsche Zentrum für Suchtfragen warnen davor, dass die Suchtgefahr durch die Legalisierung des Online-Casinos für die Spieler weiter erhöht wird. Das legale Online-Glücksspiel birgt ein hohes Risiko. Beide Parteien sprechen sich weiter dafür aus, dass das Zocken im Internet in Deutschland weiterhin illegal bleibt. Wird die Legalisierung dennoch durchgesetzt, sollte es zumindest ein Verbot für Werbung bezüglich des Online-Zockens geben. „Dies ist mit Blick auf den Jugendschutz besonders wichtig“, betont Andreas Storm, DAK-Vorstandschef. Durch die bunte Werbung für das Glücksspiel würden insbesondere Teenager und junge Erwachsene angesprochen werden. Das Suchtpotential für minderjährige Spieler würde hierdurch nachweislich noch weiter erhöht werden. Für das Verbot von Glücksspiel im Internet sprach sich zudem der Fachbeirat Glücksspielsucht der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie aus. Auch hier wird auf die enorm hohen Risiken und das Suchtpotential hingewiesen. Die Kontrollmöglichkeiten seien sehr eingeschränkt.

Kritik an der festgelegten Höchstgrenze

Das Online-Glücksspiel soll nach Angaben der Redakteurin Jytte Theilen zwar legal, jedoch streng überwacht werden. Hierzu ist unter anderem auch eine spezielle zentrale Glücksspielbehörde der Länder vorgesehen. Darüber hinaus soll das Online-Zocken durch eine geplante Höchstgrenze von Online-Spieleinsätzen von 1 000 Euro pro Monat festgelegt werden, um die Spieler zu schützen. Rainer Thomasius, der Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, hält diese Höchstgrenze allerdings für viel zu hoch. Sie müssen erheblich gesenkt werden. Darüber hinaus betonte er, dass die Legalisierung die Suchtgefahr insbesondere für Jugendliche erhöhe. Am 12. März sollen die Ministerpräsidenten der Länder dem neuen Staatsvertrag zustimmen. Nach einer anschließenden Ratifizierung durch die einzelnen Landesparlamente, soll er dann am 1. Juli 2021 in Kraft treten, nämlich dann, wenn der noch gültige Glücksspiel-Staatsvertrag ausläuft.

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