Test – 12 Programme für Videotelefonie im Vergleich

Test – 12 Programme für Videotelefonie im Vergleich

Gerade in Zeiten der Corona-Krise sind die direkten sozialen Kontakte sehr eingeschränkt. Die Videotelefonie hat daher einen neuen Stellenwert eingenommen und wird von Millionen Menschen weltweit genutzt, um mit Freunden, Bekannten und der Familie in Kontakt bleiben zu können. Aber nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Leben ist ein Austausch über digitale Medien momentan unerlässlich. Immer mehr Unternehmen und Firmen greifen daher auf Videokonferenzen zurück, um mit den Mitarbeitern in engem Kontakt zu bleiben.

Was ist die Videotelefonie?

Die ersten Versuche Telefonate mit einer Bildübertragung durchzuführen, gab es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Heutzutage läuft die Videotelefonie über das Internet. Es handelt sich dabei um ein Telefonat, bei dem sich die Personen gleichzeitig sehen können. Ein Videotelefonat kann von jedem geführt werden, der über einen Computer oder Laptop mit Webcam oder über ein Smartphone oder Tablet mit Kamerafunktion verfügt. Ebenso sind eine Internetanbindung und eine entsprechende Software notwendig. Mittlerweile gibt es zahlreiche verschiedene Apps, die Videotelefonie ermöglichen. Auch über WhatsApp oder Facebook kann ein Videochat begonnen werden. Während Anwendungen wie Skype oder FaceTime häufig bereits auf den Geräten vorinstalliert sind, müssen andere Programme zunächst runtergeladen werden.

Welche Vorteile bietet ein Videotelefonat?

Der wesentliche Vorteil des Telefonats mit bewegtem Bild ist, dass die andere Person nicht nur zu hören ist, sondern auch deren Gestik und Mimik wahrnehmbar ist. Dies ist für die Kommunikation oftmals sehr wichtig. Darüber hinaus können sich mehrere Personen gleichzeitig an einem Gespräch beteiligen, die sich in einem Raum befinden. Das Videotelefonat ermöglicht zudem das Zeigen von Gegenständen durch die Kamera.

Der Test der Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest hat insgesamt 12 Videochat-Programme genauer unter die Lupe genommen. Fünf davon schnitten mit der Note Gut ab. Bei dem Test wurde festgestellt, dass die Funktionsvielfalt der meisten Programme sehr groß ist. So ist es bei den meisten Programmen auch möglich, sich über einen Chat auszutauschen oder Bilder und Dateien zu teilen. Drei der getesteten Anwendungen sind kostenpflichtig. Diese sind in dem Test jedoch eher auf den hinteren Plätzen gelandet, weshalb sich die Investition kaum lohnt. Auffällig ist, dass bis auf zwei Anbieter alle anderen erhebliche Mängel in den Datenschutzerklärungen aufweisen.

Welche Programme haben am besten abgeschnitten?

Die ersten beiden Plätze werden von Videochat-Programmen von Microsoft belegt. Ganz vorn liegt Microsoft Teams Basic mit der Note Gut (2,0), dicht gefolgt von Microsoft Skype, das ebenfalls mit der Note Gut (2,1) abgeschnitten hat. Während des Prüfungszeitraums war Teams noch kostenpflichtig und für 4,20 Euro pro Monat erhältlich. Mittlerweile gibt es auch eine kostenlose Version, die über eine etwas reduzierte Ausstattung verfügt. Die beiden Videochat-Programme von Microsoft haben bei Bild und Ton sowie bei der Handhabung jeweils die Note Gut erreicht. Beim Basisschutz persönlicher Daten erreichten die beiden hingegen nur ein Befriedigend. Ebenfalls noch mit der Note Gut abgeschnitten, haben die Programme Jitsi (2,4), TeamViewer Blizz (2,4) und Discord (2,5). Jitsi ermöglicht als einziger Anbieter der 12 getesteten Programme eine vollständige Nutzung sämtlicher Funktionen ganz ohne Registrierung. Nutzer mit einer eher langsamen Internetverbindung sollten zudem auf Jitsi zurückgreifen, da es mit schwachen Verbindungen am besten zurechtkommt. Bis auf Blizz erlauben alle Videochat-Plattformen mindestens zehn Teilnehmer sowohl im Textchat, Audiochat als auch Videochat.

Welche Videochat-Anbieter haben am schlechtesten abgeschnitten?

Am schlechtesten haben die beiden Programme GoToMeeting Professional sowie Mikogo Professional abgeschnitten. Ersterer Anbieter erreichte immerhin noch die Note Befriedigend (3,1), wohingegen Letzterer mit der Note Mangelhaft (5,1) äußerst schlecht abschnitt. Insbesondere das Bild sowie der Ton konnten bei Mikogo Professionals keinesfalls überzeugen und erhielten in dieser Kategorie lediglich ein Mangelhaft. Bei dem Videochat-Anbieter konnte zudem die Datensicherheit nicht überzeugen. Nutzern war es sogar möglich, die Chats von anderen Nutzern auszuspionieren. Beide Programme sind kostenpflichtig. Für GoToMeeting fallen 12,50 Euro pro Monat an und für den am schlechtesten abgeschnittenen Videodienst Mikogo sogar 15 Euro pro Monat.

Wie haben die anderen Anbieter abgeschnitten?

  • Cisco Webex: Befriedigend (2,6)
  • Google Hangouts: Befriedigend (2,7)
  • Slack Standard: Befriedigend (2,7)
  • Zoom: Befriedigend (2,8)
  • Bitrix 24: Befriedigend (2,9)

1 Kommentar

  1. „12 Videochat-Programme“ und alle aus den USA. Und dann wird der Datenschutz bemängelt? Abgespeicherte Daten auf Teams sind sowieso unverschlüsselt. Teams und Skype laufen darüber hinaus in der US Cloud. Wie können diese Anbieter Testsieger sein? Wo sind die europäischen Messenger wie Grape? Mich würde die Prüfmethodik von Stiftung Warentest interessieren, aber leider ist der Link tot.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Digitale Steuerbescheide ab 2026 – Papier nur auf Wunsch

Digitale Steuerbescheide ab 2026

Papier nur auf Wunsch

Ab 2026 werden Steuerbescheide in Deutschland in der Regel nur noch digital bereitgestellt. Papier gibt es nur auf Wunsch. Was bedeutet das für Bürgerinnen, Bürger und Kanzleien? Hier erfährst du verständlich, was sich ändert – und wie du dich vorbereitest. […]

Scheinbarer App-Zwang – congstar wegen Irreführung verurteilt

Scheinbarer App-Zwang 

 congstar wegen Irreführung verurteilt

Die Telekom-Tochter congstar behauptete, ihr Online-Kundencenter werde 2025 abgeschaltet – und drängte damit Kunden zum App-Download. Doch das stimmte gar nicht. Ein Gerichtsurteil deckt nun auf, wie weit der vermeintliche App-Zwang wirklich ging. […]

Urteil – Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Urteil 

 Sperrung von Social-Media-Kanälen eines Influencers

Das Oberlandesgericht Bamberg hat in seinem Urteil entschieden, dass die Sperrung mehrerer Social-Media-Kanäle eines Influencers durch eine Plattformbetreiberin nicht ohne Weiteres zulässig ist. Insbesondere stellte das Gericht fest, dass die bloße Weiternutzung eines weiteren Kanals keine automatisierte Umgehung der Sperrmaßnahme darstellt. […]

United Internet & 1&1 - Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet & 1&1

Marken, Produkte und Hintergründe zum Versatel-Verkauf

United Internet bündelt seine Telekommunikationsaktivitäten und verkauft die Netztochter 1&1 Versatel konzernintern an die 1&1 AG. Für Endkunden bleiben die bekannten Marken wie 1&1, IONOS, GMX oder WEB.DE bestehen. Der Artikel erklärt verständlich, welche Produkte die Unternehmen anbieten und was der mögliche Verkauf der Domain-Handelsplattform Sedo bedeutet. […]

Kritische Chrome-Lücke – Google veröffentlicht Notfall-Update

Kritische Chrome-Lücke

Google veröffentlicht Notfall-Update

Eine Chrome-Schwachstelle wurde aktiv von Cyberkriminellen ausgenutzt. Google hat mittlerweile ein Notfall-Update bereitgestellt, das dringend installiert werden sollte. Chrome-Nutzer müssen ihren Browser neu starten, um das Update zu aktivieren. […]