CCC-Kongress 2025 – Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage

CCC-Kongress 2025 – Europas digitale Abhängigkeit als Schlüsselfrage
Bildquelle: Chaos Computer Club

Europas größte Hackervereinigung, der Chaos Computer Club, veranstaltet bereits seit 1984 traditionell zwischen Weihnachten und Neujahr seinen Jahreskongress. In Hamburg zeigten die Teilnehmer unter anderem auf, wie tief Europa inzwischen von den US-amerikanischen Tech-Riesen abhängig ist. Der 39C3 kritisierte jedoch nicht nur, sondern lieferte auch konkrete Ideen für eine selbstbestimmtere digitale Zukunft.

Was war das Hauptthema in diesem Jahr?

Vom 27. bis zum 31. Dezember kamen Tausende Menschen zusammen, um sich auszutauschen, zu hacken und gemeinsam Visionen zu entwickeln. Der CCC-Kongress versteht sich als international, kommerzfrei, inklusiv und vollständig selbstorganisiert. Mit über 170 Vorträgen zählt die Veranstaltung zu den größten und wichtigsten Konferenzen für IT-Sicherheit weltweit. In diesem Jahr wurde besonders deutlich, dass die digitale Zukunft Europas an einem kritischen Punkt steht. Unter dem diesjährigen Motto „Power Cycles“ ging es insbesondere um die digitalen Machtverhältnisse. Dabei lag der Fokus auch auf Lösungsansätzen, wie sich diese Machtverhältnisse in Zukunft durchbrechen lassen. Denn die Dominanz US-amerikanischer Tech-Konzerne ist allgegenwärtig. Sowohl bei Betriebssystemen, Cloud-Infrastrukturen, sozialen Netzwerken als auch bei Künstlicher Intelligenz. Auf der Veranstaltung wurde darüber diskutiert, wie Nutzer wieder mehr Kontrolle über ihre Daten und Werkzeuge erlangen können.

Wie könnte die Macht der Tech-Riesen gebrochen werden?

Ein Ansatz wurde unter dem Schlagwort „Känguru-Rebellion“ vorgestellt. In Zukunft möchte der CCC gemeinsam mit anderen Organisationen an jedem ersten Sonntag im Monat deutschlandweit praktische Hilfe anbieten. Dadurch soll Menschen der Ausstieg aus Diensten der großen US-amerikanischen Konzerne erleichtert werden. Denn für viele ist der Wechsel von Plattformen wie Google, WhatsApp, Facebook und Co. alles andere als einfach. Speziell für Personen, die über keinerlei technisches Vorwissen verfügen. Angesichts dessen sind niedrigschwellige Unterstützungsangebote geplant. Etwa der Umstieg auf vertrauenswürdigere Messenger oder alternative Dienste. Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern auch um soziale Dynamiken.

„Nicht nur der Wechsel ist wichtig, wir müssen danach auch darüber sprechen. Am besten geben wir sogar damit an, dass wir uns von einem Big-Tech-Dienst befreit haben. „DIDit“, betont der Autor Marc-Uwe Kling auf der Veranstaltung.

Auf dem CCC-Kongress wird deutlich, dass die digitale Selbstbestimmung auch davon abhängig ist, dass Alternativen gesellschaftsfähig werden. Das ist durch Vorbilder, Austausch und Sichtbarkeit möglich.

Warum steht die KI massiv in der Kritik?

Ein weiteres zentrales Thema des Kongresses war die enorm schnelle und oft unkontrollierte Integration von Künstlicher Intelligenz in bestehende Systeme. Vornehmlich wurden hier Konzerne wie Microsoft und Co. genannt. Immer mehr KI-Features werden tief in Betriebssysteme, Cloud-Dienste und Alltagssoftware eingebaut. Die Konsequenzen für die Nutzer seien dabei kaum absehbar. Mit der Einführung sogenannter KI-Agenten, bei denen es sich um eigenständig handelnde Bots handelt, droht eine neue Eskalationsstufe, hieß es auf der Veranstaltung. Daher wurde in den Vorträgen auch eindringlich vor der weiteren Zentralisierung von Datenmacht gewarnt.

„Zentralisierte ‚soziale‘ Medien analysieren unsere Beziehungen und Interessen, um die Erkenntnisse möglichst gewinnbringend für Werbevermarktung oder politische Einflussnahme zu nutzen. Künstliche Intelligenz verstärkt diesen Trend: Immer größere Datenmengen können ausgewertet, automatisiert genutzt und wirtschaftlich verwertet werden. Auch Cloud-Dienste behandeln Nutzerdaten zunehmend als Rohstoff – nicht zuletzt, um Abhängigkeiten weiter zu vertiefen“, heißt es auf der Website des CCC.

Erwähnt wurde auch, dass Backups, Datenhoheit und Ressourcenschonung weiterhin ungelöste Baustellen seien. Denn es gebe zwar Vorgaben zur freien Browserwahl, aber keine Pflicht, transparent zu machen, wo Daten gespeichert werden.

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