WhatsApp macht die Handynummer unsichtbar – Die Benutzernamen kommen

WhatsApp macht die Handynummer unsichtbar – die Benutzernamen kommen
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Der weltweit beliebteste Messenger bekommt die größte Neuerung seit Jahren. Die Art, wie Millionen Menschen WhatsApp nutzen, wird sich dadurch verändern. Viele User haben die Funktion lange herbeigesehnt, jetzt kommt sie endlich: Benutzernamen. Das bringt viele Vorteile, gleichzeitig aber auch neue Risiken.

Warum führt WhatsApp Benutzernamen ein?

Bisher war die Nutzung von WhatsApp untrennbar mit der eigenen Handynummer verbunden. Wer eine Nachricht erhielt oder zu einer Gruppe hinzugefügt wurde, konnte auch die Telefonnummer des Absenders sehen. Das soll sich jetzt ändern. Bis Ende 2026 will WhatsApp nach eigenen Angaben die Nutzung von Benutzernamen vollständig eingeführt haben. So können User künftig unter einem frei gewählten Namen erreichbar sein, ohne ihre private Rufnummer preiszugeben. Wer die Funktion bereits nutzen kann, findet sie in den Einstellungen unter „Konto“ und „Benutzername“. Dort lässt sich der gewünschte Benutzername schon jetzt reservieren. Insbesondere in Gruppenchats oder beim Kontakt mit bislang unbekannten Personen bedeutet das deutlich mehr Privatsphäre. Die eigene Telefonnummer bleibt verborgen und muss nicht mehr automatisch mit jedem geteilt werden.

Welche Messenger bieten diese Möglichkeit bereits an?

WhatsApp ist mit der Entwicklung keineswegs alleine. Mehrere bekannte Messenger setzen schon seit Längerem auf Benutzernamen oder ähnliche Lösungen. Sie unterscheiden sich jedoch in puncto Registrierung und Datenschutz:

  • Signal: Die Telefonnummer ist für die Registrierung erforderlich, anschließend kann jedoch über einen Benutzernamen kommuniziert werden
  • Telegram: Die Telefonnummer kann gegenüber anderen Usern verborgen werden, während Kontakte über einen Benutzernamen möglich sind.
  • Facebook-Messenger: Hier wird der persönliche Facebook-Name beziehungsweise Benutzername genutzt, um zu kommunizieren.
  • Instagram-Messenger: Auch hier erfolgt der Kontakt über den Instagram-Benutzernamen.

Mit der Einführung schließt WhatsApp also zu Funktionen auf, die bei anderen Diensten bereits etabliert sind.

Worauf sollten Nutzer bei ihrem Benutzernamen achten?

So praktisch die Neuerung auch ist, Experten raten zu einer sorgfältigen Auswahl des Benutzernamens. Besonders wichtig sei dabei, nicht denselben Namen auf allen Plattformen zu verwenden. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt davor, dadurch unnötige digitale Spuren zu hinterlassen.

„Wer ein Pseudonym verwendet, das bereits auf anderen Plattformen genutzt wird, gibt WhatsApp ein wiedererkennbares Kennzeichen an die Hand“, betont die Referentin für Datenschutz und Datensicherheit der Verbraucherzentrale NRW, Ayten Öksüz.

Dadurch könnten Aktivitäten verschiedener Dienste leichter miteinander verknüpft werden. Und zwar selbst dann, wenn der echte Name nirgendwo auftaucht. Wer seine Privatsphäre möglichst gut schützen will, sollte deshalb einen Benutzernamen wählen, der ausschließlich bei WhatsApp verwendet wird.

Welche Vorteile bringt die neue Funktion?

Für viele User dürfte die größere Privatsphäre der wichtigste Pluspunkt sein. Gerade in größeren Gruppen oder bei neuen Kontakten muss die private Rufnummer künftig nicht mehr automatisch sichtbar sein. Auch aus Sicht der IT-Sicherheit ergeben sich Vorteile. Wird die Telefonnummer seltener veröffentlicht, sinkt das Risiko, dass sie von Kriminellen gesammelt und für Angriffe auf das Konto missbraucht wird. Gleichzeitig erschwert die neue Funktion Betrügern den Zugriff auf Telefonnummern, die sie bislang häufig über öffentliche WhatsApp-Gruppen sammeln konnten. Mit der Einführung der Benutzernamen reagiert der beliebte Messenger auf einen Wunsch vieler Nutzer, die ihre privaten Kontaktdaten besser schützen wollen, ohne auf den Messenger verzichten zu müssen.

Welche Gefahren sehen Verbraucherschützer?

Neben den Vorteilen warnen Experten jedoch auch vor neuen Betrugsmaschen. Da Fremde künftig Nachrichten verschicken können, ohne ihre Telefonnummer offenlegen zu müssen, könnten sich Cyberkriminelle leichter als bekannte Personen, Unternehmen oder sogar Behörden ausgeben. Phishing, Identitätsdiebstahl, Erpressungsversuche oder andere Formen des Online-Betrugs könnten dadurch begünstigt werden. Ein frei wählbarer Benutzername kann seriös wirken und Vertrauen schaffen, obwohl sich dahinter ein Betrüger verbirgt.

„WhatsApp-User sollten bei vermeintlichen Nachrichten von Prominenten, Unternehmen oder Behörden misstrauisch bleiben“, warnt Öksüz.

Wo kann der WhatsApp-Benutzername eingerichtet werden?

Den Benutzernamen kannst du direkt in der WhatsApp-App festlegen.
So geht’s:

  1. Tippe oben rechts auf die drei Punkte.
  2. Wähle Einstellungen.
  3. Öffne den Menüpunkt Konto.
  4. Tippe auf Benutzername.
  5. Vergib deinen gewünschten Benutzernamen und bestätige die Eingabe.

Hinweis: Der Benutzername steht nur zur Verfügung, wenn die Funktion bereits für dein WhatsApp-Konto freigeschaltet wurde.

Wie will WhatsApp die User schützen?

Schlüssel zu WhatsApp BenutzernamenWhatsApp hat angekündigt, die Einführung der Benutzernamen mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen zu begleiten. Welche Schutzmechanismen im Detail kommen, ist bislang allerdings noch nicht bekannt. Seit dem letzten Update ist der „Username Key“ (Benutzernamenschlüssel) vorhanden. Aktiviert der Nutzer diese Funktion manuell, reicht der Benutzername alleine nicht mehr aus, damit bislang unbekannte Personen eine Nachricht senden können. Zusätzlich wird dann dieser persönliche, vierstellige Schlüssel benötigt, der von WhatsApp vergeben wird. Die Funktion ist allerdings nicht automatisch eingeschaltet und muss bewusst aktiviert werden.

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