Achtung: Polizei warnt – Raffinierte, neue WhatsApp-Betrugsmasche

Achtung: Polizei warnt – raffinierte, neue WhatsApp-Betrugsmasche

Eine vermeintlich harmlose Nachricht von einem bekannten Kontakt reicht aus, damit das eigene WhatsApp-Konto in die Hände von Kriminellen gerät. Die Täter setzen dabei gezielt auf Vertrauen und Hilfsbereitschaft der eigenen Kontakte. Wer die Masche kennt, kann sich jedoch wirksam davor schützen und andere warnen.

Wie funktioniert die neue Betrugsmasche?

Die perfide Betrugsmasche, vor der die Polizei Mecklenburg-Vorpommern aktuell warnt, beginnt zunächst völlig unauffällig. WhatsApp-User erhalten eine Nachricht von einem ihrer Kontakte mit der Bitte, einen Link anzuklicken. Oft geht es angeblich darum, bei einem Online-Voting für ein Kind, einen Freund oder einen Bekannten abzustimmen. Da die Nachricht scheinbar von einer vertrauten Person stammt, schöpfen viele zunächst keinen Verdacht. Genau darauf setzen die Betrüger. Denn hinter dem Link verbirgt sich keine echte Abstimmung, sondern eine präparierte Internetseite. Dort werden die Betroffenen dazu aufgefordert, ihre Identität zu bestätigen. Beispielsweise durch das Eingeben einer PIN oder das Scannen eines QR-Codes. Wer dieser Aufforderung folgt, ermöglicht den Tätern damit unbemerkt Zugriff auf sein eigenes WhatsApp-Konto.

Welche Folgen hat das übernommene WhatsApp-Konto?

Sobald die Kriminellen Zugriff erhalten haben, übernehmen sie den Account vollständig. Anschließend schreiben sie die gespeicherten Kontakte mit glaubwürdig wirkenden Nachrichten an. Die Polizei informiert darüber, dass häufig behauptet wird, die Person befinde sich in einer finanziellen Notlage und benötige dringend Geld. Da die Nachrichten vom echten Profil eines Freundes oder Familienmitgliedes stammen, wirken sie besonders überzeugend. Viele Empfänger möchten gerne helfen und überweisen Geld, ohne die Geschichte zunächst zu hinterfragen. Genau dieses Vertrauen nutzen die Betrüger gezielt aus.

Welcher konkrete Fall ist bekannt?

Die Polizei Mecklenburg-Vorpommern berichtet unter anderem von einem 65-Jährigen, der eine WhatsApp-Nachricht eines Bekannten erhielt. Darin wurde er gebeten, über einen Link an einer vermeintlichen Online-Abstimmung teilzunehmen. Kurz nachdem er der Aufforderung gefolgt war, meldete sich sein Bekannter telefonisch und erklärte, dass sein WhatsApp-Account missbraucht worden sei. Für den 65-Jährigen kam die Warnung allerdings zu spät. Die Kriminellen hatten inzwischen bereits auch sein Konto übernommen und weitere Nachrichten an seine Kontakte versendet. Obwohl der Mann ebenfalls schnell reagierte und seine Kontakter warnte, überwiesen einige bereits Geld an die Täter. Nach Angaben der Polizei sind mehrere ähnliche Fälle bekannt.

Warum wirkt die Masche so glaubwürdig?

Die Betrüger gehen ausgesprochen professionell vor. Sie übernehmen nicht nur das WhatsApp-Konto, sondern führen Unterhaltungen. Die sind laut Polizei oftmals so überzeugend, dass selbst Rückfragen keinen Verdacht auslösen. Antworten erfolgen passend zum bisherigen Schreibstil und wirken authentisch. Wird ein Telefonat oder Ähnliches vorgeschlagen, lehnen die Täter dies meist mit scheinbar nachvollziehbaren Begründungen ab. Sie behaupten beispielsweise, nach einer Operation nicht sprechen zu können oder technische Probleme zu haben. Dadurch bleibt die Kommunikation ausschließlich in WhatsApp. Genau das möchten die Täter.

Wie kann man sich bestmöglich schützen?

Mit einigen Maßnahmen können Nutzer ihr WhatsApp-Konto besser schützen:

  • Keine Links aus Messenger-Nachrichten unüberlegt öffnen, selbst dann nicht, wenn sie von bekannten Kontakten stammen
  • QR-Codes oder Bestätigungscodes nur eingeben, wenn die Herkunft eindeutig nachvollziehbar ist
  • Bei ungewöhnlichen Nachrichten immer telefonisch oder persönlich nachfragen
  • „Zwei-Schritt-Verifizierung“ in WhatsApp aktivieren
  • Liste verknüpfter Geräte bei WhatsApp regelmäßig kontrollieren und unbekannte Geräte umgehend entfernen
  • Geldforderungen grundsätzlich über einen zweiten Kommunikationsweg prüfen

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