Versprechen für mehr Kinderschutz – Meta zahlt 14,3 Milliarden Euro

Versprechen für mehr Kinderschutz – Meta zahlt 14,3 Milliarden Euro

Der Mutterkonzern von Facebook und Instagram muss tief in die Tasche greifen. Mit zahlreichen US-Bundesstaaten hat sich der Tech-Gigant jetzt auf eine Zahlung von beinahe 16,7 Milliarden US-Dollar geeinigt. Damit enden vorerst gerichtliche Auseinandersetzungen, bei denen der Vorwurf im Mittelpunkt stand, Meta hätte Kinder und Jugendliche bewusst zu einer besonders intensiven Nutzung verleitet.

Weshalb kam es zu der Auseinandersetzung vor Gericht?

Gleich mehrere US-Bundesstaaten warfen dem US-amerikanischen Tech-Riesen vor, die Risiken seiner beliebten Plattformen für Minderjährige zwar gekannt, allerdings nicht ausreichend für Schutz gesorgt zu haben. Besonders kritisiert wurde dabei, dass Funktionen von Instagram und Facebook eine ausufernde Nutzung fördern könnten. Ferner soll Meta mögliche Folgen sowohl gegenüber den Eltern als auch der Öffentlichkeit verschwiegen haben. Die Kläger forderten daher nicht nur hohe Geldstrafen, sondern auch Veränderungen am Geschäftsmodell des Konzerns.

Was sieht der Vergleich mit Meta vor?

Der jetzt vereinbarte Betrag von rund 14,3 Milliarden Euro entspricht ungefähr dem Quartalsgewinn von Meta. Außerdem sollen Minderjährige die beiden beliebten Social-Media-Plattformen in Zukunft höchstens zwei Stunden täglich nutzen können. Vorgesehen sind verpflichtende Unterbrechungen nach 15 Minuten sowie nach 60 und 90 Minuten. Für zusätzlichen Schutz der Kinder und Jugendlichen soll auch die Altersverifizierung künftig „robuster“ werden. Bestimmte Funktionen des sozialen Vergleichs, darunter Schönheitsfilter sowie sichtbare Like-Zahlen, sollen zudem eingeschränkt und regelmäßig von unabhängigen Prüfern bewertet werden.

Welche Folgen kann Social Media für Minderjährige haben?

Die ständig verfügbaren Inhalte auf Social-Media-Plattformen können für Kinder und Jugendliche einen enormen Einfluss auf ihren Alltag haben. Endloses Scrollen sowie personalisierte Werbung und soziale Vergleiche können massiv dazu beitragen, dass die Kinder länger auf Plattformen bleiben als ursprünglich geplant. Insbesondere bei jungen Personen können zudem Schönheitsfilter und sichtbare Reaktionen den Druck erhöhen, bestimmten Idealen entsprechen zu müssen. Auch Cybermobbing und sexualisierte Gewalt im Netz sind ein massives Problem.

Was bedeutet die Einigung für Europa?

Auch in Europa steht der US-amerikanische Konzern bereits wegen seines Plattformdesigns unter Beobachtung. Die EU-Kommission stellte im Juli vorläufig fest, dass das „süchtig machende Design“ von Facebook und Instagram möglicherweise gegen den Digital Services Act verstößt. Im Mittelpunkt stehen vor allem Infinite Scroll, Autoplay, Push-Benachrichtigungen und personalisierte Empfehlungssysteme. Die aktuelle Einigung zwischen Meta und den US-Bundesstaaten hat allerdings keine direkten Auswirkungen auf die Europäische Union. Denn die geplante Zwei-Stunden-Grenze für Minderjährige wird hier nicht gelten. Sollte sich jedoch die Einschätzung der EU-Kommission bestätigen, könnte dies weitreichende Folgen für Meta haben. Denn daraus könnten in der EU dauerhafte rechtliche Vorgaben für die beliebten Plattformen entstehen.

Ist die jetzige Einigung wirklich ein Wendepunkt?

Zwar gab es eine Einigung, allerdings weist Meta die Vorwürfe weiterhin zurück. Das Unternehmen musste zuletzt jedoch auch an anderer Stelle Niederlagen einstecken. Beispielsweise in New Mexico, wo Meta zu einer Zahlung von mehr als einer halben Milliarde Dollar verpflichtet wurde. Im März kamen Geschworene in Los Angeles zu dem Schluss, dass YouTube und Meta fahrlässig mit den Risiken ihrer Dienste umgegangen seien. Es gibt aktuell also mehrere Entwicklungen gleichzeitig, die zeigen, dass der Umgang mit großen Social-Media-Plattformen und der Einfluss auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zunehmend zum juristischen und politischen Thema werden.

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