
Der Router ist das unscheinbare Zentrum im heimischen Netzwerk, der ein attraktives Ziel für Cyberangriffe ist. Oftmals ist er nicht ausreichend geschützt, wodurch auch andere Geräte wie Smartphones und Laptops, die mit ihm verbunden sind, gefährdet werden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik gibt Verbrauchern wichtige Tipps, wie der Router bestmöglich geschützt werden kann.
Weshalb sind Router eine mögliche Gefahrenquelle?
Viele Verbraucher schützen ihr Smartphone, Tablet und andere Geräte mit Updates und anderen Sicherheitsmaßnahmen, beim Router wird häufig jedoch kaum über die Sicherheit nachgedacht. Das kann fatal sein, denn das Gerät bildet die wichtige Schnittstelle zwischen dem eigenen Netzwerk und dem Internet. Gelingt es Kriminellen, diese Schwachstelle auszunutzen, können sie gegebenenfalls nicht nur auf den Router selbst, sondern auch auf alle Geräte im Netzwerk zugreifen und diese gefährden. Ebendarum lohnt es sich besonders, die wichtigsten Router-Einstellungen einmal genau unter die Lupe zu nehmen.
Welche Sicherheitsmaßnahmen empfiehlt das BSI?
Das BSI empfiehlt mehrere grundlegende Schutzmaßnahmen. Hierzu zählen insbesondere:
- Ändern von Standardpasswörtern
- Firmware aktuell halten
- Langes und komplexes WLAN-Passwort verwenden
- Voreingestellten Standard-Netzwerknamen ändern
- Nicht benötigte Funktionen deaktivieren
- Fernzugang des Routers deaktivieren
- Gast-Netzwerke einrichten
- IT-Sicherheitskennzeichen des Routers beachten
Ein besonderer Fokus sollte auf die Passwörter gelegt werden. Denn sichere Passwörter sind oftmals entscheidend. Einfache Kombinationen wie „1234“ können ein hohes Risiko darstellen. Das BSI empfiehlt, dass es sich um mindestens acht Zeichen handeln sollte. Dabei sollten Nutzer sowohl Groß- und Kleinbuchstaben als auch Ziffern und Sonderzeichen verwenden. Überdies sollte auch das WLAN-Passwort nicht zu leicht zu knacken sein. Regelmäßige Firmware-Updates tragen zusätzlich zur Sicherheit des eigenen Routers bei. Genau wie für andere Geräte, gilt auch hier, dass die Betriebssoftware stets auf dem aktuellen Stand sein sollte. So können bekannte Schwachstellen so schnell wie möglich geschlossen werden.
Welche Router-Einstellungen sollten unbedingt geändert werden?
Der voreingestellte Standard-Netzwerkname soll laut BSI zwingend geändert werden. Es sollte eine Bezeichnung gewählt werden, die keinerlei Informationen zum Modell oder Hersteller des Routers erhalten. Zudem sollten sämtliche Zusatzfunktionen des Routers deaktiviert werden, die nicht benötigt werden. Auch der Fernzugang des Routers ist eine mögliche Gefahrenquelle. Daher sollte dieser deaktiviert werden. Wenn Gäste den Router benutzen, oder unsichere Geräte damit verbunden werden, sollten Verbraucher hierfür ein Gast-Netzwerk einrichten. Das ist wichtig, um die Zugänge von sensiblen Diensten wie dem eigenen Online-Banking usw. zu trennen.
Was sollte bei WLAN und öffentlichen Netzwerken beachtet werden?
Bei der Router-Konfiguration sollte nach Möglichkeit eine HTTPS-Verbindung verwendet werden. Das BSI weist zudem darauf hin, dass Änderungen an der Firewall nur dann vorgenommen werden sollten, wenn die notwendigen Kenntnisse hierfür vorhanden sind. Auch ein sogenannter MAC-Filter kann eingerichtet werden. Dabei handelt es sich um eine Funktion, die den Zugriff nur für Gäste erlaubt, deren feste Hardware-Adresse in einer Liste steht. Wer unterwegs ist, sollte seine WLAN-Funktion außerdem nur dann aktivieren, wenn sie benötigt wird. Wer ein fremdes WLAN-Netz verwendet, sollte noch aufmerksamer sein. Wer nicht weiß, von wem das öffentliche oder fremde Netzwerk betrieben wird, sollte in diesem Zeitraum keine sensiblen Daten abrufen. Sollte sich die Nutzung einmal nicht vermeiden lassen, gibt das BSI den Tipp, eine Verbindung über ein VPN herzustellen.
Woran erkennt man einen sicheren Router beim Kauf?
Schon beim Kauf des Routers, kann einiges beachtet werden, um die Sicherheit des Geräts zu erhöhen. Denn es gibt bestimmte Sicherheitsmerkmale. Verbraucher sollten darauf achten, dass ihr Gerät das IT-Sicherheitskennzeichen des BSI hat. Denn für dieses müssen bestimmte Sicherheitseigenschaften zugesichert werden.
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