Messwoche liefert Millionen Daten – Wie gut ist der Mobilfunk wirklich

Messwoche liefert Millionen Daten – wie gut ist der Mobilfunk wirklich?

Mehr als 60 000 Menschen haben erneut ihr Smartphone genutzt, um die Mobilfunkversorgung in Deutschland zu überprüfen. Die zweite bundesweite Mobilfunkmesswoche liefert Millionen Daten und zeigt, an welchen Stellen der Netzausbau noch Nachholbedarf hat.

Was steckt hinter der Mobilfunkmesswoche?

Die bundesweite Mobilfunkmesswoche ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern und Kommunen. Mithilfe einer speziellen App können Nutzer die Qualität ihres Mobilfunknetzes erfassen und so wertvolle Daten beisteuern. Das Interesse war deutlich größer als außerhalb der Aktionswoche. Mehr als 60 000 Teilnehmer sammelten fast 20 Millionen Messpunkte. Im Vergleich dazu, werden in einer gewöhnlichen Woche im Durchschnitt lediglich rund zwei Millionen Messpunkte erfasst. Durch die zweite Mobilfunkmesswoche entsteht ein deutlich genaueres Bild der tatsächlichen Mobilfunkversorgung in Deutschland, nach der ersten Testwoche im vergangenen Jahr.

Welche Ergebnisse zeigen die aktuellen Messungen?

Die Auswertung macht deutlich, dass der Ausbau moderner Mobilfunknetze weiter voranschreitet. Besonders die 5G-Technologie gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ältere Standards verlieren hingegen weiter an Relevanz:

  • 98 % der Messpunkte verfügten über eine 4G- oder 5G-Verbindung
  • Knapp 70 % der Messpunkte entfielen auf das 5G-Netz
  • Weniger als 1 % der Messungen erfolgten noch im 2G-Netz (Rückgang um 1,24 Prozentpunkte gegenüber 2025)
  • Weniger als 1 % der Messpunkte wiesen keinerlei Mobilfunkversorgung auf

Die meisten Messungen wurden in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Ende Juli will die Bundesnetzagentur zusätzlich regionale Grafiken und Tabellen für einzelne Landkreise veröffentlichen.

Weshalb sind die Daten so wichtig?

Die gesammelten Informationen fließen in die Netzcheck-Karte der Bundesnetzagentur ein. Dort können Nutzer nachvollziehen, welche Mobilfunktechnologien in einer bestimmten Region verfügbar sind. Von keiner Versorgung über 2G und 4G bis hin zu 5G. Die Karte wird nach Angaben der Behörde im Wochentakt aktualisiert und ermöglicht damit einen kontinuierlichen Überblick über den Ausbau des Mobilfunknetzes.

„Wir danken allen Menschen, die mitgemacht haben. Die Ergebnisse der Messwoche zeigen einen sehr hohen Anteil an Flächen mit breitbandigen Technologien. Insbesondere der Ausbau der 5G-Netze ist weiter vorangekommen. Besonderes Augenmerk werden wir aber auch weiterhin auf die Orte legen, an denen noch keine gute Datenverbindung verfügbar ist. Auch hier soll möglichst bald schneller Mobilfunk genutzt werden“, betont die Vizepräsidentin der BNetzA Dr. Daniela Brönstrup.

Wie werden die Messwerte anschließend genutzt?

Die erhobenen Daten dienen nicht nur der Information der Öffentlichkeit. Die BNetzA vergleicht damit auch die Angaben der Mobilfunkanbieter im Rahmen des Mobilfunk-Monitorings. Gleichzeitig bilden die Ergebnisse die Grundlage für Gespräche mit den Netzbetreibern. Fallen in bestimmten Regionen auffällige Werte auf, können dort gezielt eigene Messfahrten veranlasst werden. So helfen die Millionen Messpunkte dabei, die Versorgungslücken in Deutschland schneller zu erkennen und den weiteren Netzausbau gezielt voranzutreiben.

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