Versteckte Windows-Datenbank speichert Verlauf – So wird sie gelöscht

Versteckte Windows-Datenbank speichert Verlauf – so wird sie gelöscht

Wer seinen Browserverlauf regelmäßig löscht, fühlt sich oft auf der sicheren Seite. Doch viele Nutzer wissen nicht, dass Windows zusätzlich eine eigene Liste besuchter Webseiten speichert. Diese versteckte Datenbank lässt sich jedoch mit wenigen Schritten leeren.

Warum reicht das Löschen des Browserverlaufs nicht aus?

Die meisten Browser protokollieren automatisch, welche Webseiten besucht wurden. Deshalb gehört das regelmäßige Löschen des Verlaufs für viele zum Standard, um ihre Privatsphäre zu schützen. Allerdings entfernt dieser Schritt nicht alle digitalen Spuren. Neben Chrome, Edge oder Firefox speichert auch Windows selbst Informationen über aufgerufene Internetseiten. Die Daten landen in einer systemeigenen Datenbank, die für die meisten User unsichtbar bleibt. Wer ausschließlich den Browserverlauf löscht, hinterlässt daher weiterhin Hinweise auf seine Online-Aktivitäten.

Was ist der DNS-Resolver-Cache?

Hinter der versteckten Liste steckt der sogenannte DNS-Resolver-Cache. Dabei handelt es sich um eine Funktion von Windows, die eigentlich für mehr Geschwindigkeit beim Surfen sorgt. Wird eine Internetadresse eingegeben, muss sie zunächst in eine IP-Adresse übersetzt werden. Damit dieser Vorgang bei späteren Besuchen derselben Webseite nicht erneut durchgeführt werden muss, speichert Windows die Zuordnung zwischen Domain und IP-Adresse lokal auf dem Computer. Dadurch können Seiten oft schneller geladen werden.

Welche Informationen lassen sich dort einsehen?

Der DNS-Resolver-Cache enthält Einträge zu bereits aufgerufenen Webseiten. Wer Zugriff auf den Computer hat und sich mit den entsprechenden Werkzeugen auskennt, kann die gespeicherten Domains anzeigen lassen. Zusätzlich können veraltete Einträge im Cache gelegentlich sogar zu Verbindungsproblemen führen. Daher kann das Leeren der Datenbank nicht nur aus Datenschutzgründen sinnvoll sein, sondern auch bei Netzwerkproblemen helfen.

Wie lässt sich die versteckte Liste löschen?

Das Leeren des DNS-Resolver-Caches ist mit wenigen Schritten möglich.

  • Drücken Sie die Windows-Taste auf der Tastatur geben Sie „Eingabeaufforderung“ ein.
  • Klicken Sie auf „Als Administrator ausführen“.
  • Bestätigen Sie die Sicherheitsabfrage von Windows.
  • Geben Sie den Befehl ipconfig /displaydns ein und drücken Sie Enter, um die aktuell gespeicherten DNS-Einträge anzuzeigen.
  • Geben Sie anschließend ipconfig /flushdns ein und bestätigen Sie mit Enter.
  • Windows meldet nun, dass der DNS-Auflösungscache erfolgreich geleert wurde.
  • Zur Kontrolle können Sie erneut ipconfig /displaydns eingeben.
  • Werden keine Einträge mehr angezeigt, wurde der DNS-Cache erfolgreich gelöscht.

Warum ist das regelmäßige Löschen solcher Daten sinnvoll?

Egal, ob Browserverlauf, Cookies oder DNS-Cache: Auf dem Computer sammeln sich im Laufe der Zeit zahlreiche Informationen über das eigene Nutzungsverhalten an. Das regelmäßige Entfernen solcher Daten kann die Privatsphäre verbessern. So können unerwünschte Einblicke anderer erschwert werden. Zudem lassen sich in manchen Fällen durch das Löschen sogar technische Probleme bei Internetverbindungen beheben. Wer Wert auf Datenschutz legt, sollte daher nicht nur den Browserverlauf, sondern auch versteckte Systemspeicher im Blick behalten.

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