Zeitreise durch das Internet – Wayback Machine archiviert Websites

Zeitreise durch das Internet – Wayback Machine
archiviert Websites

Beim Surfen im Internet stößt man gelegentlich auf die Fehlermeldung „404: Seite nicht gefunden“. Dies geschieht, da Websites immer wieder gelöscht oder geändert werden. Mit dem Internet-Archiv ist eine Zeitreise durch das Internet möglich, denn es archiviert Internetseiten aus der ganzen Welt. Erscheint die Fehlermeldung, kann die archivierte Version der entsprechenden Seite geöffnet werden.

Was ist das Internet-Archiv?

Das Internet Archiv ist eine gemeinnützige Organisation, die sich die Langzeitarchivierung von digitalen Daten zur Aufgabe gemacht hat. Bereits 1996 wurde die Organisation von Brewster Kahle gegründet. In der digitalen Sammlung werden Websites gespeichert, die anschließend frei zugänglich sind. Das Projekt heißt Wayback Machine und umfasst heutzutage mehr als 426 Billionen Websites. Im Jahr 2007 erkannte der US-Bundesstaat das Projekt als offizielle Bibliothek an. Die Wayback Machine legt Wert darauf, dass auch blinden und eingeschränkten Nutzern eine Zugangsmöglichkeit zu dem Archiv gewährleistet wird. Die Organisation versteht sich als Aktivist für ein freies und offenes Internet, das den Erhalt und die Verbreitung gemeinfreier Werke fördert. In insgesamt vier Rechenzentren werden die Daten auf 20 000 Festplatten gespeichert. Im August 2014 umfasste die Sammlung eine Größe von nahezu unglaublichen 18,5 Petabytes. Ein Petabyte entspricht 1015 Bytes. Das Internet Archive wird durch Spenden und Zuwendungen finanziert.

Weitere Archive sind hinzugekommen

Zu Beginn startete das Projekt als reines Webarchive. Mithilfe der sogenannten Wayback Machine ist es Nutzern möglich, Websites zu öffnen, die zuvor archiviert wurden. Im Jahr 1999 wurde das Internet Archive um weitere Archive erweitert und wurde zu einer digitalen Bibliothek. So gibt es beispielsweise seit 2006 die Möglichkeit der individuellen Webarchivierung. Sowohl Einzelpersonen als auch Institutionen haben die Möglichkeit, eine digitale Sicherung ihrer Sammlung anzulegen. Die Freigabe der Daten kann dabei selbst festgelegt werden. Dieser Webarchive-Service heißt Archive-It und wird von mehr als 400 Partnern aus 16 Staaten weltweit genutzt. Genutzt wird Archive-It vorwiegend von Kunstbibliotheken, staatlichen Archiven, Museen, Universitäten, öffentlichen Bibliotheken, nichtstaatlichen Organisationen sowie öffentlich-rechtlichen Institutionen.

Das Internet-Archiv speichert Kulturgüter

Die Organisation hat es sich jedoch nicht nur zur Aufgabe gemacht, Websites zu speichern, sondern auch zahlreiche andere digitale Kulturgüter aller Art. Hierzu zählen unter anderem Filme, Tonaufnahmen, Bücher, Forumsbeiträge oder Software. Im Internet-Archiv ist sogar Malware der 80er und 90er Jahre zu finden. Neben der Wayback Machine und Archive-It kamen daher in den vergangenen Jahren noch ein Textarchiv, ein Softwarearchiv, ein Audioarchiv, ein Bildarchiv sowie ein Bucharchiv hinzu.

Ein Browser mit Zeitmaschine

Wer nicht extra die Wayback Machine aufrufen möchte, kann den quelloffenen Brave-Browser verwenden. Dieser kooperiert mit dem Internet-Archive. Wird die Fehlermeldung „404: Seite nicht gefunden“ angezeigt, wird sofort eine archivierte Version der gesuchten Seite angezeigt.

Wie können archivierte Internetseiten eingesehen werden?

Um archivierte Internetseiten öffnen zu können, kann demnach zum einen, der Brave-Browser verwendet werden. Zum anderen kann unter web.archive.org direkt nachgeschaut werden, ob eine archivierte Version der Seite vorhanden ist. Hier ist zudem ersichtlich, wann das Archiv die gesuchte Website zuletzt abgespeichert hat. Anschließend kann die Seite geöffnet werden. Das Projekt bietet einen klaren Vorteil gegenüber Google, denn hier werden Internetseiten lediglich drei Wochen gespeichert und anschließend gelöscht. Das Non-Profit-Unternehmen archiviert das gesamte Internet im Abstand von ungefähr zwei Monaten. Um die gesuchte Internetseite zu finden, kann in die Suchmaske die entsprechende URL oder aber ein Stichwort eingegeben werden. Der Zeitraum für die Suche kann hierbei eingegrenzt werden.

Add-ons für Firefox, Safari und Chrome

Mittlerweile gibt es auch für die beliebten Webbrowser Safari, Firefox und Chrome eine Programmerweiterung, damit Nutzer bei „404“-Fehlern auf die archivierten Websites von der Wayback Machine umgeleitet werden.

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