
Anfang des Jahres ließ die Deutsche Telekom noch verlauten, dass der vollständige Abbau aller Telefonzellen in Deutschland derzeit nicht geplant sei – nun wurde das Aus für alle öffentlichen Telefone angekündigt. Kommunale Spitzenverbände und Rathäuser wurden in einem Schreiben bereits darüber informiert, dass die letzten verbliebenen 12 000 Telefonzellen stillgelegt werden.
Weshalb wird der Betrieb der Telefonzellen eingestellt?
2006 gab es deutschlandweit noch 110 000 Telefonzellen – die gelben, klobigen Häuschen wurden irgendwann durch schlankere, silberne Säulen abgelöst. Mit dem wachsenden Mobilfunk wurden die öffentlichen Telefone jedoch zunehmend unwirtschaftlich. Mit dem eigenen Smartphone oder Handy in der Tasche wurden die Säulen immer weniger genutzt. Die Abschaffung der Roaming-Gebühren für den EU-Raum senkte die Nachfrage nach den öffentlichen Telefonen noch einmal enorm. Da die Kosten für die Wartung und die Anlage häufig den Umsatz überstiegen, baute die Telekom alle Telefonzellen ab, deren Umsatz dauerhaft unter 50 Euro pro Monat lag. Das letzte klassisch gelbe Telefonhäuschen wurde vor drei Jahren in Bayern abgebaut. Die moderneren Telefonzellen sind insbesondere noch an Orten mit hohem Publikumsverkehr wie Bahnhöfen oder Flughäfen zu finden.
Wann werden die Telefonzellen stillgelegt?
Die Deutsche Telekom hat darüber informiert, dass alle verbliebenen 12 000 Telefonzellen bis Februar nächstes Jahr stillgelegt werden. Hierfür wird ab dem 21. November zunächst die Münzzahlung für die öffentlichen Telefone deaktiviert. Ab Ende Januar 2023 wird dann auch die Zahlung per Telefonkarte eingestellt, wodurch eine Nutzung der Telefonzellen nicht mehr möglich ist. Der Abbau der grauen Säulen wird dann nach und nach bis voraussichtlich 2025 vorgenommen.
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