
Das Smartphone ist auf Reisen kaum noch wegzudenken. Navigation, Messenger, E-Mails, Übersetzungen, Online-Tickets oder die Suche nach Restaurants setzen häufig eine Internetverbindung voraus. Gleichzeitig soll das Handy auch im Ausland für Telefonate und SMS erreichbar bleiben.
Innerhalb der Europäischen Union ist die Nutzung inzwischen vergleichsweise unkompliziert. Dank EU-Roaming kann der deutsche Mobilfunktarif grundsätzlich auch im EU-Ausland genutzt werden. Außerhalb der EU können Telefonate und insbesondere mobile Daten dagegen schnell teuer werden.
Dieser Ratgeber erklärt, wie sich Handy und Internet im Ausland nutzen lassen, wo EU-Roaming gilt, welche Kostenfallen lauern und wann sich Auslandspakete, Reise-eSIMs oder lokale SIM-Karten lohnen.
Was bedeutet Roaming?
Roaming bedeutet, dass das Smartphone nicht das Mobilfunknetz des eigenen Anbieters nutzt, sondern ein fremdes Mobilfunknetz. Wer beispielsweise mit einer deutschen SIM-Karte nach Spanien reist, telefoniert und surft dort über das Netz eines spanischen Mobilfunkanbieters. Dieser rechnet die Nutzung mit dem deutschen Anbieter ab. Das Smartphone sucht sich nach der Ankunft normalerweise automatisch ein verfügbares Partnernetz. Eine manuelle Netzwahl ist daher nur in besonderen Situationen erforderlich.
Roaming betrifft dabei nicht nur Telefonate und SMS, sondern vor allem mobile Daten. Sobald das Smartphone unterwegs Apps aktualisiert, Nachrichten abruft oder eine Webseite öffnet, wird die Internetverbindung über das ausländische Mobilfunknetz hergestellt.
EU-Roaming: Handy im Ausland wie zu Hause nutzen
Innerhalb der Europäischen Union gilt das Prinzip „Roam like at Home“. Telefonieren, SMS und mobile Daten werden bei vorübergehenden Reisen grundsätzlich so abgerechnet wie im heimischen Mobilfunktarif.
Wer beispielsweise in Deutschland eine Allnet-Flatrate mit 30 GB Datenvolumen besitzt, kann diese Leistungen generell auch während eines Urlaubs in Spanien, Frankreich oder Italien nutzen.
EU-Roaming umfasst insbesondere:
- ausgehende Telefonate innerhalb des Reiselandes,
- Anrufe nach Deutschland,
- Anrufe in andere Länder des EU-Roaming-Gebiets,
- eingehende Gespräche,
- SMS,
- mobile Daten.
Zusätzliche Roaminggebühren dürfen dafür grundsätzlich nicht berechnet werden.
Wo gilt EU-Roaming?
„Roam like at Home“ gilt in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Außerdem nehmen Island, Liechtenstein und Norwegen am europäischen Roaming-System teil.
Seit dem 1. Januar 2026 gehören auch Moldau und die Ukraine zum „Roam like at Home“-Gebiet. Damit können Reisende mit einem deutschen Mobilfunktarif auch dort grundsätzlich zu den Konditionen ihres heimischen Tarifs telefonieren, SMS versenden und mobile Daten nutzen.
Vorsicht in der Schweiz und in Großbritannien
Die Schweiz gehört nicht zum gesetzlichen EU-Roaming-Gebiet. Einige deutsche Anbieter schließen sie freiwillig in bestimmte Tarife ein, bei anderen entstehen zusätzliche Kosten. Auch Großbritannien ist nach dem Brexit nicht mehr verpflichtend Teil des EU-Roaming-Systems. Viele deutsche Anbieter ermöglichen dort weiterhin Roaming zu Inlandskonditionen, dies ist jedoch vom Anbieter und Tarif abhängig.
Vor Reisen in die Schweiz oder nach Großbritannien sollte deshalb geprüft werden, welche Konditionen der eigene Mobilfunktarif vorsieht.
Handy und Internet im Ausland: Die wichtigsten Unterschiede
| Reiseziel/Situation | Telefonieren | Mobiles Internet | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| EU/EWR | Grundsätzlich wie im Inland | Prinzipiell wie im Inland | Deutschen Tarif nutzen |
| Ukraine/Moldau | Seit 2026 nach EU-Roaming-Regeln | Seit 2026 nach EU-Roaming-Regeln | Deutschen Tarif nutzen |
| Großbritannien | Abhängig von Anbieter und Tarif | Abhängig von Anbieter und Tarif | Tarifbedingungen prüfen |
| Schweiz | Zusatzkosten möglich | Kann teuer werden | Roaming-Konditionen prüfen |
| Andere Länder | Meist zusätzliche Kosten | Teilweise sehr teuer | Auslandspaket, eSIM oder lokale SIM prüfen |
| Kreuzfahrtschiff/Fähre | Satellitennetze können teuer sein | Sehr hohe Kosten möglich | Flugmodus einschalten |
| Flugzeug | Bordmobilfunk kann teuer sein | Hohe Kosten möglich | Flugmodus verwenden |
| Hotel-/Café-WLAN | Internet-Telefonie möglich | Kein Mobilfunk-Roaming | Sicherheit des WLANs beachten |
Roaming oder Auslandsgespräch: ein wichtiger Unterschied
EU-Roaming und Auslandstelefonie werden häufig verwechselt.
Wer sich mit einer deutschen SIM-Karte in Frankreich befindet und von dort eine französische oder deutsche Telefonnummer anruft, nutzt Roaming. Wer dagegen zu Hause in Deutschland eine französische Telefonnummer anruft, führt ein Auslandsgespräch. Dafür gelten andere Preisregeln.
EU-Roaming bedeutet deshalb nicht automatisch, dass sämtliche Telefonate von Deutschland ins europäische Ausland kostenlos sind.
Internet im Ausland: Welche Möglichkeiten gibt es?
Google Maps, WhatsApp, E-Mails, Fahrkarten, Übersetzungs-Apps oder Online-Banking: Für viele Reisende ist der Internetzugang inzwischen wichtiger als die klassische Telefonfunktion des Smartphones.
Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, im Ausland ins Internet zu gehen:
- Datenroaming mit der deutschen SIM-Karte,
- ein Auslandspaket des deutschen Mobilfunkanbieters,
- eine Reise-eSIM,
- eine lokale SIM-Karte,
- WLAN.
Welche Variante am günstigsten ist, hängt vom Reiseland, der Aufenthaltsdauer und dem benötigten Datenvolumen ab.
Mobiles Internet mit der deutschen SIM-Karte
Am einfachsten ist es, die vorhandene SIM-Karte weiterzuverwenden. Das Smartphone verbindet sich nach der Ankunft automatisch mit einem verfügbaren ausländischen Mobilfunknetz.
Innerhalb des EU-Roaming-Gebiets funktioniert dies normalerweise ohne zusätzliche Roaminggebühren. Das im Tarif enthaltene Datenvolumen kann grundsätzlich weiterverwendet werden. Wer etwa einen Tarif mit monatlich 50 GB besitzt und für zwei Wochen nach Spanien reist, muss deshalb normalerweise keinen zusätzlichen Datentarif kaufen.
Anders sieht es außerhalb des EU-Roaming-Gebiets aus. Dort sollte vor der ersten mobilen Internetverbindung geprüft werden, wie der deutsche Mobilfunkanbieter die Datennutzung im jeweiligen Land abrechnet.
Was bedeutet Datenroaming?
Die Smartphone-Einstellung Datenroaming erlaubt dem Gerät, mobile Daten über ein fremdes Mobilfunknetz zu übertragen. Ist Datenroaming ausgeschaltet, funktionieren mobile Internetverbindungen über das ausländische Mobilfunknetz normalerweise nicht. WLAN kann trotzdem genutzt werden.
Innerhalb der EU kann Datenroaming in der Regel aktiviert bleiben. Außerhalb des EU-Roaming-Gebiets sollte die Funktion dagegen erst eingeschaltet werden, wenn die Kosten bekannt sind oder ein entsprechendes Datenpaket gebucht wurde.
Datenroaming bei Android und iPhone ausschalten
Bei Android befindet sich die Einstellung – abhängig vom Hersteller – meist unter: Einstellungen → Netzwerk/Mobilfunknetz → Mobile Daten → Datenroaming
Beim iPhone üblicherweise unter: Einstellungen → Mobilfunk → Datenoptionen → Datenroaming
Die genaue Bezeichnung und Menüführung kann sich je nach Betriebssystemversion und Smartphone unterscheiden.
Warum mobiles Internet außerhalb der EU teuer werden kann
Smartphones übertragen nicht nur dann Daten, wenn aktiv eine Webseite aufgerufen wird. Viele Apps stellen regelmäßig im Hintergrund eine Internetverbindung her.
Datenvolumen verbrauchen beispielsweise:
- automatische App-Updates,
- Foto- und Video-Backups,
- Cloud-Synchronisation,
- Messenger,
- E-Mail-Abrufe,
- Navigations- und Standortdienste,
- soziale Netzwerke,
- Musik- und Videostreaming.
Besonders Foto-Backups können erhebliche Datenmengen verursachen. Werden die Urlaubsfotos automatisch in eine Cloud übertragen, können schnell mehrere Gigabyte zusammenkommen.
Außerhalb der EU sollten automatische Updates, Cloud-Synchronisationen und Backups deshalb möglichst auf „nur über WLAN“ eingestellt werden.
Fair Use: Ist EU-Roaming unbegrenzt?
EU-Roaming ist für vorübergehende Reisen gedacht. Es soll nicht dazu dienen, dauerhaft einen besonders günstigen Mobilfunktarif eines anderen EU-Landes zu verwenden. Deshalb dürfen Mobilfunkanbieter unter bestimmten Voraussetzungen eine Fair-Use-Regelung anwenden. Das ist insbesondere bei Tarifen mit unbegrenztem oder sehr großem Datenvolumen relevant. Ein Unlimited-Tarif muss deshalb nicht zwangsläufig auch im EU-Ausland unbegrenztes Datenvolumen bieten. Der Anbieter muss darüber informieren, welches Datenvolumen im EU-Ausland zur Verfügung steht.
Auslandspaket des deutschen Mobilfunkanbieters
Außerhalb des EU-Roaming-Gebiets bieten viele deutsche Mobilfunkanbieter spezielle Roaming-Optionen an. Dabei kann es sich beispielsweise um Tages-, Wochen- oder Datenpakete handeln. Der Vorteil besteht darin, dass die eigene SIM-Karte weiterverwendet werden kann. Bequem bedeutet allerdings nicht automatisch günstig. Besonders bei längeren Aufenthalten oder hohem Datenverbrauch können eine Reise-eSIM oder ein lokaler Mobilfunktarif preiswerter sein. Vor der Buchung sollten deshalb Preis, Laufzeit und enthaltenes Datenvolumen verglichen werden.
Reise-eSIM: Internet im Ausland ohne SIM-Kartenwechsel
Eine Reise-eSIM ist insbesondere außerhalb der EU eine interessante Alternative zum klassischen Datenroaming. Der zusätzliche Mobilfunktarif wird digital auf einem eSIM-fähigen Smartphone installiert. Die deutsche SIM-Karte kann gleichzeitig im Gerät bleiben.
So kann beispielsweise eingestellt werden:
- Deutsche SIM: Telefonate und SMS
- Reise-eSIM: mobile Daten
Reise-eSIMs gibt es für einzelne Länder, Regionen oder Ländergruppen. Bei einer Rundreise durch mehrere Staaten kann deshalb ein regionales Datenpaket praktisch sein. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, ob das Smartphone eSIM unterstützt und welche Mobilfunknetze die Reise-eSIM am Zielort nutzt.
Viele Reise-eSIMs sind reine Datentarife. Eine zusätzliche Telefonnummer für klassische Telefonate ist dann nicht enthalten. Telefonate sind aber beispielsweise über Messenger oder andere Internettelefonie-Dienste möglich.
Lokale SIM-Karte im Reiseland
Bei längeren Aufenthalten kann sich eine lokale Prepaid-SIM eines Mobilfunkanbieters im Reiseland lohnen. Damit wird kein klassisches Datenroaming genutzt. Das Smartphone verwendet stattdessen einen regulären örtlichen Mobilfunktarif. Abhängig vom Reiseland können solche Angebote deutlich mehr Datenvolumen für weniger Geld bieten als internationale Roamingpakete.
In manchen Staaten ist für den Kauf eine Registrierung oder Identitätsprüfung erforderlich. Bei einem Dual-SIM-Smartphone können die deutsche und die ausländische SIM häufig gleichzeitig verwendet werden.
WLAN im Ausland nutzen
Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants, Bahnhöfe, Flughäfen und Cafés bieten häufig kostenloses WLAN.
Das ist besonders praktisch für datenintensive Anwendungen wie:
- App-Updates,
- Foto- und Video-Uploads,
- Videotelefonie,
- Streaming,
- größere Downloads.
Bei öffentlichen WLAN-Netzen sollte jedoch auf die Sicherheit geachtet werden. Sensible Daten sollten nicht leichtfertig über unbekannte oder unverschlüsselte Netzwerke übertragen werden. Webseiten sollten verschlüsselte HTTPS-Verbindungen verwenden. Bei regelmäßigem Zugriff auf vertrauliche oder geschäftliche Daten kann zusätzlich ein seriöser VPN-Dienst sinnvoll sein.
Streaming im Ausland: Datenverbrauch nicht unterschätzen
Filme, Serien und Videos gehören zu den größten Datenverbrauchern auf dem Smartphone. Je nach Bildqualität können innerhalb kurzer Zeit mehrere Gigabyte übertragen werden. Auch Musikstreaming, Videotelefonie und soziale Netzwerke verursachen kontinuierlichen Datenverkehr. Wer nur ein begrenztes Roaming-Datenpaket besitzt, sollte Filme, Serien, Musik und Podcasts deshalb möglichst vor Reisebeginn über WLAN herunterladen.
Innerhalb der EU können kostenpflichtige Online-Inhalte wie Musik- oder Videostreaming-Abonnements bei vorübergehenden Aufenthalten grundsätzlich auch in anderen EU-Ländern genutzt werden. Die übertragenen Daten werden bei Nutzung des Mobilfunknetzes allerdings weiterhin auf das Datenvolumen des Handytarifs angerechnet.
Offline-Karten und Downloads sparen Datenvolumen
Viele Smartphone-Funktionen können auch ohne permanente Internetverbindung genutzt werden. Eine entsprechende Vorbereitung spart unterwegs Datenvolumen.
Vor der Reise können beispielsweise heruntergeladen werden:
- Offline-Karten des Reiseziels,
- Sprachpakete für Übersetzungs-Apps,
- Musik und Podcasts,
- Filme und Serien,
- elektronische Fahrkarten,
- Flugtickets und Bordkarten,
- Hotel- und Buchungsunterlagen.
Besonders Offline-Karten sind praktisch, weil die Navigation anschließend auch ohne mobile Internetverbindung möglich ist.
Vorsicht auf Kreuzfahrtschiffen und Fähren
Eine der größten Roaming-Kostenfallen befindet sich auf dem Wasser. Entfernt sich ein Schiff von der Küste, kann das Smartphone die Verbindung zu normalen Mobilfunknetzen verlieren und sich stattdessen in ein Mobilfunknetz an Bord einbuchen. Diese Netze werden häufig über Satelliten angebunden und fallen nicht unter das normale EU-Roaming. Das kann auch auf einer Reise zwischen zwei europäischen Häfen gelten. Telefonate und insbesondere Datenverbindungen können entsprechend teuer werden.
Auf Kreuzfahrtschiffen und Fähren empfiehlt es sich deshalb, den Flugmodus einzuschalten. WLAN lässt sich anschließend separat aktivieren, wenn insbesondere ein Internetpaket des Schiffs genutzt werden soll.
Vorsicht in Grenzregionen
Auch an Landesgrenzen kann es zu unerwünschtem Roaming kommen. Ein klassisches Beispiel ist die deutsch-schweizerische Grenze. Obwohl sich der Nutzer noch in Deutschland befindet, kann sich das Smartphone aufgrund eines stärkeren Signals bereits in ein Schweizer Mobilfunknetz einbuchen. Wer einen Tarif ohne kostenloses Schweiz-Roaming besitzt, riskiert dadurch zusätzliche Kosten. In solchen Regionen kann es sinnvoll sein, die automatische Netzwahl zu deaktivieren oder das Datenroaming auszuschalten.
WLAN-Call im Ausland: nicht mit EU-Roaming verwechseln
Eine Besonderheit ist WLAN-Call beziehungsweise WiFi Calling. Telefonate werden dabei über eine WLAN-Verbindung zum eigenen Mobilfunkanbieter übertragen. Die Abrechnung muss nicht den normalen Roamingregeln entsprechen. Abhängig vom Anbieter kann ein WLAN-Call aus dem Ausland tariflich so behandelt werden, als würde der Anruf aus Deutschland geführt. Das kann günstig sein, aber beispielsweise bei einem Gespräch zu einer ausländischen Telefonnummer auch Kosten verursachen. Vor der Nutzung von WLAN-Call im Ausland sollten deshalb die Bedingungen des eigenen Mobilfunkanbieters geprüft werden.
Telefonnummern im internationalen Format speichern
Telefonnummern sollten im Smartphone grundsätzlich im internationalen Format gespeichert werden. Für Deutschland wird +49 verwendet. Anschließend entfällt die erste Null der deutschen Vorwahl.
Beispiel:
0172 1234567 → +49 172 1234567
Das internationale Format funktioniert auch innerhalb Deutschlands. Telefonnummern müssen deshalb vor einer Auslandsreise nicht geändert werden.
Mailbox im Ausland
Auch die Mailbox sollte vor einer Reise überprüft werden. Innerhalb des EU-Roaming-Gebiets sind viele frühere Kostenfallen durch die Roamingregulierung verschwunden. Außerhalb dieses Gebiets können Rufumleitungen und das Abhören der Mailbox abhängig vom Anbieter und Tarif zusätzliche Kosten verursachen. Vor einer Fernreise empfiehlt es sich deshalb, die Bedingungen für Mailbox und Rufumleitungen zu überprüfen.
Kostenairbag beim Datenroaming
Zum Schutz vor extrem hohen Rechnungen gibt es beim Datenroaming eine Kostenbegrenzungsfunktion. Sie soll verhindern, dass unbemerkt sehr hohe Datenkosten entstehen. Auf diesen Schutz sollte man sich außerhalb Europas jedoch nicht uneingeschränkt verlassen. In bestimmten ausländischen Netzen kann die Kostenkontrolle technisch nicht in Echtzeit möglich sein. Die bessere Strategie besteht deshalb darin, die Preise vor Reisebeginn zu prüfen und gegebenenfalls ein Auslandspaket, eine Reise-eSIM oder eine lokale SIM zu verwenden.
Welche Internetlösung ist im Ausland die beste?
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt stark von der Reise ab.
EU-Urlaub
Normalerweise reicht der deutsche Mobilfunktarif. Eine zusätzliche SIM oder eSIM ist meist nicht erforderlich.
Kurze Reise außerhalb der EU
Ein Auslandspaket des deutschen Mobilfunkanbieters kann bequem sein. Vorher sollte allerdings geprüft werden, wie viel Datenvolumen enthalten ist.
Fernreise mit hohem Datenverbrauch
Eine Reise-eSIM kann erheblich günstiger als klassisches Datenroaming sein.
Längerer Aufenthalt
Eine lokale SIM-Karte bietet häufig ein gutes Verhältnis zwischen Preis und Datenvolumen.
Hotelurlaub mit geringem Datenbedarf
WLAN und offline gespeicherte Inhalte können bereits ausreichen.
Kreuzfahrt
Mobilfunk auf See möglichst vermeiden und die Preise für das Bord-WLAN vor der Nutzung prüfen.
Checkliste: Handy vor der Auslandsreise richtig einstellen
Vor der Abreise lohnt sich ein kurzer Smartphone-Check:
- Gehört das Reiseland zum EU-Roaming-Gebiet?
- Ist das Land im eigenen Mobilfunktarif enthalten?
- Wie viel Datenvolumen steht dort zur Verfügung?
- Gibt es eine Fair-Use-Grenze?
- Was kosten Telefonate und mobile Daten außerhalb der EU?
- Gibt es ein günstiges Auslandspaket?
- Ist eine Reise-eSIM oder lokale SIM günstiger?
- Sind automatische Updates und Cloud-Backups auf WLAN beschränkt?
- Sind Offline-Karten heruntergeladen?
- Welche Konditionen gelten für WLAN-Call?
- Werden Kreuzfahrtschiffe oder Fähren genutzt?
- Besteht im Grenzgebiet die Gefahr, dass sich das Smartphone in ein teures Fremdnetz einbucht?
Fazit: Handy und Internet im Ausland gut vorbereiten
Innerhalb des EU-Roaming-Gebiets ist die Nutzung des Smartphones heute weitgehend unkompliziert. Telefonate, SMS und mobile Daten können grundsätzlich über den heimischen Mobilfunktarif genutzt werden. Seit 2026 gilt dies auch für Moldau und die Ukraine.
Mehr Aufmerksamkeit ist außerhalb des EU-Roaming-Gebiets erforderlich. Besonders mobile Daten können dort erhebliche Kosten verursachen. Das gilt auch für die Schweiz sowie – abhängig vom Mobilfunkanbieter – für Großbritannien.
Vor einer Fernreise lohnt sich deshalb ein Vergleich zwischen klassischem Roaming, Auslandspaketen, Reise-eSIMs und lokalen SIM-Karten. Gleichzeitig lässt sich der Datenverbrauch mit WLAN, Offline-Karten und vorab heruntergeladenen Inhalten reduzieren.
Wer vor der Abreise einige Einstellungen kontrolliert und die Roamingpreise seines Mobilfunkanbieters kennt, kann Handy und Internet im Ausland nutzen, ohne nach der Rückkehr von unerwartet hohen Mobilfunkkosten überrascht zu werden.