UMTS – Mobilfunkstandard 3G

UMTS steht für Universal Mobile Telecommunications System. Dabei handelt es sich um einen Standard der Mobilfunktechnik, der eine schnelle Datenübertragung ermöglicht. Durch die Technik war es erstmals möglich, ressourcenhungrige Anwendungen im mobilen Internet zu realisieren.

Das UMTS Mobilfunknetz in Deutschland

UMTS sollte dem Mobilfunkmarkt neue Impulse setzen. Allerdings verpufften zunächst viele Erwartungen in marktwirtschaftlichen Schwierigkeiten, die das System teuer und unrentabel machten. Der Name UMTS steht für einen Mobilfunkstandard, der als 3G (dritte Generation) bezeichnet wird. Kernpunkt ist eine Übertragung von Sprache, Schrift und Daten in Datenpaketen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 384 kbit/s. Im Vergleich beträgt die maximale Geschwindigkeit im GSM-Standard der D Netze nur bis zu 220 kbit/s.

Die schnelle Übertragungsgeschwindigkeit von UMTS war der Startschuss für eine rasante Entwicklung von Zusatzfunktionen für das Handy. Videos, Internetanwendungen, Apps und E-Mails sind mit UMTS möglich und in einer ausreichend großen Geschwindigkeit umsetzbar. Hinzu kommt, dass Daten und Sprache gleichzeitig übertragen werden können und so das Nutzen eines Mobiltelefons noch komfortabler ist. UMTS ist inzwischen weiterentwickelt worden. Die Netze nutzen HSDPA – High Speed Downlink Packet Access. Dieser Standard ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 7,2 Mbit/s. Damit bieten UMTS-Netze die notwendige Grundlage für mobile Endgeräte wie Smartphones. Mit einer weiteren Verbesserung des HSDPA in HSDPA+ können zudem Geschwindigkeiten von bis zu 28 Mbit/s (Download) und 11 Mbit/s (Upload) erreicht werden. Anfang 2011 erreichten die nachgerüsteten Netze diese theoretische Kapazität erst zu 50 Prozent. Der Weg zu UMTS als Grundlage moderner Mobilfunkanwendungen war schwierig. Zum einen dauerte der Ausbau der Netze mehrere Jahre. Erst Mitte des ersten Jahrzehnts im 21. Jahrhundert war eine ausreichend große Netzabdeckung erreicht. Auch die UMTS-fähigen Endgeräte ließen bis 2004 auf sich warten. Das erste voll nutzbare UMTS-Handy war das Nokia 7600. Das erste kleine UMTS-Netz außerhalb von Deutschland gab es bereits 2001 auf der Isle Of Man im Ärmelkanal. Österreich hatte früh ein funktionierendes landesweites Netz für UMTS. Bereits 2002 war es möglich, den Standard dort zu nutzen. Allerdings fehlten auch hier bis 2004 die notwendigen Endgeräte in ausreichender Stückzahl.

UMTS steht aber auch für eine große Pleite. Startpunkt für das System in der Bundesrepublik war wie in anderen Staaten eine öffentliche Versteigerung der Sendelizenzen mit Frequenzen. Diese brachten im Jahre 2000 der Staatskasse die Summe von 98,8 Milliarden DM ein. Zu jeweils rund 16 Milliarden DM gingen die Lizenzen im Oktober 2000 an T-Mobile, Vodafone, Mobilcom, Auditorium Investments Germany (E-Plus und Hutchison), O2 sowie Group 3G. Die hohen Lizenzkosten hatten zur Folge, dass die Kosten für die Netzbetreiber rasant in die Höhe schnellten und die Preise für UMTS-Angebote sehr hoch waren. Im Zuge des Netzausbaus zog sich als Folge Group 3G aus Deutschland zurück und verlor damit 2002 die Lizenz. Mobilcom gab aus Kostengründen die Lizenz ein Jahr später zurück.

Informationen zu UMTS

Der telespiegel bietet Übersichten zum Thema UMTS. Darin erfahren Nutzer, wie Handynetze funktionieren, welche Mobilfunkfrequenzen es gibt oder wie schnell UMTS ist. Wichtig für alle Nutzer ist auch die Frage, ob UMTS oder die Nachfolgetechnik LTE im gewählten Netz dort verfügbar ist, wo sich der Nutzer regelmäßig aufhält. Denn trotz einer nahezu kompletten Abdeckung des Bundesgebietes gibt es noch immer weiße Flecken, in denen weder LTE noch UMTS verfügbar sind.

UMTS: Preise & Tarife

Anfangs war die UMTS Nutzung sehr teuer für die Mobilfunkkunden. Das hatte Gründe. Nicht nur die UMTS-Lizenzen, die verzögerte Markteinführung von UMTS und die Entwicklung entsprechender Telefone kosteten die Unternehmen Zeit und Geld. Die vorhandenen Netzkapazitäten reichten nicht aus, deshalb mussten die Mobilfunknetze ausgebaut werden und Nutzer dafür tiefer in ihre Tasche greifen. Nach kurzer Zeit entwickelte sich die mobile Datenübertragung jedoch zu einem Massenmarkt und die Preise sanken.

Die große Akzeptanz von UMTS sorgte dafür, dass viele Mobilfunkunternehmen untereinander mit einer großen Zahl verschiedener Tarifmodelle um Kunden wetteifern. Dabei kommen zum Teil grundverschiedene Abrechnungsmodelle zum Tragen. Die Datenübertragung per UMTS rechnen die Anbieter nach genutzten Volumen, der benötigten Zeit oder auch als unbegrenzte Flatrate ab. Eine Übersicht bietet die Rubrik mobiles Internet.

UMTS wird mehr und mehr von der noch schnelleren und moderneren LTE-Technik abgelöst. Beide Mobilfunkstandards existieren dabei aber parallel und sind quasi eigenständige Netze. Wie UMTS zum Vorgänger GSM ist LTE abwärtskompatibel. Das heißt: Wenn Nutzer kein LTE-Netz zur Verfügung haben, springt die Verbindung automatisch auf UMTS oder GSM. Damit bleibt UMTS als Standard für den Mobilfunk auch weiterhin von großer Bedeutung.