LTE – Mobilfunktechnik Long Term Evolution

Auf die Mobilfunknetze der 3. Mobilfunkgeneration (3G), nämlich UMTS, setzt die Technik LTE auf. Die Abkürzung steht für Long Term Evolution, was übersetzt so viel wie „langfristige Entwicklung“ bedeutet. LTE (auch Super 3G, HSOPA oder 3,9G genannt) soll UMTS ablösen und die Verwendung des Mobilfunks grundlegend ändern.

Tarife und Anbieter von LTE für Zuhause:

Über die LTE-Technik

Die Technik ist insbesondere auf die mobile Datenübertragung ausgerichtet. Rund 300 MBit/s im Download und 75 MBit/s im Upload können mit LTE theoretisch erreicht werden. Das ist ein Vielfaches der Datenübertragungsgeschwindigkeiten, die mit UMTS realisiert wird. Die Reaktionszeiten (Latenzzeiten) sind geringer und die Technik gilt als stabiler. Diverse Anwendungen des mobilen Internets sind dadurch ebenso problemlos möglich, wie die Nutzer es von ihrem stationären DSL-Anschluss gewohnt sind. Das mobile Internet erreicht damit eine neue Dimension.
Alle Datenübertragungen, auch Telefonate werden mit LTE nur noch über IP, das Internetprotokoll abgewickelt. Das Verfahren ist aus der Festnetz/DSL-Internettelefonie (VoIP) bekannt. Die Sprachdaten werden dabei in Datenpakete umgewandelt und übertragen. Ein Router, der mit einer SIM-Karte ausgerüstet ist und an den alle Endgeräte angeschlossen werden, sorgt für die Verbindung.

LTE als UMTS Nachfolger

Die deutschen Netzbetreiber hatten in ihren Netzen mit UMTS das Problem, dass die Netze wegen des zunehmenden Datenverkehrs insbesondere in den Ballungsgebieten überfüllt waren. In die Umrüstung auf die neue Technik LTE, die auf den Netzwerken für GSM und UMTS basiert, müssen die Netzbetreiber verhältnismäßig wenig investieren. Sie können den größten Teil ihrer Infrastruktur unverändert weiter nutzen und müssen lediglich die Verbindungen zwischen den Basisstationen und ihren Transportnetzen für schnelleren Datenverkehr umbauen. Mit vergleichsweise wenigen Mobilfunkantennen können große Gebiete abgedeckt werden. Die Nutzung des Internetprotokolls auch für die Telefonie spart Kapazitäten und es ist weniger Technik nötig. Die Kosten des Datenverkehrs sind geringer. Diese Ersparnis kann an den Kunden weitergegeben werden, was wiederum die Nutzung des mobilen Internets fördert. LTE kann auch parallel mit anderen Techniken wie GPS und UMTS betrieben werden.

Die erste öffentliche Präsentation einer LTE-Verbindung gab es 2006 in Hongkong. Die ersten funktionierenden Netze wurden 2009 in Oslo und Stockholm errichtet. In der Bundesrepublik gab es den Startschuss im Mai 2010, als die Bundesnetzagentur für 4,4, Milliarden Euro die ehemals zurückgegebenen UMTS-Frequenzen neu als LTE-Pakete versteigerte. Seitdem läuft der Ausbau kontinuierlich. Die staatliche Vorgabe ist aber eindeutig: Zunächst soll LTE in alle sogenannten „weißen Flecken“ des Landes verfügbar werden, in denen bisher insbesondere Breitbandanschlüssen nicht verfügbar sind. LTE soll hier zu einer Alternative zu DSL und Kabel werden. Besonders vorteilhaft beim Ausbau des LTE-Netzes ist, dass die bisherigen Netze nur nachgerüstet werden müssen, da die technischen Grundstandards sehr ähnlich zu denen des D- und E Netzes sowie zu UMTS sind.

Hintergrund dieser Ausbaupolitik sind die technischen Möglichkeiten und die enormen Übertragungsgeschwindigkeiten, die sich mit LTE erreichen lassen. LTE nutzt den Frequenzbereich 800 MHz. Dieser verfügt über sehr gute „Funkeigenschaften“, sodass es möglich ist, mit relativ wenigen Sendemasten eine große Abdeckung in der Fläche zu erreichen. Da zugleich eine sehr schnelle Datenübertragung möglich ist, bietet sich LTE als Medium an, um Internetanwendungen, Videos, Voice Over IP und viele andere Anwendungen zu nutzen. Selbst mobiles TV ist über LTE möglich. Grundsätzlich ist es sogar möglich, dauerhaft mit einem mobilen Endgerät online zu sein und verschiedene ressourcenfressende Anwendungen parallel laufen zu lassen. Denn LTE erreicht eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s und unterstützt dabei multiple zeitgleiche Anwendungen.

LTE Bandbreiten

LTE unterstützt, anders als UMTS, unterschiedliche Bandbreiten (1,4 / 3 / 5 / 10 / 15 / 20 Mhz). Je größer die Bandbreite ist, umso höher ist die Übertragungsgeschwindigkeit. Die Bandbreite kann also beispielsweise abhängig von der Anwendung flexibel eingesetzt werden. Auch Frequenzen, die durch die Umrüstung des analogen auf den digitale Rundfunk frei geworden sind (Digitale Dividende), wurden für LTE zur Verfügung gestellt. Die Versteigerung dieser Frequenzen erfolgte im Jahr 2010.

Als 4G, also die 4. Generation des Mobilfunks wird NGMN (Next Generation Mobile Networks) bezeichnet. Diese Technik wird ebenfalls auf die Infrastruktur der 3G-Mobilfunknetze aufsetzen. Manche bezeichnen jedoch LTE als 4G.