
Kabel-Internet ermöglicht einen schnellen Internetzugang über das vorhandene Fernsehkabelnetz. Statt der klassischen Telefonleitung wird ein Koaxialkabel für die Datenübertragung genutzt. Je nach Netzausbau sind Downloadgeschwindigkeiten bis zu 1.000 Mbit/s möglich. Auch Telefonie und Fernsehen können über denselben Anschluss bereitgestellt werden.
Voraussetzung ist ein entsprechend ausgebautes Kabelnetz. Welche Anbieter verfügbar sind, welche Kosten entstehen und ob zusätzlich ein Vertrag für Kabelfernsehen benötigt wird, hängt von der jeweiligen Anschlusssituation ab.
Was ist Kabel-Internet?
Kabel-Internet, auch Kabelinternet genannt, bezeichnet einen Breitband-Internetzugang über das ursprünglich für die Übertragung von Fernseh- und Radioprogrammen errichtete Kabelnetz.
Im Gegensatz zu DSL, das die Kupferadern der Telefonleitung nutzt, werden die Daten beim Kabelinternet auf dem letzten Abschnitt bis zum Haus oder zur Wohnung üblicherweise über Koaxialkabel übertragen. Moderne Kabelnetze kombinieren diese Leitungen mit Glasfaserstrecken und werden deshalb auch als Hybrid-Fiber-Coax-Netze (HFC) bezeichnet.
Kabelinternet ist eine Alternative zu DSL und kann insbesondere dort interessant sein, wo die Telefonleitung nur geringe Übertragungsraten ermöglicht, aber ein leistungsfähiges TV-Kabelnetz vorhanden ist.
Wie funktioniert Internet über das Fernsehkabel?
Das Breitbandkabelnetz nutzt unterschiedliche Frequenzbereiche, um Fernsehprogramme und Internetdaten zu übertragen. Für die Internetverbindung werden Daten sowohl vom Netz zum Kunden (Download) als auch vom Kunden zum Netz (Upload) übertragen.
Damit das funktioniert, muss der Kabelanschluss rückkanalfähig sein. Eine entsprechende technische Ausstattung ermöglicht es, Daten in beide Richtungen zu übertragen.
Als Übertragungsstandard kommt DOCSIS (Data Over Cable Service Interface Specification) zum Einsatz. Mit DOCSIS 3.1 sind in entsprechend ausgebauten Kabelnetzen Gigabitgeschwindigkeiten möglich.
In der Wohnung wird ein spezielles Kabelmodem beziehungsweise ein Kabelrouter an die Multimediadose angeschlossen. Dieser stellt anschließend die Internetverbindung für Computer, Smartphones, Fernseher und andere Endgeräte bereit.
Welche Voraussetzungen benötigt ein Kabel-Internetanschluss?
Nicht jeder vorhandene Kabelanschluss kann automatisch auch für das Internet verwendet werden. Entscheidend sind die technische Ausstattung des Kabelnetzes, die Hausverkabelung und die Verfügbarkeit eines passenden Internettarifs.
Rückkanalfähiger Kabelanschluss
Der Kabelnetzbetreiber muss die Übertragung von Daten in beide Richtungen ermöglichen. Bei älteren Kabelanlagen kann eine technische Anpassung erforderlich sein.
Multimediadose in der Wohnung
Eine Multimediadose besitzt häufig getrennte Anschlüsse für Fernsehen, Radio und Datenübertragung. Am Datenanschluss wird das Kabelmodem angeschlossen.
Nicht immer muss eine vorhandene Antennendose ausgetauscht werden. Ob eine Umrüstung notwendig ist, stellt der Anbieter bei der Anschaltung fest.
Geeigneter Kabelrouter
Für den Internetzugang wird ein Kabelmodem oder ein Kabelrouter benötigt. Ein gewöhnlicher DSL-Router kann nicht unmittelbar an den Koaxialanschluss angeschlossen werden.
Viele Anbieter stellen passende Hardware zur Verfügung. Alternativ kann ein kompatibler eigener Kabelrouter eingesetzt werden. Die technischen Voraussetzungen und das Verfahren zur Aktivierung unterscheiden sich je nach Netzbetreiber.
Weitere Informationen enthält der telespiegel-Ratgeber zur DSL- und Internet-Hardware.
Verfügbarkeit an der Adresse
Ein vorhandener Anschluss für Kabelfernsehen bedeutet nicht automatisch, dass dort auch Kabelinternet buchbar ist. Neben dem regionalen Netzausbau muss die Gebäudeverkabelung die technischen Anforderungen erfüllen. Bei der Verfügbarkeitsprüfung sind deshalb die genaue Anschrift und gegebenenfalls die Wohnungsnummer entscheidend.
Welche Anbieter für Kabel-Internet gibt es?
Der deutsche Kabelinternetmarkt wird vor allem von Vodafone und PŸUR geprägt. Daneben bestehen Angebote weiterer Unternehmen, die bestehende Kabelnetze nutzen, sowie regionale Netzbetreiber.
| Anbieter | Netz und Verfügbarkeit |
|---|---|
| Vodafone Kabel | Eigene Kabelnetze in zahlreichen Regionen Deutschlands, einschließlich der ehemaligen Netze von Kabel Deutschland und Unitymedia |
| PŸUR | Kabelinternet in regionalen Netzen, insbesondere von Tele Columbus; zusätzlich andere Anschlusstechniken im Angebot |
| eazy | Internetangebote über das Vodafone-Kabelnetz |
| Regionale Netzbetreiber | Lokal oder regional begrenzte Kabelnetze mit eigenen Angeboten oder Kooperationen |
Entscheidend ist deshalb immer die Verfügbarkeit an der konkreten Adresse.
Ist Kabel-Internet ohne Kabelfernsehen möglich?
Ja. Ein Kabel-Internetanschluss kann grundsätzlich auch ohne zusätzlichen Vertrag für Kabelfernsehen genutzt werden.
Internet, Telefonie und Kabelfernsehen sind eigenständige Dienstleistungen. Auch wenn für diese Angebote dieselbe physische Kabelinfrastruktur verwendet wird, müssen nicht zwangsläufig alle drei Leistungen gebucht werden.
Besondere Bedeutung hat diese Unterscheidung seit der Abschaffung des sogenannten Nebenkostenprivilegs zum 1. Juli 2024. Seitdem dürfen die laufenden Kosten für gemeinschaftliche Kabel-TV-Verträge grundsätzlich nicht mehr wie früher auf die Mieter über die Betriebskosten umgelegt werden.
Für einen bestehenden Kabel-Internetvertrag bedeutet das nicht, dass zusätzlich ein kostenpflichtiger TV-Vertrag abgeschlossen werden muss.
Bei besonderen Vertragskonstellationen mit privaten Hausnetzbetreibern können Fragen zur Gebäudenutzung und Abrechnung entstehen. Diese sind von der eigentlichen Bereitstellung des Internetdienstes zu unterscheiden.
Wie schnell ist Kabel-Internet?
Moderne Kabelnetze ermöglichen hohe Downloadgeschwindigkeiten. Abhängig vom Anbieter, vom Tarif und vom Ausbaustand sind Anschlüsse mit bis zu 1.000 Mbit/s erhältlich.
Welche Bandbreite sinnvoll ist, richtet sich vor allem nach der Zahl der gleichzeitig genutzten Geräte und den Anwendungen.
| Downloadgeschwindigkeit | Typische Nutzung |
|---|---|
| 50 Mbit/s | Surfen, E-Mail, Videotelefonie und Streaming |
| 100 bis 150 Mbit/s | Mehrere Geräte, Homeoffice und hochauflösendes Streaming |
| 250 bis 300 Mbit/s | Größere Haushalte mit vielen gleichzeitigen Anwendungen |
| 500 bis 1.000 Mbit/s | Große Downloads, viele parallele Nutzer und besonders hoher Bandbreitenbedarf |
Kabelanschlüsse bieten häufig deutlich niedrigere Upload- als Downloadgeschwindigkeiten. Das Verhältnis hängt jedoch vom jeweiligen Tarif und vom technischen Ausbau des Netzes ab.
Weitere Hinweise enthält der Ratgeber zur passenden Internetgeschwindigkeit.
Vorteile und Nachteile von Kabel-Internet
Kabelinternet kombiniert hohe Übertragungsgeschwindigkeiten mit einer bereits in vielen Gebäuden vorhandenen Infrastruktur.
Zu den wichtigsten Vorteilen gehören die hohen möglichen Downloadraten, die Nutzung ohne klassischen Telefonanschluss und die Möglichkeit, Internet, Telefonie und Fernsehen über dieselbe Kabelanlage bereitzustellen.
Allerdings bestehen auch technische Einschränkungen.
Geschwindigkeit kann bei hoher Auslastung schwanken
Im Kabelnetz teilen sich mehrere Haushalte die Übertragungskapazität eines Netzsegments. Bei hoher gleichzeitiger Nutzung können dadurch Geschwindigkeitseinbußen entstehen.
Wie stark sich diese auswirken, hängt unter anderem von der Zahl der angeschlossenen Kunden, der verfügbaren Netzkapazität und der technischen Ausstattung ab.
Störungen im Rückkanal
Kabelnetze können durch Störsignale beeinträchtigt werden, die beispielsweise über defekte Anschlüsse, ungeeignete Geräte oder beschädigte Leitungen in das Netz gelangen.
Solche Rückwegstörungen können die Verbindung zahlreicher Anschlüsse betreffen und sich durch Geschwindigkeitseinbrüche, Paketverluste oder Verbindungsabbrüche bemerkbar machen.
Begrenzte Anbieterauswahl
Während an einem DSL-Anschluss oftmals Tarife verschiedener Unternehmen zur Verfügung stehen, ist die Auswahl über das Fernsehkabel häufig auf den jeweiligen Kabelnetzbetreiber und dessen Vertriebspartner beschränkt.
Kabel-Internet, DSL oder Glasfaser – die Unterschiede
Alle drei Anschlussarten ermöglichen einen stationären Internetzugang. Sie unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der verwendeten Leitungen, der verfügbaren Übertragungsgeschwindigkeiten und der technischen Eigenschaften.
| Eigenschaft | Kabel-Internet | DSL/VDSL | Glasfaser (FTTH) |
|---|---|---|---|
| Anschlussleitung | Koaxialkabel | Telefon-Kupferleitung | Glasfaser |
| Typische maximale Downloadrate | Bis 1.000 Mbit/s | Bis 250 Mbit/s | 1.000 Mbit/s oder mehr, je nach Angebot |
| Upload | Meist deutlich geringer als Download | Meist geringer als Download | Häufig höhere Uploadraten |
| Geschwindigkeitsabhängigkeit | Netzsegment und Auslastung | Insbesondere Leitungslänge und Qualität | Tarif und Netzausbau |
| Verfügbarkeit | Regional unterschiedlich | Weit verbreitet | Vom Glasfaserausbau abhängig |
Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH) bietet langfristig besonders große Leistungsreserven. Ein gut ausgebauter Kabelanschluss kann dennoch eine leistungsfähige Alternative darstellen, wenn kein eigener Glasfaseranschluss vorhanden ist.
Weitere Anschlussmöglichkeiten sind unter DSL-Alternativen beschrieben.
Was kostet ein Kabel-Internetanschluss?
Die Kosten hängen vom Anbieter, der gewünschten Geschwindigkeit und den Vertragsbedingungen ab.
Neben der monatlichen Grundgebühr können einmalige Bereitstellungsgebühren sowie Kosten für einen Router, dessen Miete oder den Versand entstehen.
Bei der Auswahl eines Tarifs ist insbesondere zwischen zeitlich begrenzten Aktionspreisen und der regulären Grundgebühr nach Ablauf der Rabattphase zu unterscheiden.
Auch die Mindestvertragslaufzeit, Kündigungsbedingungen und gegebenenfalls enthaltene Telefonleistungen beeinflussen die Gesamtkosten.
Ein Vergleich sollte daher nicht ausschließlich auf den beworbenen Einstiegspreis, sondern auf die Gesamtkosten über die vorgesehene Nutzungsdauer ausgerichtet sein.
Internet und Fernsehen über denselben Kabelanschluss
Das Fernsehkabelnetz kann sowohl Internetdaten als auch Fernsehprogramme übertragen.
Dabei gibt es unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten: Klassisches Kabelfernsehen wird über das Kabelnetz bereitgestellt, während Streamingdienste und IPTV das Internet als Übertragungsweg nutzen.
Ein Kabel-Internetanschluss kann daher auch für Fernsehen über das Internet verwendet werden. Ein zusätzlicher klassischer Kabel-TV-Vertrag ist für Streaming oder IPTV nicht zwingend erforderlich.
Umgekehrt kann Kabelfernsehen je nach technischer und vertraglicher Situation auch ohne Internetvertrag genutzt werden.
Kabel-Internetanschluss einrichten
Nach der Bestellung prüft der Anbieter die technische Verfügbarkeit und veranlasst gegebenenfalls notwendige Installationsarbeiten.
Sofern die Kabelanlage bereits geeignet ist, genügt häufig der Anschluss eines passenden Kabelrouters an die Multimediadose. Anschließend erfolgt die Aktivierung durch den Netzbetreiber.
Der Router stellt die Verbindung innerhalb der Wohnung per LAN-Kabel oder WLAN bereit. Ein zusätzlicher klassischer Telefonanschluss ist dafür nicht erforderlich.
Für die Einrichtung kann auch die Anleitung zum Internetanschluss einrichten hilfreich sein.
Häufige Fragen zum Kabel-Internet
Braucht man einen Kabelanschluss für Kabel-Internet?
Ja, eine geeignete Anbindung an ein rückkanalfähiges Breitbandkabelnetz ist erforderlich. Ein bereits vorhandener TV-Kabelanschluss kann dafür genutzt werden, sofern die technischen Voraussetzungen erfüllt sind.
Kann Kabel-Internet ohne Telefonanschluss genutzt werden?
Ja. Kabelinternet benötigt keine klassische Telefonleitung. Telefonie kann bei Bedarf über denselben Internetanschluss mittels VoIP bereitgestellt werden.
Ist für Kabel-Internet ein Fernsehvertrag notwendig?
Grundsätzlich nicht. Ein Internetvertrag über das Kabelnetz kann unabhängig von einem zusätzlichen Kabel-TV-Vertrag bestehen.
Kann ein normaler DSL-Router für Kabel-Internet verwendet werden?
Nicht direkt. Zum Anschluss an das Koaxialkabel ist ein passendes Kabelmodem erforderlich. Ein vorhandener Router kann gegebenenfalls hinter einem Kabelmodem weiterverwendet werden, sofern die Geräte diese Betriebsart unterstützen.
Warum ist Kabel-Internet manchmal langsam?
Mögliche Ursachen sind hohe Netzauslastung, Störungen im Kabelnetz, eine fehlerhafte Hausverkabelung oder Probleme mit dem Router beziehungsweise dem WLAN.
Eine Geschwindigkeitsmessung über eine LAN-Verbindung hilft, Ursachen im heimischen Funknetz auszuschließen. Für den verbindlichen Nachweis einer erheblichen Minderleistung steht die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur zur Verfügung.
Ist Kabel-Internet besser als DSL?
Das hängt von den verfügbaren Tarifen und der örtlichen Netzqualität ab. Kabelinternet ermöglicht häufig höhere Downloadgeschwindigkeiten als DSL. Ein leistungsfähiger DSL-Anschluss kann jedoch ebenfalls eine zuverlässige Wahl sein. Entscheidend sind neben der Bandbreite die tatsächlich erreichbare Leistung, die Uploadgeschwindigkeit und die Kosten.
Fazit: Kabel-Internet als leistungsfähige DSL-Alternative
Kabelinternet bietet hohe Downloadgeschwindigkeiten über eine Infrastruktur, die in vielen Wohnungen bereits vorhanden ist. Für die Nutzung wird weder ein klassischer Telefonanschluss noch grundsätzlich ein zusätzlicher Kabel-TV-Vertrag benötigt.
Die tatsächliche Leistungsfähigkeit hängt allerdings vom örtlichen Ausbau des Kabelnetzes ab. Vor einem Vertragsabschluss sollten deshalb Verfügbarkeit, Down- und Uploadgeschwindigkeit, Routerkosten sowie die langfristigen Tarifkonditionen verglichen werden.
Insbesondere dort, wo kein FTTH-Glasfaseranschluss vorhanden ist, kann Kabelinternet eine leistungsfähige Alternative zu DSL darstellen.