
Mit einer MMS konnten Handynutzer nicht nur Texte, sondern auch Fotos, kurze Videos und Sprachnachrichten verschicken. Der Multimedia-Messaging-Service war damit eine Erweiterung der klassischen SMS. Inzwischen ist die Technik überholt: Seit Juli 2026 bieten die vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber keine klassischen MMS-Dienste mehr an. Was eine MMS ist, wie der Versand funktionierte, welche Kosten entstanden und welche Alternativen es heute gibt, erklärt dieser Ratgeber.
Was ist eine MMS?
Die Abkürzung MMS steht für Multimedia Messaging Service, auf Deutsch etwa Multimedia-Nachrichtendienst. Der Mobilfunkstandard wurde Anfang der 2000er-Jahre eingeführt und ermöglichte es erstmals, neben Textnachrichten auch Bilder, Musik, Tonaufnahmen und kurze Videos direkt vom Handy zu verschicken.
Während eine klassische SMS ursprünglich auf 160 Zeichen beschränkt war, konnten MMS wesentlich umfangreichere Inhalte übertragen.
Vor allem für Urlaubsfotos, Geburtstagsgrüße oder Neujahrswünsche war die MMS lange Zeit beliebt. Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones, mobilem Internet und Messenger-Diensten verlor sie jedoch ihre Bedeutung.
Unterschied zwischen SMS und MMS
| Merkmal | SMS | MMS |
|---|---|---|
| Bedeutung | Short Message Service | Multimedia Messaging Service |
| Inhalte | Text | Text, Bilder, Ton und Videos |
| Nachrichtenlänge | Ursprünglich 160 Zeichen pro SMS | Abhängig vom Gerät und Dienst |
| Übertragung | SMS-Infrastruktur des Mobilfunknetzes | MMS-Zentrale über mobile Datenübertragung |
| Bilder versenden | Nicht möglich | Möglich |
| Verfügbarkeit in Deutschland | Weiterhin verfügbar | Bei den vier Netzbetreibern eingestellt |
MMS-Abschaltung: Kann man noch MMS versenden?
Der klassische MMS-Dienst ist in Deutschland inzwischen praktisch Geschichte. Die vier Mobilfunknetzbetreiber haben den Versand und Empfang eingestellt.
| Netzbetreiber | Abschaltung |
|---|---|
| Vodafone | 17. Januar 2023 |
| Telekom | 1. Juli 2026 |
| Telefónica/o2 | 1. Juli 2026 (nach dem 30. Juni) |
| 1&1 | 1. Juli 2026 |
Wichtig: Die Abschaltung betrifft ausschließlich die klassische MMS. Normale SMS können weiterhin verschickt und empfangen werden.
Wer heute auf seinem Smartphone ein Foto über die Nachrichten-App versendet, nutzt möglicherweise RCS oder bei Apple-Geräten iMessage. Diese Dienste unterscheiden sich technisch von der MMS.
Was kostete eine MMS?
Der MMS-Versand war im Gegensatz zu vielen heutigen Messenger-Diensten üblicherweise kostenpflichtig. Die Abrechnung erfolgte pro versendeter Nachricht und nicht nach der tatsächlich übertragenen Datenmenge.
Bei der Telekom kostete eine MMS mit bis zu 300 Kilobyte beispielsweise zuletzt 39 Cent für den Versand innerhalb Deutschlands. Für den Versand in ausländische Mobilfunknetze konnten höhere Preise anfallen. Auch bei anderen Mobilfunkanbietern waren Preise um 39 Cent verbreitet. Die tatsächlichen Kosten hingen jedoch vom jeweiligen Tarif ab.
In klassischen SMS-Flatrates war der MMS-Versand normalerweise nicht enthalten.
War der Empfang einer MMS kostenlos?
In Deutschland war der Empfang von MMS in der Regel kostenlos. Kosten konnten jedoch beim Versand und abhängig vom Tarif oder Roaming-Angebot bei der Nutzung im Ausland entstehen.
Mit der Abschaltung der Dienste entfallen diese klassischen MMS-Verbindungen bei den deutschen Netzbetreibern.
Bilder per SMS verschicken: Welche Kosten entstehen?
Eine häufige Frage lautet, ob sich Bilder per SMS versenden lassen und ob dafür zusätzliche Kosten anfallen.
Eine klassische SMS kann keine Fotos oder Videos übertragen. Früher wurde beim Anhängen eines Bildes häufig automatisch eine MMS erstellt. Diese wurde dann entsprechend dem jeweiligen MMS-Tarif berechnet.
Heute bieten Nachrichten-Apps andere Möglichkeiten. Wird ein Bild über RCS, iMessage oder einen Messenger verschickt, erfolgt die Übertragung über eine Internetverbindung.
Dabei gilt:
- Über WLAN entstehen normalerweise keine zusätzlichen Mobilfunk-Datenkosten.
- Bei der Nutzung mobiler Daten wird das enthaltene Datenvolumen des Tarifs verwendet.
- Ohne ausreichendes Datenvolumen können je nach Vertrag zusätzliche Kosten entstehen.
- Im Ausland sind insbesondere außerhalb der EU mögliche Roaminggebühren zu beachten.
Ob eine Nachricht über SMS, RCS oder iMessage verschickt wird, hängt von der verwendeten App, den Einstellungen und der Verfügbarkeit des jeweiligen Dienstes ab.
Wie funktionierte der MMS-Versand?
Im Unterschied zur SMS nutzte die MMS eine spezielle technische Infrastruktur. Der Versand erfolgte über eine sogenannte MMS-Zentrale, das Multimedia Messaging Service Center (MMSC). Eine MMS wurde zunächst vom Mobiltelefon über das mobile Datennetz an diese Zentrale übertragen. Von dort wurde sie an den Empfänger weitergeleitet. Für die Übermittlung war ein entsprechender Zugangspunkt erforderlich. Dieser wurde als APN (Access Point Name) bezeichnet.
Bei der SMS erfolgt die Übermittlung dagegen über eine SMS-Kurzmitteilungszentrale (SMSC).
Welche Bildgröße war für MMS erlaubt?
Bei deutschen Mobilfunkanbietern galt häufig eine maximale Nachrichtengröße von 300 Kilobyte (KB).
Größere Bilder wurden vom Handy gegebenenfalls automatisch verkleinert oder komprimiert. Dadurch verschlechterte sich teilweise die Bildqualität. Eine feste Pixelauflösung gab es nicht für sämtliche MMS-Nachrichten. Entscheidend waren die Dateigröße, die Fähigkeiten des Mobiltelefons und die Vorgaben des jeweiligen Netzbetreibers.
Auch kurze Videoclips und Tonaufnahmen konnten übertragen werden, sofern ihre Gesamtgröße innerhalb der zulässigen Grenzen blieb.
MMS-Einstellungen und Konfiguration am Handy
Damit MMS früher verschickt und empfangen werden konnten, benötigte das Mobiltelefon bestimmte Netzwerkeinstellungen.
Diese waren abhängig vom Mobilfunkanbieter und enthielten unter anderem:
- APN: Zugangspunkt für die Datenverbindung
- MMSC: Adresse der MMS-Zentrale
- MMS-Proxy: Vermittlungsserver für die Übertragung
- MMS-Port: Technischer Kommunikationsanschluss
- Benutzername und Passwort: Falls vom Netzbetreiber erforderlich
Viele Mobilfunkanbieter konnten diese Daten automatisch auf das Handy übertragen. Teilweise war auch eine Konfiguration per SMS möglich. Bei älteren Mobiltelefonen mussten die Angaben gelegentlich von Hand eingetragen werden.
MMS-Einstellungen bei Telekom, Vodafone und o2
Ältere Anleitungen enthalten noch konkrete MMS-APN-Adressen, Proxy-Server und Portnummern für Telekom, Vodafone und o2. Diese Angaben sind heute nicht mehr für einen funktionierenden MMS-Versand geeignet. Die Netzbetreiber haben ihre MMS-Infrastruktur abgeschaltet. Das manuelle Eintragen historischer Zugangsdaten kann den Dienst deshalb nicht wieder aktivieren.
MMS bei Samsung, Android und iPhone einstellen
Einige Smartphones zeigen weiterhin ältere Menüpunkte für MMS oder MMS-spezifische Zugangspunkte an.
Bei Android-Geräten befinden sich Netzwerkeinstellungen je nach Hersteller und Betriebssystemversion beispielsweise unter Einstellungen – Verbindungen – Mobile Netzwerke – Zugangspunkte.
Bei iPhones können die verfügbaren Mobilfunk- und Nachrichtenoptionen ebenfalls vom Anbieter und der eingesetzten Software abhängen.
Diese Menüpunkte bedeuten nicht, dass der klassische MMS-Dienst noch verfügbar ist.
Hinweis: Bestehende APN-Einstellungen sollten nicht ohne konkreten Anlass gelöscht oder verändert werden. Fehlerhafte Einstellungen können die mobile Internetverbindung beeinträchtigen.
MMS abrufen und empfangen: Geht das noch?
Früher wurden MMS entweder direkt auf das Mobiltelefon übertragen oder mussten über eine Internetseite des Netzbetreibers abgerufen werden. War das empfangende Handy nicht MMS-fähig oder konnte es die Nachricht nicht direkt darstellen, erhielt der Empfänger häufig eine SMS mit einem Link zum MMS-Postfach. Über diesen Link ließ sich die Nachricht innerhalb einer bestimmten Frist im Internet ansehen.
Kann ich eine alte MMS noch öffnen?
Bereits auf dem Smartphone gespeicherte MMS können weiterhin verfügbar sein. Das gilt insbesondere, wenn die Nachricht einschließlich ihres Bildes oder Videos vollständig heruntergeladen und gespeichert wurde. Ob sich die Inhalte noch öffnen lassen, hängt vom verwendeten Gerät, der Nachrichten-App und dem Zustand der gespeicherten Daten ab.
Anders sieht es bei MMS aus, die früher nur über eine Internetadresse des Netzbetreibers bereitgestellt wurden. Nach dem Ablauf der Abruffrist oder der Abschaltung des Dienstes ist ein erneuter Download normalerweise nicht mehr möglich.
Wer wichtige Fotos oder Videos aus alten MMS besitzt, sollte diese möglichst lokal sichern.
MMS wird nicht gesendet oder empfangen: Was tun?
Wenn sich eine MMS heute nicht mehr verschicken lässt, liegt das bei deutschen Mobilfunkanschlüssen in der Regel an der Abschaltung des Dienstes. Eine erneute Freischaltung oder manuelle Konfiguration hilft dann nicht weiter.
Für den Versand von Bildern kommen folgende Alternativen infrage:
- RCS: Moderne Chatfunktion vieler Nachrichten-Apps, mit der sich Bilder, Videos und Gruppennachrichten übertragen lassen.
- iMessage: Apple-Nachrichtendienst für die Kommunikation zwischen unterstützten Apple-Geräten.
- Messenger: Beispielsweise WhatsApp, Signal oder Threema.
- E-Mail: Besonders geeignet, wenn Bilder oder Dateien unabhängig von einer Messenger-App verschickt werden sollen.
Eine Übersicht weiterer Anwendungen bietet der telespiegel im Ratgeber WhatsApp-Alternativen im Vergleich.
Sind MMS-Nachrichten gefährlich?
Die MMS selbst war eine Übertragungstechnik und nicht grundsätzlich gefährlich. Allerdings konnten auch MMS und die zugehörigen Benachrichtigungen für Betrugsversuche missbraucht werden. Besondere Vorsicht ist bei SMS-Nachrichten geboten, die zum vermeintlichen MMS-Abruf auf eine unbekannte Internetseite weiterleiten. Kriminelle können solche Nachrichten nutzen, um persönliche Informationen abzufragen, Zugangsdaten zu stehlen oder Schadsoftware zu verbreiten.
Da die klassischen MMS-Dienste in Deutschland inzwischen eingestellt wurden, sollten angebliche neue MMS-Abrufbenachrichtigungen besonders kritisch geprüft werden.
Unbekannte Links sollten nicht geöffnet und keine Passwörter oder Zahlungsdaten auf zweifelhaften Webseiten eingegeben werden.
Häufige Fragen zu MMS
Was bedeutet MMS auf dem Handy?
MMS steht für Multimedia Messaging Service. Der Dienst ermöglichte es, Bilder, Videos, Tonaufnahmen und Texte als multimediale Nachricht zu verschicken.
Kann man noch MMS verschicken?
Über die klassischen MMS-Dienste der vier deutschen Mobilfunknetzbetreiber ist das seit Juli 2026 nicht mehr möglich. Als Alternativen stehen RCS, iMessage und Messenger-Apps zur Verfügung.
Sind MMS kostenlos?
Der klassische MMS-Versand war in der Regel kostenpflichtig. Häufig kostete eine Nachricht innerhalb Deutschlands etwa 39 Cent. Der Empfang war normalerweise kostenlos.
Was kostet es, ein Foto per SMS zu verschicken?
Eine reine SMS unterstützt keine Fotos. Werden Bilder heute über RCS oder einen Messenger gesendet, entstehen normalerweise keine gesonderten MMS-Gebühren. Allerdings wird bei mobiler Internetnutzung Datenvolumen verbraucht.
Kann ich alte MMS-Bilder noch herunterladen?
Bereits gespeicherte Bilder können weiterhin vorhanden sein. War das Bild ausschließlich über ein früheres MMS-Onlinepostfach erreichbar, ist ein Abruf nach dessen Abschaltung normalerweise nicht mehr möglich.
Kann sich eine SMS automatisch in eine MMS umwandeln?
Früher konnten manche Smartphones SMS mit Anhängen, bestimmten Formatierungen oder sehr langen Inhalten automatisch in MMS umwandeln. Die deutschen MMS-Dienste wurden inzwischen abgeschaltet. Bei modernen Nachrichten-Apps erfolgt stattdessen häufig ein Wechsel zwischen SMS und internetbasierten Nachrichtenfunktionen.
Wie kann ich kostenlos Bilder an eine Handynummer senden?
Dafür eignen sich beispielsweise RCS oder iMessage, sofern beide Geräte den jeweiligen Dienst unterstützen. Auch Messenger bieten diese Möglichkeit. Eine Internetverbindung ist erforderlich; gegebenenfalls wird mobiles Datenvolumen verbraucht.
Telespiegel-Nachrichten zu MMS

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