Haltlose Versprechen – Warnung vor unseriösen Trading-Coaches im Netz

Haltlose Versprechen – Warnung vor unseriösen Trading-Coaches im Netz

Über die sozialen Netzwerke können nahezu unendlich viele Menschen leicht erreicht werden. Dies machen sich auch unseriöse Trading-Coaches zunutze, die mit schnellen und hohen Gewinnversprechen locken. Die Verbraucherzentrale warnt eindrücklich vor den vermeintlich lukrativen Anlagegeschäften, denn im schlimmsten Fall droht der Totalverlust des eigenen Geldes.

Was steckt hinter den Gewinnversprechen?

Werbung für vermeintlich gewinnbringende Anlegegeschäfte in Devisen, Kryptowährung oder CFDs wird immer häufiger über Social Media geschaltet. Doch immer, wenn es um schnelle Gewinnversprechen, überdurchschnittliche Börsenerfolge oder Altersvorsorgen geht, die zu schön klingen, um wahr zu sein, sollten Verbraucher skeptisch werden. Bei den teuren Seminaren und Workshops handelt es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um betrügerische Angebote durch unseriöse Trading-Coaches. Mit der Werbung, in der sich die vermeintlichen Finanzexperten insbesondere selbst inszenieren, werden bei den Verbrauchern völlig falsche Erwartungen geweckt. Die Verbraucherzentrale berichtet davon, dass teilweise sogar fortdauernde „Einkommen“ in vier- bis fünfstelliger Höhe pro Monat in Aussicht gestellt werden.

Wie gehen die unseriösen Finanzexperten vor?

Die Trading-Coaches bedienen sich verschiedener Manipulationen und psychologischer Verkaufsmaschen. Sie sind bestens geschult, was Rhetorik angeht, und setzen nicht selten auch gefälschte Aussagen von bekannten Persönlichkeiten ein, um Vertrauen zu erwecken und Seriosität zu vermitteln. Auch angebliche Erfolge von anderen Kunden werden genutzt, um dem Interessenten, dass angeblich gewinnsichere Handelssystem schmackhaft zu machen. Durch die vorgeblichen Erfahrungen sollen neue Kunden angelockt werden. Nach Angaben der Verbraucherzentrale sind diese Erfolgsgeschichten jedoch haltlos. Auffallend ist außerdem, dass negative Bewertungen meist vollständig fehlen – bereits dieser Umstand sollte unbedingt hellhörig machen. Denn immer dann, wenn mit großem Reichtum auf schnellem Weg geworben wird, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um ein betrügerisches Angebot. Rechtlich sichern sich entsprechende Trading-Coaches in ihren AGB mit Formulierungen ab, dass es keine Erfolgsgarantie gäbe. Alle zuvor gemachten Erfolgsaussichten werden hier relativiert. Fakt ist: Am Ende sehen die Verbraucher ihr Geld nie wieder. Die Verbraucherzentrale warnt daher eindrücklich:

„Es droht der Totalverlust Ihres Geldes, sei es aufgrund ungeeigneter Anlagevehikel oder Betruges. Es ist obendrein sehr fragwürdig, ob Anlageberater:innen Ihnen „Anlagegeheimnisse“ offenlegen würden – nur um Ihr Vermögen zu vermehren. Wenn es solche Geheimnisse gäbe, würden sie diese wahrscheinlich eher für sich behalten und sich selbst bereichern.“

Woran lassen sich unseriöse Trading-Coaches erkennen?

Die Masche ist immer ähnlich: Zu Beginn sollen die Interessenten lediglich ein geringes Startkapital bezahlen, nach welchem angeblich ein professionelles Handelskonto eröffnet wird. Die vermeintlichen Finanzexperten kümmern sich sehr intensiv um die Verbraucher – vornehmlich durch engen und regelmäßigen Kontakt per Telefon. Ein persönlicher Berater soll Seriosität vermitteln. Hierbei wird jedoch massiver Druck ausgeübt und es wird oftmals sogar verlangt, dass die Betroffenen den Anbietern einen direkten Zugriff auf ihren PC gewähren. Im weiteren Verlauf sollen dann immer weitere hohe Einzahlungen gemacht werden – dabei wird auf Gewinne verwiesen, die angeblich bereits erzielt werden konnten. Teilweise gehen die Betrüger so weit, dass die Betroffenen einen Kredit aufnehmen, da ihnen noch mehr sichere Gewinnchancen in Aussicht gestellt werden. Doch sobald sich jemand sein Geld auszahlen lassen will, sind die Finanzgurus nicht mehr erreichbar, verweigern die Auszahlung, täuschen fallende Kurse vor oder machen weitere Zahlungsaufforderungen über angebliche Gebühren und Steuern. Da das Geld niemals wirklich in einer Kapitalanlage gelandet ist, besteht kaum eine Chance, das Geld zurückzubekommen, da es vorwiegend auf ausländischen Konten landet.

Wie können sich Verbraucher schützen?

Die Verbraucherzentrale rät grundsätzlich dazu, immer skeptisch zu sein, wenn mit überdurchschnittlichen Gewinnen geworben wird. Verbraucher sollten sich hierbei fragen, weshalb die eigens ernannten Finanzgurus entsprechende Seminare anbieten, anstatt selbst ihr eigenes Geld für sich arbeiten zu lassen. Immer dann, wenn es um Geldgeschäfte geht, sollten Informationen ausschließlich aus seriösen Quellen gewonnen und am besten mehrfach überprüft werden. Zudem sollten sich Betroffene niemals unter Druck setzen lassen, beispielsweise durch vermeintliche Top-Angebote, die jedoch nur für einen kurzen Zeitraum gelten. Sollten auch nur die geringsten Zweifel bestehen, können sich Verbraucher an die Aufsichtsbehörde BaFin wenden. Denn in Deutschland wird für Finanzgeschäfte eine Zulassung benötigt. Ob eine entsprechende Zulassung für einen Anbieter vorliegt, lässt sich in der Unternehmensdatenbank feststellen. Für diesen Zweck steht das kostenfreie Verbrauchertelefon der BaFin zur Verfügung: 0800 2 100 500. Auf der offiziellen Webseite der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sind Tipps nachzulesen, wie sich Verbraucher vor den unseriösen Angeboten schützen können. Beratungsangebote zum Thema Trading-Coaches werden außerdem von den Verbraucherzentralen zur Verfügung gestellt.

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