Pilotprojekt für schnelle Hilfe – Automatische Ortung von 110-Notrufen

Pilotprojekt für schnelle Hilfe – automatische Ortung von 110-Notrufen

Wer über die 112-Nummer einen Notruf absetzt, kann bereits seit Langem automatisch von der Einsatzzentrale geortet werden. Bei Polizeinotrufen über die 110-Nummer sorgten rechtliche Schwierigkeiten bislang dafür, dass dies nicht möglich war. Nachdem in Baden-Württemberg das Pilotprojekt zur automatischen Ortung von 110-Notrufen schon Menschenleben gerettet hat, schließt sich jetzt auch Bayern an.

Weshalb ist die automatische Ortung so wichtig?

Wird die Feuerwehr oder der Rettungswagen in einer Notsituation benötigt und die 112-Notrufnummer gewählt, kommt die sogenannte „Advanced Mobile Location“-Technologie – kurz AML – zum Einsatz. Dadurch werden automatisch die Standortdaten des Hilfesuchenden bis auf wenige Meter genau an die Leitstelle übermittelt, sodass die Hilfe möglichst schnell ausrücken kann. Während das bei 112-Notrufen im ganzen Bundesgebiet möglich ist, gab es bei der 110-Notrufnummer datenschutzrechtliche Bedenken, die den Einsatz von AML verhinderten. Die Polizei Baden-Württemberg rief ein Pilotprojekt ins Leben, an welchem sich jetzt auch Bayern beteiligt. Nach und nach wird das Projekt, mit dem Menschenleben gerettet werden kann, auf weitere Bundesländer ausgeweitet. Denn wie wichtig die automatische Ortung auch bei Polizeinotrufen ist, wird anhand des Erfolgs aus Baden-Württemberg deutlich: bereits mehrere Menschenleben konnten durch die automatische Ortung gerettet werden. In Notfallsituationen zählt jede Minute – wenn nicht gar jede Sekunde. Vor allem dann, wenn die Hilfesuchenden körperlich oder geistig nicht mehr dazu in der Lage sind, der Einsatzzentrale ihren Standort zu übermitteln, wird deutlich, wie wichtig die AML-Technologie ist. Weiterhin erleichtert die automatische Ortung auch die Rettung, wenn die Personen gar nicht wissen, wo sie sich befinden oder wenn es sich um ein abgelegenes Gebiet handelt, das nur schwer zu beschreiben ist.

„Die Notrufdisponenten können nunmehr die Einsatzkräfte der bayerischen Polizei selbst dann schnell zum Tat- oder Unfallort entsenden, wenn die Bürgerinnen und Bürger ihren Standort nicht genau angeben können oder sich in einer geistigen oder körperlichen Ausnahmesituation befinden“, sagt Innenminister Joachim Hermann.

Wie funktioniert die AML-Technologie?

Unterstützt wird die „Advanced Mobile Location“-Technologie von Telekommunikationsprovidern in Deutschland, Apple und Google. Die Mobiltelefon-Nutzer müssen keine zusätzliche App installieren, stattdessen wird AML ganz automatisch aktiviert, sobald ein entsprechender Notruf mit dem Gerät abgesetzt wurde. Mittels GPS-Signal, empfangenen Signalen aus Funkmasten oder WLAN-Hotspots wird dann die GEO-Position ermittelt und direkt an die Einsatzzentrale geleitet. Wird der Notruf aus dem Festnetz abgesetzt, kann die Leitstelle die Kundenadressen einsehen und hierdurch den Standort herausfinden.

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