Gewinner der Corona-Krise – Heim-Elektronikmarkt deutlich gewachsen

Gewinner der Corona-Krise – Heim-Elektronikmarkt deutlich gewachsen

Homeoffice, Homeschooling und die Schließung von Geschäften, Cafés und anderen Lokalitäten haben dazu geführt, dass der Heim-Elektronik-Markt einen deutlichen Schub erfahren hat. Während die Branche in den vergangenen Jahren einen Umsatz-Rückgang verzeichnen musste, hat die Corona-Krise dafür gesorgt, dass der Trend in den letzten Wochen und Monaten umgekehrt wurde.

Was ist das Gesamtumsatzvolumen des ersten Halbjahres 2020?

Im ersten Halbjahr dieses Jahres legte der Umsatz um 5,3 Prozent zu und wuchs damit auf ein Gesamtumsatzvolumen von 20,3 Milliarden Euro. Dies geht aus dem Hemix (Home Electronic Market Index) hervor. Bei Videogames-Konsolen, IT-Produkten, Elektronik-Kleingeräten sowie AV-Zubehör konnten zweistellige Umsatzzugewinne erreicht werden. Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurde mit deutlich schlechteren Zahlen für das erste Halbjahr 2020 gerechnet.

Weshalb geht dieser Markt als Gewinner aus der Corona-Krise hervor?

Durch den mit der Corona-Pandemie verbundenen Lockdown haben viele Menschen deutlich mehr Zeit zu Hause verbracht als üblich. Hierdurch hat sich die Nachfrage für verschiedene Unterhaltungsprodukte, eine neue und bessere Küchenausstattung sowie Zubehör für das Homeoffice enorm erhöht. Die Corona-Zeit erforderte das Arbeiten von Zuhause, das Essen Zuhause sowie die Freizeitgestaltung in den eigenen vier Wänden.

„Unsere innovative Branche kann eine Vielzahl der in der Krise verstärkt nachgefragten technischen Produkte für stay@home bieten: von Geräten für Homeoffice und Homeschooling über Produkte für alle Bereiche im Zuhause – zur Unterhaltung, Speisenzubereitung, Lebensmittellagerung, Reinigung und Haushaltspflege – sowie für Gesundheit und Wohlbefinden“, so Kai Hillebrandt, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu.

Welche Produkte haben eine gesteigerte Nachfrage erfahren?

Insbesondere wächst das Interesse an neuen Technologien wie Virtual Reality und Smartwatches massiv. „VR-Brillen kommen aktuell, vor allem bei Videospielen, zum Einsatz. Aber gerade jetzt im Pandemiejahr punktet bei Nutzern das virtuelle Verreisen an unbekannte Orte“, so der Präsident des Digitalverbands Bitkom Achim Berg. Smartwatches und Fitnesstracker haben einen Umsatzzuwachs von 6,8 Prozent auf 427 Millionen Euro erreicht. Auf das vermehrte Arbeiten im Homeoffice und das Homeschooling ist insbesondere die erhöhte Nachfrage von folgenden Produkten zurückzuführen:

  • Notebooks: 28,1 Prozent Umsatzzuwachs
  • Desktop PCs: 13,6 Prozent Umsatzzuwachs
  • Monitore: 46,8 Prozent Umsatzzuwachs
  • Privat genutzte IT-Produkte: 19,8 Prozent Umsatzzuwachs

Ebenfalls konnte die Produktsparte Audio- und Videozubehör ein Plus von 16,3 Prozent Umsatz auf 645 Millionen Euro verzeichnen. Ein Umsatzwachstum von 23,9 Prozent wurde von Videogames-Konsolen erreicht. Auch dieser Zuwachs lässt sich auf die Corona-Pandemie zurückführen, während deren Freizeit vermehrt Zuhause gestaltet werden musste. Elektro-Großgeräte verzeichneten im ersten Halbjahr 2020 ein Umsatzplus von 2,7 Prozent und Elektro-Kleingeräte sogar ein Plus von 10,4 Prozent.

Assistenzroboter sind beliebt

Fast jeder Fünfte benutzt mittlerweile einen Assistenzroboter für das Rasenmähen, Fensterputzen oder Staubsaugen. „Haushaltsroboter werden immer intelligenter und sind zunehmend in das vernetzte Zuhause eingebunden. Ausgestattet mit Berührungssensoren, hochauflösenden 3D-Kameras und künstlicher Intelligenz werden sie künftig auch schwer zu greifende Objekte handhaben können“, erklärt Berg. Laut Digitalverband Bitkom geben 59 Prozent der Anwender an, durch den Assistenzroboter über mehr Freizeit zu verfügen.

Eine Prognose für das Gesamtjahr

Aufgrund der immer noch andauernden Corona-Krise kann keine belastbare Prognose für das Gesamtjahr getroffen werden. Der Digitalverband Bitkom geht davon aus, dass mit Spielkonsolen rund 515 Millionen Euro im Jahr 2020 eingenommen werden, dies entspricht einem Umsatzplus von 7,1 Prozent. Auch Unterhaltungselektronik wie mobile Headsets und Kopfhörer sollen ein Umsatzwachstum von 3,5 Prozent erreichen. Mit einem leichten Rückgang von 0,9 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro ist hingegen beim Umsatz von Smartphones zu rechnen.

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