
Bereits seit vielen Jahren gibt es den Enkeltrickbetrug. Die betrügerische Masche ist weitverbreitet, wird immer wieder abgeändert und um neue, raffinierte Vorgehensweisen der Betrüger erweitert. Jetzt reagiert das Telekommunikationsunternehmen O2 und hat eine ausgefallene Maßnahme ins Leben gerufen, um dem Telefonbetrug entgegenzuwirken.
Weshalb wurde KI-Oma „Daisy“ ins Leben gerufen?
Dass Kriminelle es speziell auf ältere, arglose Menschen abgesehen haben, um diese per Telefon unter Druck zu setzen und in die Falle zu locken, ist bekannt. Daher sind entsprechende betrügerische Anrufe auch unter dem Namen „Enkeltrick“ bekannt geworden. Denn gerade zu Beginn gaben sich die Täter meist als vermeintliche Enkel der angerufenen älteren Personen aus. Mittlerweile hat sich die Art und Weise, wie die Betrüger vorgehen, jedoch weiterentwickelt. Zahlreiche unterschiedliche Methoden kommen zum Einsatz – mal als vermeintliche Mutter, Vater, Tochter oder andere nahe Verwandte und Freunde der potenziellen Opfer. Im Laufe der Zeit wurde die Vorgehensweise immer perfider und raffinierter. Teilweise kommt heute sogar Künstliche Intelligenz zum Einsatz, um den Betroffenen das Geld aus der Tasche zu ziehen oder an deren sensible Daten zu gelangen. Diese Form des Betrugs wird auch als „Audio-Deepfake“ bezeichnet.
Was steckt hinter der KI-Oma von O2?
Um den massenhaften Betrugsversuchen per Telefon wenigstens etwas entgegenwirken zu können, hat das Unternehmen die KI-Oma „Daisy“ ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um ein System, das mit KI arbeitet und eine ältere Frau simuliert. Statt echter Personen, die auf die betrügerische Masche hereinfallen könnten, unterhalten sich die Kriminellen dann mit dieser KI-Oma. Dabei ist „Daisy“ so programmiert, dass sie sich bis zu 40 Minuten lang mit den Tätern unterhalten kann und diese somit in der Leitung gehalten hat. In den simulierten Gesprächen in Tests unterhielt sich die KI-Oma dabei sowohl über Strickgeschichten und ihren fiktiven Enkel als auch über angebliche Bankdaten. Aktuell ist nur bekannt, dass die skurrile Gegenmaßnahme gegen den Telefonbetrug in Großbritannien eingesetzt wird. Hat ein Anrufer den Verdacht, dass es sich um einen betrügerischen Anruf handelt, kann er diesen an die „7726“ weiterleiten und schon landen die Kriminellen bei Oma „Daisy“. Allerdings hilft die KI-Frau lediglich dabei, den Täter zu beschäftigen. Dazu beitragen, dass dessen Identität aufgedeckt wird, kann sie allerdings nicht. Ferner kann die Fake-Oma nur bei Anrufen eingesetzt werden. Zahlreiche Betrugsversuche laufen allerdings auch über Messenger oder per SMS und E-Mail ab.
KI-Oma Daisy im Einsatz
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
„O2 Telefónica prüft, inwiefern das Unternehmen eine Schwester von Daisy auch in Deutschland einsetzen kann, entsprechend den rechtlichen Bestimmungen hierzulande“, heißt es vonseiten O2 Deutschlands.
Hinterlasse jetzt einen Kommentar