Reparatur statt Neukauf – Neue Haushaltsgeräte lohnen sich meist nicht

Reparatur statt Neukauf – neue Haushaltsgeräte lohnen sich meist nicht

Verbraucher stehen oft vor der Frage, ob sie ein Haushaltsgerät besser neu anschaffen sollen, um damit Geld zu sparen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen. Eine aktuelle Studie des Umweltbundesamts zeigt allerdings, dass es in den meisten Fällen besser ist, alte Geräte zu reparieren oder weiterzunutzen.

Welches Ziel hat die Studie?

Durchgeführt wurde die Studie im Auftrag des Umweltbundesamts vom Freiburger Öko-Institut. Im Rahmen der Untersuchung wurden Staubsauger, Wäschetrockner und Geschirrspüler sowie Kühl- und Gefriergeräte genau unter die Lupe genommen. Dabei wurde nicht nur der Energieverbrauch der Haushaltsgeräte, sondern Herstellung, Transport und Distribution betrachtet. Die Studie gibt Verbrauchern demnach einen Einblick darüber, wann sich ein Austausch wirklich lohnt, wenn sämtliche Umweltauswirkungen von der Produktion bis zur Entsorgung des Haushaltsgeräts betrachtet werden. Auch die Nutzungsintensität wurde vom Freiburger Öko-Institut im Rahmen der Studie berücksichtigt.

Zu welchem Ergebnis kommt die Studie?

Zusammengefasst geht aus der Studie hervor, dass es sich um einen Irrglauben handelt, dass es sowohl für den eigenen Geldbeutel als auch die Umwelt grundsätzlich besser sei, sich Haushaltsgeräte anzuschaffen. In der Studie heißt es hierzu unter anderem entsprechende „Aussagen zur ökologischen und ökonomischen Sinnhaftigkeit eines vorzeitigen Ersatzes (können) nicht pauschal getroffen werden.“ Bei dem Glauben, dass höhere Geräte mit höherer Energieeffizienz immer die bessere Wahl seien, handelt es sich demnach um einen Mythos. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es stattdessen in den meisten Fällen sinnvoller sei – sowohl finanziell als auch bezüglich des Umweltaspekts –, ältere Haushaltsgeräte weiterhin zu nutzen. Sogar die Reparatur sei oftmals besser. Natürlich gebe es auch Fälle, in denen der Austausch aber sinnvoll sei. Dies ist bei sehr ineffizienten Haushaltsgeräten oder bei einer sehr frequentierten Nutzung der Geräte möglich.

Kühl- und Gefrierschränke:

Kühl-Gefrierkombination
Bei diesen Geräten zeigt die Studie des Öko-Instituts, dass sich der Austausch eines alten Geräts erst lohnt, wenn der jährliche Stromverbrauch über 340 kWh liegt (durchschnittlich entspreche dies einer Kühl-Gefrierkombination aus dem Jahr 1995). Der aktuelle Durchschnittsverbrauch (Jahr 2020) der Geräte liegt bei 169 kWh.

Kühlschrank ohne Gefriereinheit
Der Austausch eines Kühlschranks ist für Verbraucher aus ökologischer Sicht dann lohnenswert, wenn der Verbrauch jährlich bei mindestens 240 kWh liegt.

Gefrierschrank
Bei reinen Gefrierschränken zeigt die Studie, dass dieser ausgetauscht werden sollte, wenn der Verbrauch bei mehr als 430 kWh pro Jahr liegt. Doch selbst dann ist die Neuanschaffung nur aus dem Umweltaspekt sinnvoll. Denn finanziell lohnt sie sich nicht – selbst unter der Berücksichtigung einer Reparatur des alten Geräts nicht. Finanziell macht der Austausch bei diesem Haushaltsgerät laut Ergebnis des Öko-Instituts erst ab jährlich 570 kWh und mehr Sinn.

Geschirrspüler:
Die Anschaffung eines neuen Geschirrspülers lohnt sich fast nie. Ausschließlich bei Geschirrspülern, die eine schlechte Energieeffizienz haben und regelmäßig genutzt werden, kann es unter dem Umweltaspekt sinnvoll sein.

Wäschetrockner:
Auch bei den Wäschetrocknern sind Verbraucher genau wie bei den Geschirrspülern besser beraten, kein neues Gerät anzuschaffen. Weder aus finanzieller noch aus ökologischer Sicht. Aus der Studie geht hervor, dass der Verbraucher erst dann was für die Umwelt durch den Neukauf tun kann, wenn er von einem Ablufttrockner (ab Klasse D) oder einem Kondensationstrockner (ab Klasse C) auf ein neues Gerät mit Energieeffizienz Klasse A wechselt.

Staubsauger:
Wer seinem Geldbeutel durch einen neuen Staubsauger etwas Gutes tun will, kann das nur, wenn sein altes Gerät mindestens 1 200 Watt Nennleistung hat. Aus Umweltgründen lohnt es sich, den Staubsauger erst auszutauschen, wenn das Gerät mindestens eine Stunde pro Woche mit 1 200 Watt genutzt wird. In diesem Fall sollte ein neues Gerät mit maximal 600 Watt Nennleistung angeschafft werden.

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