
Im Alltag scheint das Internet unverzichtbar. Kaum jemand verlässt morgens das Bett, ohne den Wetterbericht auf dem Handy zu prüfen, die Nachrichten zu lesen oder Musik über eine App zu starten. Kurze Chats über WhatsApp, ein schneller Blick auf Instagram – für viele ist die digitale Welt ein ständiger Begleiter. Umso überraschender (und auch unvorstellbarer) ist es, dass in Deutschland immer noch Millionen von Menschen komplett ohne Internet leben.
Die Ergebnisse einer neuen Destatis-Studie überraschen
Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat sich jüngst mit der Internetnutzung in Deutschland auseinandergesetzt und dafür Menschen im Alter von 16 bis 74 Jahren befragt. Das Ergebnis ist durchaus bemerkenswert: Rund 2,8 Millionen Personen in dieser Altersgruppe haben noch nie das Internet genutzt. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung entspricht das etwa 4 Prozent (2023 noch 6 Prozent). Die Studie zeigt somit ganz klar, dass trotz allgegenwärtiger Digitalisierung ein Teil der Gesellschaft vollständig offline bleibt.
Auffällig ist vor allem der Unterschied zwischen den Altersgruppen. Während jüngere Menschen selbstverständlich online unterwegs sind, gibt es in den höheren Jahrgängen deutlich mehr Menschen, die auf das Internet verzichten. In der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen gaben 12 Prozent an, noch nie eine E-Mail geschrieben, ein Video gestreamt oder eine Bestellung im Internet aufgegeben zu haben. Das zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit bei älteren Menschen fünfmal so hoch ist, dass sie offline bleiben, wie beim Gesamtdurchschnitt.
Auch bei den mittleren Jahrgängen finden sich tatsächlich Menschen, die ganz ohne Internet auskommen. 4 Prozent der 45- bis 64-Jährigen erklärten, bislang keinerlei Erfahrung im Internet gesammelt zu haben. Diese Altersgruppe liegt somit genau im Bundesdurchschnitt. Unter den 16- bis 44-Jährigen ist die Zahl der Offliner dagegen gering. Gerade einmal 2 Prozent dieser Generation haben nach eigenen Angaben noch nie eine Internetseite aufgerufen oder soziale Netzwerke genutzt.
Deutschland befindet sich im Mittelfeld
Dass es noch immer Menschen in Deutschland gibt, die keine E-Mails schreiben bzw. empfangen können oder auch kein Online-Shopping nutzen, mag zum Teil unvorstellbar sein. Hier wird noch im Laden an der Ecke Kleidung gekauft, man nutzt Kabelfernsehen oder Satellit und stellt das Glück in der klassischen Spielbank auf die Probe. Hier gibt es keine Streamingdienste und auch kein Online Glücksspiel – man kennt wohl nicht einmal die neuesten Spiele. Während sich so manche der Glücksspieler mit einem Aviator Casino im Check befasst, um den richtigen Anbieter für sich zu finden, sind es 4 Prozent in Deutschland, die definitiv noch nie ein Online-Casino gesehen haben.
Aber wie sieht es außerhalb von Deutschland aus? Der Blick über die Grenzen der Bundesrepublik zeigt, dass Deutschland mit seiner Quote von 4 Prozent im europäischen Mittelfeld liegt. Insgesamt beläuft sich der Anteil der Menschen, die in der Europäischen Union leben und auf das Internet verzichten, auf etwa 5 Prozent. Betrachtet man auch Länder außerhalb der EU, steigt der Wert auf 9 Prozent.
Dabei sind die europaweiten Unterschiede groß. In Kroatien leben mit 14 Prozent besonders viele Menschen ohne Internetzugang. Damit belegt das Land einen Spitzenplatz im europäischen Vergleich. Griechenland kommt auf 11 Prozent, Polen auf 9 Prozent und Italien auf 7 Prozent. Auch in Rumänien ist die Zahl der Menschen, die offline bleiben, mit 5 Prozent etwas höher als in Deutschland.
Wesentlich internetaffiner sind dagegen die nordeuropäischen Länder. In Schweden und den Niederlanden liegt der Anteil der Bevölkerung ohne Internetnutzung bei unter 1 Prozent. Dort ist das Netz so selbstverständlich in den Alltag integriert, dass nahezu alle Menschen zumindest gelegentlich online gehen. Frankreich und Spanien bewegen sich mit jeweils 3 Prozent ebenfalls unter dem EU-Durchschnitt.
Diese Unterschiede lassen sich teilweise durch den Ausbau digitaler Infrastruktur erklären. Länder, die eine schnelle und flächendeckende Internetversorgung und eine hohe Smartphone-Dichte verzeichnen, haben auch weniger Menschen, die auf das Internet verzichten. Aber auch kulturelle Faktoren spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle: In manchen Staaten gilt das Internet als Teil des alltäglichen Lebens, während es in anderen Regionen langsamer in die Gesellschaft integriert wurde.
Ein globales Phänomen
Auch weltweit betrachtet bleibt das Internet für viele Menschen unerreichbar. Nach Angaben der Internationalen Fernmeldeunion der Vereinten Nationen (ITU), auf die sich Destatis bezieht, haben rund 32 Prozent der Weltbevölkerung keinen Internetzugang. Das sind etwa 2,6 Milliarden Menschen.
In vielen Regionen fehlt es noch immer an technischer Infrastruktur oder es gibt keine stabilen Netzwerke. In anderen Ländern spielen soziale Faktoren eine Rolle – beispielsweise liegt das dann an fehlender Bildung, geringer Kaufkraft oder Skepsis gegenüber neuartigen Technologien. Während also in Industriestaaten wie Deutschland die Zahl der Menschen ohne Internetzugang sinkt, bleibt sie weltweit gesehen noch immer sehr hoch.
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