Paypal – neue Nutzungsbedingungen mit Fußangeln

paypal

Paypal gilt als schnelles und sicheres Zahlungsmittel im Onlineverkehr. Dass dieser Transaktionsweg immer wieder Tücken haben kann, wissen Käufer, Verkäufer und andere Kontonutzer. Immer mal wieder kam es zu offensichtlich unberechtigten Guthabensperren oder ein Käufer bzw. Verkäufer nutzt das System zum Nachteil seines Gegenübers. Am 1. Juli 2015 ändert Paypal seine Nutzungsbedingungen – AGB und Datenschutzbestimmungen. Diese bedeuten für Kontoinhaber einen Wust von Ergänzungen, Umformulierungen oder Streichungen von mehreren Dutzend Seiten. Wer denkt, dass er diese Änderungen nicht lesen muss, irrt gewaltig. Denn die Nutzungsbedingungen enthalten eine Reihe von äußerst nachteiligen oder sogar gesetzeswidrigen Passagen, die automatisch in Kraft treten.

Das sind die wichtigsten Änderungen

Zunächst erscheinen einige Änderungen äußerst positiv. So können kleine Händler zukünftig mit Paypal Plus ein viergliederiges Zahlungssystem anbieten, das Lastschrift, Kreditkarte und Rechnung sowie die klassische Paypalanweisung einschließt.

Für den Kontoinhaber sind viele der neuen Passagen in den Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen jedoch ein Schlag ins Gesicht. Paypal behält sich vor, Kontaktdaten wie die E-Mail-Adresse weiterzugeben, über Facebook und Twitter abzugleichen und dort personengebundene Werbung schalten zu lassen. Ebenso ist die Weitergabe von Nutzerdaten an Dritte erlaubt. Das können prinzipiell auch Adresshändler oder Werbeunternehmen sein. Der Kontoinhaber wird wider das Bankgeheimnis zum gläsernen Menschen.

Das wird mit einer weiteren Umformulierung noch auf die Spitze getrieben. Denn das Bankgeheimnis wird durch eine einfache Passage ausgehebelt: Paypal liefert auf Anfrage von Behörden Informationen über Nutzerkonten bis hin zu Guthabenständen und einzelnen Transaktionen. Ob damit tatsächlich wie vermutet Abfragen von Guthabenständen einiger Hartz-IV-Bezieher möglich werden, ist bislang umstritten. Paypal weist dies Medienberichten zufolge zurück. Denkbar erscheint es dennoch. Denn spätestens bei einem Verdacht auf eine Straftat können Behörden grundsätzlich detaillierte Daten abfragen. Auch die Liste von Paypal-Partnern füllt viele Seiten. Diese Partner erhalten zum Teil sehr ausführliche Nutzerinformationen in Einzelfällen.

Änderungen automatisch gültig

Nutzer können die Änderungen nicht ablehnen. Sie haben dann nur eine Chance: Das Konto schließen. Da ausreichend viele Alternativen zu diesem diskussionswürdigen Zahlungssystem existieren, sollte die Entscheidung leichtfallen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


sieben + zwölf =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Samsung Top-Modelle – Das neue Galaxy Note 20 und das Note 20 Ultra

Samsung Top-Modelle

Das neue Galaxy Note 20 und das Note 20 Ultra

Der Smartphone-Hersteller Samsung hat seine neuen Top-Modelle der Note-Reihe vorgestellt. Während das Note 20 Ultra mit neuer Technik daherkommt, fehlen dem Note 20 einige wichtige Funktionen. Beide Modelle können bereits vorbestellt werden und kommen am 21. August auf den Markt. […]

Klau von Bewerberdaten – Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Klau von Bewerberdaten

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein

Mit Hilfe von fingierten Stellenangeboten, gelang es einem Berliner Unternehmen über die Jobbörse der Arbeitsagentur an zahlreiche Bewerberdaten zu gelangen. Datenschützer und die Arbeitsagentur stufen das Verhalten als kriminell ein, doch die Staatsanwaltschaft hat nun die Ermittlungen eingestellt. […]

urteil

Blauer Haken in WhatsApp

Urteil: Wirksamwerden der Willenserklärung

Das Landgericht Bonn hat entschieden, dass die zwei blauen Haken bei WhatsApp eine Willenserklärung wirksam machen. Zudem wurde erklärt, dass Vertragsparteien alle Kommunikationswege überprüfen müssen, die bisher verwendet wurden. […]

Dubioser Punkteklau - Payback-Kunden in Aufregung

Dubioser Punkteklau

Payback-Kunden in Aufregung

Die Aufregung unter Payback-Kunden ist groß. „Abzocke“, „Betrug“ und „Punkteklau“ lauten die Vorwürfe, die derzeit die Verbraucherzentrale NRW, Facebook und Bewertungsportale erreichen. Denn bei vielen Kunden sind plötzlich die Guthabenpunkte, oftmals im Wert von 50 oder 100 Euro, teilweise sogar weit darüber verschwunden. […]

Bundesgerichtshof verbietet überhöhte Pauschale für Inkassokosten

Bundesgerichtshof

Verbot überhöhter Pauschale für Inkassokosten

Energieversorger dürfen keine überhöhten Inkassokosten verlangen, wenn sie Zahlungen bei säumigen Kunden eintreiben lassen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die SWM Versorgungs GmbH entschieden. […]