Digitale Lücke – schnelles Internet ist immer noch ein Problem

Digitale Lücke – schnelles Internet ist immer noch ein Problem

Schnelles Internet ist längst ein grundlegender Bestandteil des alltäglichen Lebens geworden. Obwohl die Politik dafür sorgen wollte, dass bereits 2018 alle Haushalte deutschlandweit einen Internetanschluss mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde erhalten würden, zeigt eine aktuelle Marktanalyse, dass das Ziel längst noch nicht erreicht ist. Weiterhin kämpfen Millionen Haushalte mit schlechten Internetverbindungen.

Wie viele Haushalte sind noch ohne schnellen Internetzugang?

Das Vergleichsportal Verivox hat auf Grundlage der Daten aus dem Breitbandatlas eine Marktanalyse durchgeführt. Die Auswertung zeigt, dass es nach wie vor rund 2,3 Millionen Haushalte in Deutschland gibt, die nicht über einen schnellen Internetanschluss von mindestens 50 Mbit/s verfügen. Besonders problematisch wird dies in Haushalten, in denen mehrere Personen gleichzeitig das Internet zum Beispiel für Homeoffice, Online-Gaming oder Streaming-Dienste nutzen. Eine unzureichende Internetverbindung kann dann zu erheblichen Einschränkungen führen. Beispielsweise ist das Streaming des Films nur mit ständigen Unterbrechungen möglich, oder auch das Arbeiten mit größeren Datenmengen oder die Online-Konferenz wird zur Herausforderung. Aus der Analyse geht hervor, dass die digitale Lücke besonders in ländlichen Gebieten und kleineren Gemeinden präsent ist. 96 Prozent der deutschen Städte und Gemeinden weisen noch Internetlücken beim Mindeststandard von 50 Mbit pro Sekunde auf. Insgesamt betrifft das mehr als 10 500 Kommunen. In besonders betroffenen Regionen wie Teilen von Thüringen und Rheinland-Pfalz müssen viele Haushalte auf die von der Politik versprochene flächendeckende Grundversorgung noch warten. Dabei sollte sie bereits vor sechs Realität sein. In 113 Gemeinden sind die Probleme massiv und die Abdeckung mit der Mindestgeschwindigkeit beträgt höchsten zehn Prozent. In 61 existiert einfach gar kein fester Breitbandanschluss mit dieser Geschwindigkeit.

Warum wächst die digitale Kluft weiter?

Obwohl mehr als 97 Prozent der deutschen Haushalte in der Theorie einen Zugang zu einem Internetanschluss mit 50 Mbit/s haben, zeigt sich in der Praxis ein deutlich langsamerer Ausbau. Der Fortschritt im Ausbau der Breitbandversorgung hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur um 0,72 Prozentpunkte verbessert. Dies ist ein langsames Tempo, um die bestehende Lücke zu schließen. Überdies sind die technologischen Anforderungen mittlerweile viel höher als ursprünglich geplant.

„50 Mbit/s sind heute gerade noch Standard. Diese Tarife werden inzwischen von den meisten Providern eher zurückhaltend vermarktet. 100 Mbit/s werden immer mehr zum neuen Standard […]“, erklärt Jörg Schamberg, Telekommunikationsexperte bei Verivox.

In zahlreichen Fällen erhalten Kunden für denselben Preis mittlerweile das Doppelte an Geschwindigkeit. Angesichts der zunehmenden Nutzung von KI und datenintensiven Anwendungen ist zudem davon auszugehen, dass die erforderliche Bandbreite bald noch weiter steigen wird.

Welche Lösungen gibt es für betroffene Haushalte?

Für viele Verbraucher wäre ein Umstieg auf schnellere Internetanschlüsse nicht nur sinnvoll, sondern auch kostengünstig. Oft bieten die Provider für den gleichen Preis Anschlüsse mit deutlich höheren Bandbreiten an. Dadurch würde sich für die Nutzer eine merkliche Verbesserung ihrer Internetqualität ergeben. Doch viele bleiben aus Gewohnheit oder Angst vor höheren Kosten bei ihrem bestehenden Vertrag. Dabei werden die Verträge nach Ablauf der Rabatte und Boni häufig deutlich teurer, sodass ein Wechsel auf einen besseren Tarif langfristig Geld sparen kann. Die Politik reagiert auf die bestehende Problematik und hat im vergangenen Jahr eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes beschlossen. Bis 2030 sollen die Genehmigungsverfahren für den Ausbau beschleunigt und insbesondere unterversorgte Gebiete stärker in den Fokus genommen werden. Doch angesichts der bereits seit Jahren bestehenden digitalen Lücke bleibt abzuwarten, ob der Plan rechtzeitig umgesetzt werden kann.

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