
Seit Kurzem stellt die Bundesnetzagentur ein neues Online-Tool bereit, mit dem Bürger prüfen können, ob an ihrer Adresse eine potenzielle Mindestversorgung mit Telekommunikationsdiensten verfügbar ist. Damit wird das sogenannte Recht auf Telekommunikationsdienste greifbarer und transparenter.
Was steckt hinter dem Recht auf Telekommunikationsversorgung?
Das Recht auf Versorgung mit Telekommunikationsdiensten ist im Telekommunikationsgesetz verankert. Es garantiert allen Verbrauchern in Deutschland einen Zugang zu einem Mindestangebot an Sprachkommunikation und zu einem Internetzugangsdienst. Ziel ist es, eine angemessene soziale und wirtschaftliche Teilhabe für alle sicherzustellen, unabhängig von dem Wohnort. Die zuständige Bundesnetzagentur überprüft regelmäßig, ob die festgelegten Mindestwerte noch zeitgemäß sind. Aktuell liegt die Mindestversorgung bei:
- 15 Mbit/s im Download
- 5 Mbit/s im Upload
- Latenz von maximal 150 Millisekunden
Wird diese Versorgung nicht erreicht, haben die Betroffenen die Möglichkeit, sich direkt an die BNetzA zu wenden und ihren Anspruch geltend zu machen.
Wie funktioniert das neue Marktüberwachungstool?
Das neue Tool basiert auf einer umfassenden Analyse von Versorgungsdaten aus ganz Deutschland. Bürger können ihre Adresse eingeben und erhalten daraufhin eine Einschätzung, ob eine Mindestversorgung über Festnetz oder Mobilfunk potenziell verfügbar ist. Die Ergebnisse werden übersichtlich auf einer interaktiven Karte dargestellt. Die Datengrundlage umfasst nach Angaben der BNetzA unter anderem Informationen aus dem Breitbandatlas und dem Mobilfunk-Monitoring. Diese werden in Form von 100 x 100 Meter großen Gitterzellen visualisiert. Dadurch erhalten Verbraucher eine relativ genaue Einschätzung über die Versorgungssituation. Bürger können anhand des neuen Online-Tools schnell und einfach erkennen, ob in ihrem Wohngebiet eine Unterversorgung bestehen könnte. Falls das Tool anzeigt, dass keine ausreichende Versorgung vorliegt, können Verbraucher direkt über ein integriertes Kontaktformular mit der zuständigen Behörde in Verbindung treten.
Was ist neu im Vergleich zu bisherigen Angeboten?
Es gibt bereits das bekannte Messverfahren zur tatsächlichen Überprüfung der Internetgeschwindigkeit vor Ort. Hier wird also die reale Leistung der eigenen Internetverbindung gemessen. Mit dem neuen Tool stellt die Bundesnetzagentur ein Messverfahren zur Verfügung, ob eine Versorgung an der eigenen Adresse grundsätzlich möglich sein sollte. Damit erfüllt das Marktüberwachungstool eine wichtige Orientierungsfunktion. Es dient sowohl Verbrauchern als auch Telekommunikationsunternehmen als Indikator für mögliche Versorgungslücken. Aktuell befindet sich die Anwendung noch in der Testphase. Die Bundesnetzagentur plant, das Tool kontinuierlich weiterzuentwickeln und dabei auch Rückmeldungen der Verbraucher zu berücksichtigen.
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