
Eigentlich sollen Push-Nachrichten auf dem Smartphone über wichtige Neuigkeiten informieren. Doch genau diesen Mechanismus nutzen Betrüger offenbar aus. Die Stiftung Warentest hat bei einem Test von Xiaomi-Geräten zufällig eine besonders perfide Masche entdeckt. Dabei werden Nutzer mit gefälschten Nachrichtenartikeln in eine Betrugsfalle gelockt.
Wie funktionieren die Fake-Nachrichten auf Xiaomi-Smartphones?
Die Masche basiert auf scheinbar seriösen Push-Nachrichten. Nutzer sehen die Benachrichtigung, die aussieht, als würde sie zu Artikeln der Tagesschau oder des Heute-Journals führen. In den Überschriften werden oft prominente Persönlichkeiten genannt. Etwas Politiker oder bekannte TV-Gesichter wie Barbara Schöneberger. Die Teaser versprechen spektakuläre Enthüllungen oder überraschende Aussagen. Ein Klick soll angeblich weitere Informationen liefern. Doch statt auf einer echten Nachrichtenseite landen User auf gefälschten Webseiten. Dort wird dann für angebliche Wundermittel, schnelle Geldanlagen oder dubiose Gesundheits- und Schönheitsversprechen geworben. Besonders perfide ist, dass viele Menschen Marken wie die Tagesschau mit hoher Glaubwürdigkeit verbinden. Genau dieses Vertrauen nutzen die Betrüger scheinbar aus. Ihr Ziel ist es, Nutzer dazu zu bringen, persönliche Daten preiszugeben oder Geld zu überweisen.
Warum ist die Masche besonders gefährlich?
Besonders brisant ist der Weg, über den die falschen Artikel verbreitet werden. Die Nachrichten erscheinen direkt als Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone. Solche Hinweise kennt man eigentlich nur von Nachrichten-Apps oder wichtigen Elementen. Im aktuellen Fall kamen die Push-Nachrichten über den vorinstallierten Mi-Browser auf Geräten des chinesischen Herstellers Xiaomi. Entdeckt wurde das Problem zufällig während eines Smartphone-Tests der Stiftung Warentest. Die Tester vermuten hinter den Links entweder Anlagebetrug oder Phishing. In beiden Fällen versuchen Kriminelle, an sensible Daten oder Geld zu gelangen. Wegen der fragwürdigen Push-Nachrichten erhielt das getestete Gerät Xiaomi Redmi 15 im Bereich Menü und Bedienung sogar die Bewertung „mangelhaft“. Die Stiftung Warentest warnt eindrücklich vor der Betrugsmasche:
„Dass auf diesem Weg nun aber auch gefälschte Webseiten verlinkt werden, ist im Test zuerst bei Redmi 15 aufgetreten, dessen Ergebnisse wir heute veröffentlicht haben. Das hat in unseren Augen eine neue, noch bedenklichere Qualität.“
Denn ganz neu sind problematische Push-Benachrichtigungen auf Xiaomi-Geräten nicht. Bereits zuvor waren Hinweise auf Angebote des Online-Shops Temu über ähnliche Meldungen verbreitet worden. Damals galt das eher als lästig, diesmal jedoch als potenziell gefährlich.
Wie können sich Nutzer vor solchen Betrugsversuchen schützen?
Grundsätzlich gilt, dass man bei reißerischen Überschriften im Netz immer skeptisch bleiben sollte. Versprechen über schnellen Reichtum, spektakuläre Enthüllungen oder einfache Gesundheitslösungen sind meist ein Warnsignal. Wer eine entsprechende Push-Meldung erhält, sollte den Link nicht öffnen. Vor allem dann nicht, wenn er von einer unbekannten Quelle stammt. Auch sollten niemals persönliche Daten oder Bankinformationen auf fragwürdigen Webseiten eingegeben werden. Im Zweifel ist es besser, die Nachricht direkt über offizielle Medienseiten zu prüfen, statt auf einen Push-Link zu klicken. Der Hersteller Xiaomi erklärte gegenüber der Stiftung Warentest:
„Wir nehmen diesen Fall sehr ernst und haben eine interne Untersuchung eingeleitet, um die Ursache des Problems zu ermitteln.“
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